Giro d'Italia - Geraint Thomas und Primoz Roglic hängen João Almeida ab - Lennard Kämna verteidigt seinen sechsten Rang

Filippo Zana hat im Sprint zweier Ausreißer die 18. Etappe des Giro d'Italia gewonnen. Der Italienische Meister verwies Thibaut Pinot in Val di Zoldo auf Platz zwei. 1:56 Minuten dahinter entbrannte der Kampf ums Rosa Trikot, wobei Primoz Roglic und Geraint Thomas den Portugiesen João Almeida um 21 Sekunden distanzierten. Lennard Kämna kam als 14. ins Tagesziel und bleibt Gesamtsechster.

Primoz Roglic (Jumbo-Visma), devant Geraint Thomas (INEOS Grenadiers) lors de la 18e étape du Giro - 25/05/2023

Fotocredit: Getty Images

Der deutsche Hoffnungsträger konnte acht Kilometer vor Schluss zwar nicht folgen, als die Favoriten attackierten, fuhr danach aber sein Tempo weiter, holte alle seine direkten Konkurrenten im Kampf um die Plätze sechs bis zehn wieder ein und schüttelte sie sogar noch ab.
"Wir hatten uns die Strecke hier vor zwei, drei Wochen angeschaut. Ich wusste also, was auf mich zukommt. Entsprechend habe ich mich gepaced und bin so gefahren, wie ich dachte, dass es für mich am schnellsten ist", erklärte Kämna im Etappenziel zufrieden.
In der Gesamtwertung verteidigte Thomas seine Führung, weil er Roglic bei all dessen Angriffen problemlos folgen konnte und führt nun 29 Sekunden vor dem Slowenen sowie 39 Sekunden vor Almeida. "Der Tag lief doch ganz ordentlich. Primoz konnte mich nicht abhängen und auf die Anderen habe ich Zeit gutgemacht", freute sich der sehr souverän wirkende Thomas über einen weiteren Tag im Rosa Trikot.
"Ich war mir nicht sicher, wie Primoz heute drauf war, aber auf den letzten zwei Kilometern hat er nochmal mächtig auf die Tube gedrückt. Dass ich Zeit auf Almeida gutgemacht habe ist gut, aber ich muss jetzt einfach konstant weiterfahren und es Berg für Berg angehen", blickte der 37-Jährige an seinem Geburtstag auf die entscheidenden nächsten Tage voraus.

Jumbo und Ineos geben schon am ersten Berg Gas

Kämna ist mit 4:27 Minuten Rückstand hinter dem Iren Eddie Dunbar und dem Italiener Damiano Caruso Sechster mit 16 Sekunden Vorsprung auf den Tageszweiten Pinot.
Das erste Dolomiten-Teilstück begann mit einem Angriffshagel über die ersten 35 Kilometer, bis sich schließlich eine siebenköpfige Spitzengruppe um Thibaut Pinot (Groupama-FDJ), Aurelien Paret-Peintre (AG2R-Citroen) und Filippo Zana (Jayco-AlUla) bildete.
Pinot gewann nach 40 Kilometern den Bergpreis am Passo della Crosetta (Kat. 1), wo im Peloton zunächst Jumbo - Visma und dann die Ineos Grenadiers ein hohes Tempo anschlugen und das Feld vorübergehend bereits auf rund 40 Mann verkleinerten.
Nach der Abfahrt ließen die Briten aber wieder lockerer und viele Helfer der Konkurrenz kamen auf dem langen, fast flachen Mittelteil der Etappe wieder zurück. Nun wuchs der bis dahin kleine Vorsprung der sieben Spitzenreiter kontinuierlich bis auf rund sechs Minuten, bevor Thomas' Helferriege - vor allem mit Laurens De Plus - am zweiten Kategorie-1-Berg, der Forcella Cibiana, die Schlagzahl wieder erhöhte.

Pinot erobert das Bergtrikot

Pinot holte sich auch dort die 40 Punkte als Erster am Pass und übernahm damit die Führung in der Bergwertung vom Iren Ben Healy. Doch auch um den Etappensieg fuhr der Franzose noch, da die nun nur noch sechs Spitzenreiter zwölf Kilometer vor Schluss am Fuß der zweiteiligen Schlusssteigung noch immer 4:45 Minuten Vorsprung hatten.
Im Anstieg von Coi hängten Pinot und Zana all ihre Begleiter ab, während gut acht Kilometer vor Schluss im Feld Jumbo - Visma attackierte: Sepp Kuss ließ das Tempo explodieren, Roglic folgte am Hinterrad und nur Thomas sowie Dunbar konnten noch mitfahren.
Almeida dagegen musste abreißen lassen und auf die Hilfe von Edelhelfer Jay Vine setzen, um den Rückstand in Grenzen zu halten. Durch die Kuss-Verschärfung fiel Kämna zunächst weit zurück.
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"Roglic hat geschauspielert": Experten-Analyse zum Kampf um Rosa

Quelle: Eurosport

Kämna mit furiosem Finale

Rund 6,5 Kilometer vor dem Ziel ritt Roglic dann selbst seine Attacke und nur Thomas ging noch mit. Kurz darauf kehrte Kuss zu den Beiden zurück, aber Dunbar war nun abgehängt. An der Passhöhe fünf Kilometer vor Schluss hatte das Trio etwa 15 Sekunden Vorsprung auf Almeida, Vine und Dunbar.
Die Lücke schmolz anfangs der drei Kilometer langen Schlusssteigung nochmal etwas zusammen, als Vine nochmal Vollgas gab. Doch auf den letzten zwei Kilometern fuhren Roglic und Thomas den Verfolgern wieder weg, um schließlich 21 Sekunden vor Almeida über den Zielstrich zu fahren.
An der Spitze des Rennens rang knapp zwei Minuten zuvor Zana Pinot im Sprint nieder und jubelte im Tricolore-Trikot über den Tagessieg. Kämna kam drei Minuten später als 14. ins Ziel und hatte auf den letzten fünf Kilometern noch mehrere seiner Rivalen um die Top-Ten-Platzierungen in der Gesamtwertung ein- und überholt.
Morgen geht es auf der 19. Etappe zur Bergankunft an den Drei Zinnen in den Dolomiten, bevor nach dieser Königsetappe am Samstag das Bergzeitfahren als finaler Härtetest für alle Topfahrer folgt.
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Königsetappe in den Dolomiten: Showdown an den Drei Zinnen

Quelle: Eurosport

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