Giro d'Italia - Remco Evenepoel wehrt sich gegen Kritiker: "Ich bin kein Roboter"

Remco Evenepoel hat sich erstmals seit seinem coronabedingten Aus beim Giro d'Italia selbst zu Wort gemeldet. Der Belgier erklärte in einem Post auf Instagram, dass er endlich grünes Licht erhalten habe, um wieder zu trainieren, äußerte sich aber auch zur Kritik an seinem Giro-Ausstieg. "All die falschen und negativen Kommentare waren schwer zu akzeptieren", schrieb der 23-jährige Belgier.

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Quelle: Eurosport

"Ich bin nicht der Typ, der sich versteckt oder Angst vor dem Verlieren hat. Das geht also an die, die das glauben", schrieb Evenepoel in seinem Beitrag weitr:
"Die letzten Tage waren emotional sehr schwierig wegen dieser Kommentare. Aber ich werde diese Momente mit mir aufs Rad nehmen, wenn ich mich auf meine nächsten Ziele und Rennen vorbereite."
Evenepoel hatte die 106. Italien-Rundfahrt als Träger des Rosa Trikots am Abend nach dem Einzelzeitfahren der 9. Etappe verlassen, das er nachmittags noch gewonnen hatte.
Der Straßen-Weltmeister fühlte sich an jenem 14. Mai bereits schwach und gewann den Kampf gegen die Uhr knapper, als viele im Vorfeld erwartet hatten. Trotzdem übernahm er dort das Maglia Rosa des Gesamtführenden wieder.

Verrückte Zweifel an Evenepoels Krankheit

Nach seinem Aus kritisierte unter anderem die "Gazzetta dello Sport" den Ausstieg des Mannes in Rosa. Der Präsident des slowenischen Radsportverbandes äußerte sogar Zweifel daran, ob Evenepoel tatsächlich an Corona erkrankt sei, oder einfach nur eine Niederlage im Kampf um den Giro-Sieg fürchte.
Einen Tag vor dem Zeitfahren hatte der Belgier nämlich auf der 8. Etappe beim ersten Angriff des Slowenen Primoz Roglic (Jumbo-Visma) auf dem hügeligen Weg nach Fossombrone nicht folgen können und 14 Sekunden auf ihn sowie das Ineos-Duo Geraint Thomas und Tao Geoghegan Hart eingebüßt.
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"Ich möchte einfach alle daran erinnern, dass ich kein Roboter bin, sondern ein normaler Mensch, Ehemann, Sohn, Teamkollege und so weiter mit normalen Gefühlen", schrieb Evenepoel auf Instagram und bat damit um mehr Anstand in öffentlichen Äußerungen zu seiner Person.
Der Giro-Ausstieg sei nach sechs Monaten intensivster Vorbereitung auf dieses eine große Ziel für ihn bereits einer der schwersten Rückschläge seiner noch jungen Karriere gewesen.

Nächstes Ziel: WM-Titel im Straßenrennen und Zeitfahren

"Den Giro mit einer Covid-19-Infektion zu verlassen, war ein sehr brutales Ende einer Geschichte, die wunderschön hätte werden können", so Evenepoel: "Aber so geht es im Sport manchmal. Ups & Downs sind Teil unseres Jobs und das kann ich auch problemlos akzeptieren. Was schwerer zu akzeptieren ist, sind all die falschen und negativen Kommentare, die ich danach bekommen habe."
Evenepoel, das erklärte Teamchef Patrick Lefevere, wird als nächstes großes Ziel die Weltmeisterschaften im August in Glasgow anvisieren. Dort will er seinen Titel im Straßenrennen verteidigen und wenige Tage später auch den im Einzelzeitfahren holen.
Ein Start bei der Tour de France im Juli, es wäre sein Debüt bei der Großen Schleife, sei ausgeschlossen.
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