Giro d'Italia 2024: Maximilian Schachmann ist wieder da - Bora-Star ist nur wenige Zentimeter vom Glück entfernt
Update 05/05/2024 um 09:11 GMT+2 Uhr
Maximilian Schachmann (Bora-hansgrohe) ist auf der 1. Etappe des Giro d'Italia 2024 direkt das erste kleine deutsche Märchen gelungen. Zwar fehlten dem 30-Jährigen am Samstagnachmittag nach 140 Kilometern wenige Zentimeter zum Tagessieg in Turin, doch seine Darbietung offenbarte: Schachmann ist wieder da und bereit für die ganz große Bühne - das bekam sogar Superstar Tadej Pogacar zu spüren.
Mit Biss zurück auf die Bühne: Schachmann hat "alles richtig gemacht"
Quelle: Eurosport
Es war ein Auftakt, der einer Grand Tour würdig ist.
140 Kilometer und 1850 Höhenmeter boten den 176 Teilnehmern der 107. Ausgabe des Giro d'Italia direkt von Beginn an genügend Raum, um sich auszutoben.
Und diese Gelegenheit wurde reichlich ausgenutzt.
Ob das im Peloton dominierende UAE Team Emirates von um Tadej Pogacar, die kräftezehrende Attacke von Ausreißer Lilian Calmejane (Intermarché-Wanty) oder der unverhoffte Triumph von Jhonatan Narváez (Ineos Grenadiers) im Schlusssprint - Geschichten gab es zuhauf. Aus deutscher Sicht wurde der Samstag jedoch von einer besonderen Rückkehr überstrahlt:
Maximilian Schachmann hat sein Glück auf dem Rad wiedergefunden.
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Highlights: Narváez schlägt Pogacar und Co. ein Schnippchen
Quelle: Eurosport
Nach zwei Seuchenjahren mit verschiedensten Krankheiten schrammte der einst beste deutsche Radprofi in Turin nur Zentimeter am Tagessieg und damit der Maglia Rosa vorbei.
Schachmann: "Bin auch etwas enttäuscht"
Trotz dieser schier märchenhaften Rückkehr auf die ganz große Bühne seit seiner letzten Grand Tour im Juli 2022 haderte Schachmann zunächst mit dem Verlauf des letzten Kilometers.
"Ich bin auch etwas enttäuscht", gab er im Anschluss an die Etappe zu. Selbst die Tatsache, dass er Top-Favorit Pogacar hinter sich ließ, vermochte ihn angesichts des versäumten Tagessieges offenbar nicht zu trösten.
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Maximilian Schachmann unterlag im Sprint Jhonatan Narváez
Fotocredit: Getty Images
"Der Sprint war hart. Pogacar ist pfeilschnell und Narváez auch sehr endschnell. Ich hasse kurze Sprints, deshalb habe ich eröffnet, entschied mich dann aber, wieder in den Windschatten der anderen zu gehen", erklärte er seine Herangehensweise.
Robert Bengsch, ehemaliger Radrprofi und heutiger Eurosport-Experte, zeigte sich von den wiedergefundenen Qualitäten Schachmanns begeistert. "Grandioses Finale", schwärmte Bengsch im Velo Club bei Eurosport. "Mit Überblick und Renninstinkt aus der entscheidenden Gruppe rauszufahren, sich den Vorteil zu verschaffen und sich dann ans Hinterrad von Pogacar zu beißen - das war stark."
Plötzlich im Rampenlicht: Wohin geht's für Schachmann?
Viel zu lang waren derartige Lobeshymnen auf Schachmann nicht der Fall gewesen.
Hinter dem Bora-Star liegt eine brutale Leidenszeit. Zwei Mal triumphierte der 30-Jährige bei Paris-Nizza, gewann eine Etappe beim Giro d'Italia, zwei deutsche Meisterschaften und stand beim harten Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich auf dem Podest. Dann stürzten den Allrounder mehrere Infektionen in eine tiefe Krise.
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Narváez bezwingt Pogacar - Schachmann verpasst Sieg nur knapp
Quelle: Eurosport
In der aktuellen Saison tastete sich Schachmann im Rahmen der AlUla Tour, der Algarve-Rundfahrt und der Baskenland-Rundfahrt wieder an sein altes Niveau heran. Bei Letzter kehrte er auf der 5. Etappe sogar auf das Podest zurück.
Beim Giro d'Italia ist der gebürtige Berliner als Helfer von Daniel Felipe Martínez am Start, unterstrich aber auf Anhieb seine Stärken im Kampf um einen möglichen Tagessieg als Etappenjäger.
Über die Olympischen Spiele in Paris oder eine Nominierung für die Tour de France wollte Schachmann vor rund einem Monat noch nicht nachdenken. "Entweder ich habe die Form oder ich habe sie nicht", erklärte er damals gegenüber dem "SID".
Sein Sturm aufs Podest von Turin bewies aber: Mit Schachmann ist wieder zu rechnen - womöglich auch in Frankreich.
Voller Fokus auf Giro - alle Augen auf Pogacar
Bis wir soweit sind, fließt aber noch viel Wasser die Seine hinunter. Schachmann und Bora-hansgrohe stehen noch 20 knackige Etappen bevor, der Fokus gilt vorerst also ausnahmslos dem Giro.
Dieser könnte bereits am zweiten Renntag einen neuen Gesamtführenden hervorbringen. Nach dem verpassten Auftaktsieg werden Pogacars Träume in der Nacht zu Sonntag nämlich ganz in Rosa getüncht sein.
Trotz der kräftezehrenden Vorarbeit seitens seines Teams vermochte sich Pogacar im Piemont nicht zum Tagessieger aufzuschwingen. "In erster Linie wird er sich heute bei seiner Mannschaft entschuldigen, die haben heute ordentlich Schmerzen gehabt", erläuterte Bengsch. "Aber er wird es ihnen wieder zurückgeben."
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Rosa Trikot verpasst: Pogacar "wird sich entschuldigen"
Quelle: Eurosport
Auf den 161 Kilometern zwischen San Francesco al Campo und Santuario di Oropa bietet sich Pogacar die optimale Chance zur Wiedergutmachung. "Morgen wird er vielleicht mit einer gewissen Wut im Bauch versuchen, Rosa zu holen und die Etappe zu gewinnen", mutmaßte Karsten Migels im Velo Club.
Bengsch schloss sich dieser Meinung an. Zwar würde die 2. Etappe auch etwaigen Ausreißern liegen, ob diese aber den Tagessieg unter sich ausmachen, "das entscheidet allein Tadej Pogacar. [...] Wenn Pogacar Frust hat und will, dann lässt er seine Mannschaft fahren. Zwei Tage in Folge wären aber brutal."
Der Startschuss für die 2. Etappe der Italien-Rundfahrt fällt am Sonntag um 12:55 Uhr (live und on-demand bei discovery+). Dann werden sich Schachmann und Pogacar wieder duellieren - und weiter an ihren persönlichen Märchen feilen.
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(mit SID)
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‘Never just one contender’ – Pogacar expects Thomas, O’Connor to rival him for pink at Giro d’Italia
Quelle: Eurosport
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