Giro d'Italia: Sekunden-Krimi im Zeitfahren: Ineos-Duo lässt Remco Evenepoel zittern - Belgier erobert Rosa Trikot
Herzschlagfinale im Giro-Zeitfahren auf der 9. Etappe: Remco Evenepoel sicherte sich mit nur einer Sekunde Vorsprung den Sieg und eroberte das Rosa Trikot. Doch statt des erwarteten überlegenen Siegs lag der Topfavorit nur hauchdünn vor den beiden Briten Geraint Thomas (+0:01 Sekunden) und Tao Geoghegan Hart (+0:02). Das reichte aber auch zur Rückkehr ins Rosa Trikot, das Andreas Leknessund abgab.
Highlights: Evenepoel wackelt im Zeitfahren - fällt aber nicht
Quelle: Eurosport
Primoz Roglic, der am Vortag mit seiner Attacke noch Sekunden gegen Evenepoel herausgeholt hatte, kassierte als Sechster zwar Rückstand auf den Belgier - aber mit 17 Sekunden deutlich weniger als noch im ersten Giro-Zeitfahren, obwohl die Distanz mit 35 völlig flachen Kilometern diesmal deutlich länger war.
"Das war ein gutes Zeitfahren, ich bin zufrieden mit dem Ergebnis", ordnete der Slowene am Eurosport-Mikrofon seine Leistung ein.
Lennard Kämna belegte im Regen einen guten 12. Rang mit 51 Sekunden Rückstand und machte im Klassement eine Position auf Rang neun gut (+2:27), der Schweizer Stefan Küng war als Vierter knapp geschlagen im Kampf um den Tagessieg.
"Vor dem Zeitfahren heute hatten alle etwas Respekt", gestand Bora-Trainer Sylwester Szmyd. "Für uns ging es darum, den Rückstand in Grenzen zu halten. Wir sind mit der Leistung sehr zufrieden, haben sozusagen aufgeholt, was wir gestern verloren haben und sind wieder im Plan. Ich denke, für uns ist der schwierigste Teil des Giro geschafft. Ab jetzt liegen uns die Etappen besser."
Giro: Evenepoel übt Selbstkritik
"Ich habe es mir nicht gut eingeteilt und bin viel zu schnell losgefahren - das war nicht mein bestes Zeitfahren. Wir müssen damit zufrieden sein, dass am Ende der Etappensieg und das Rosa Trikot stehen", gestand Evenepoel ein, dessen Siegerzeit von 41:24 Minuten einen Schnitt von 50,7 km/h bedeuteten. Nach schnellem Start mit klarem Vorsprung am ersten Messpunkt verlor er Sekunde um Sekunde an Boden und rettete den Sieg gerade noch ins Ziel.
Im Vorfeld war von den Experten mit einem weiteren überlegenen Zeitfahr-Erfolg wie auf der 1. Etappe gerechnet worden, nun ist der Kampf um den Gesamtsieg offener denn je. "Das wird eine ispannende zweite Woche, ich freue mich schon drauf - es kann noch extrem viel passieren", blickte Roglic voraus.
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Velo Club über Roglic und Evenepoel
Quelle: Eurosport
Giro: Kampf um Gesamtsieg immer enger
In der Gesamtwertung führt der Weltmeister nun mit 0:45 Sekunden Vorsprung auf Thomas, 0:47 zu Roglic sowie 0:50 auf Hart nach den ersten neun Giro-Etappen.
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Spannung bis zum Schluss: Evenepoel entreißt Thomas den Sieg
Quelle: Eurosport
"Es war nicht einfach heute mit den Kurven auf dem nassen Kurs", erklärte Hart nach seinem vielleicht besten Zeitfahren der Karriere, "die neuen Regeln erlauben mir eine für mich angenehmere Position auf der Zeitfahrmaschine, das ist der Unterschied zu den früheren Jahren und macht es leichter, ein gutes Ergebnis zu holen", so der Giro-Sieger von 2020.
Der bisherige Spitzenreiter Leknessund verkaufte sich als 19. (+1:15) teuer und bleibt Sechster der Gesamtwertung, Boras russischer Kapitän Aleksandr Vlasov ist nach gutem Zeitfahren jetzt Siebter (+1:48). "Das war nicht mein bestes Zeitfahren, aber es war schon cool, das Trikot so lange zu tragen und als letzter Fahrer auf die Strecke gehen zu können", sagte der Norweger.
Der Giro-Tross macht sich von der Küste nun zum ersten Ruhetag der Rundfahrt auf den Weg nach Scandino, wo am Dienstag die 10. Etappe startet.
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Alle 21 Etappen des Giro d'Italia - die Strecke in der Übersicht
Quelle: Eurosport
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