Giro d'Italia 2024: Valentin Paret-Peintre feiert Ausreißersieg, Pogacar und Co. belauern sich bei dritter Bergankunft
VonFelix Mattis
Publiziert 14/05/2024 um 17:19 GMT+2 Uhr
Valentin Paret-Peintre hat sich ein Jahr und fünf Tage nach seinem fünf Jahre älteren Bruder Aurelien ebenfalls in die Siegerlisten des Giro d'Italia eingetragen. Der 23-Jährige entschied am Bocca della Selva die 10. Etappe der 107. Italien-Rundfahrt als Solist für sich und setzte sich eine halbe Minute vor seinem Landsmann Romain Bardet durch. Simon Geschke wurde Etappensechster.
Bardet nutzt Fluchtgruppe und klettert im Gesamtklassment
Quelle: Eurosport
Der Deutsche hatte genau wie Paret-Peintre und Bardet einer ursprünglich 26-köpfigen Spitzengruppe angehört und unterwegs den ersten Bergpreis des Tages gewonnen, um dort 18 sowie im Ziel als Etappensechster nochmal vier Bergpunkte einzustreichen.
Geschke ist mit nun 58 Zählern jetzt Zweiter der Sonderwertung hinter Überflieger Pogacar, der bereits 104 Punkte auf dem Konto hat.
Im Kampf ums Rosa Trikot von Tadej Pogacar gab es keine Attacken. Erst auf den letzten Metern zum Ziel beschleunigte Ben O'Connor, dem aber mit Pogacar, Daniel Felipe Martinez und Geraint Thomas alle derzeit auf dem Podium liegenden Fahrer folgen konnten.
Sie kamen 3:14 Minuten nach Paret-Peintre über den Zielstrich. Einige wenige Sekunden eingebüßt haben dagegen Antonio Tiberi als Gesamtsechster und der Gesamtfünfte Cian Uijtdebroeks. Tiberi verlor auf den letzten Metern vier Sekunden, der Belgier deren 13.
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Überraschender Name: Pogacar verrät, welchen Kontrahent er fürchtet
Quelle: Eurosport
In der Gesamtwertung führt Pogacar daher weiterhin 2:40 Minuten vor Martinez und 2:58 Minuten vor Thomas sowie 3:39 Minuten vor O'Connor. Uijtdebroeks hat jetzt 4:14 Minuten Rückstand, Tiberi 4:27 Minuten. Bardet sprang durch seinen Tag in der Fluchtgruppe mit jetzt 4:57 Minuten Rückstand zu Pogacar auf Gesamtrang sieben vor.
Während Pogacar in der Gesamt- und der Bergwertung weiter führt, trägt Uijtdebroeks weiterhin das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers und Jonathan Milan (Lidl - Trek) das Maglia Ciclamino für Platz eins in der Punktewertung.
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Valentin Paret-Peintre klettert im Solo zum Etappensieg
Quelle: Eurosport
Mann des Tages aber war das französische Leichtgewicht Paret-Peintre aus Annemasse in den Savoier Alpen.
"Ich kann nicht beschreiben, was ich gerade fühle - es ist fantastisch! Ich wollte ein gutes Etappenresultat – und warum dann nicht auch gewinnen? Jetzt habe ich einen Grand-Tour-Etappensieg als ersten Profierfolg", jubelte er im Sieger-Interview und zeigte sich auch ehrfürchtig mit Blick auf den zweitplatzierten Bardet: "Als er bei der Tour de France auf dem Podium stand, habe ich das als kleiner Junge im TV gesehen. Heute habe ich mit ihm um den Etappensieg gekämpft - und sogar geschlagen!"
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Sieg gegen das eigene Vorbild: Analyse zum Paret-Peintre-Triumph
Quelle: Eurosport
In der Anfangsphase des ersten Teilstücks nach dem Ruhetag in Neapel hagelte es Attacken und es dauerte über eine Stunde, bis sich schließlich eine 26-köpfige Spitzengruppe bildete, zu der auch Simon Geschke (Cofidis) und Maximilian Schachmann (Bora – hansgrohe) gehörten. Als diese Gruppe stand, drosselte UAE im Hauptfeld endlich das Tempo und ließ den Abstand kontinuierlich anwachsen, bis auf über 5:30 Minuten.
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Geschke stellvertretend im Bergtrikot: "Den nötigen Kopf hat er"
Quelle: Eurosport
Geschke sicherte sich in Camposauro nach 82,5 Kilometern den ersten Bergpreis des Tages und damit 18 Punkte fürs Kletterer-Klassement. Anschließend aber konnte der Freiburger im nächsten nicht kategorisierten Anstieg nicht mehr folgen, als Jan Tratnik (Visma – Lease a Bike) sich allein absetzte und hinter dem Slowenen eine vierköpfige Verfolgergruppe mit Romain Bardet (dsm-firmenich – PostNL), Andrea Bagioli (Lidl – Trek), Marco Frigo (Israel – Premier Tech) und Valentin Paret-Peintre (Decathlon – AG2R) entstand.
Tratnik erreichte die 18 Kilometer lange Schlusssteigung mit rund 45 Sekunden Vorsprung auf das Quartett und 1:30 Minuten vor der größeren Gruppe um Geschke sowie fünf Minuten vor dem Hauptfeld. Gut 13 Kilometer vor dem Gipfel ließen Bardet und Paret-Peintre dann ihre italienischen Begleiter und nahmen die Verfolgung von Tratnik auf.
Trotzdem nahm der Spitzenreiter die letzten sechs Kilometer nach einer kurzen Zwischenabfahrt noch immer mit 40 Sekunden Vorsprung in Angriff und schien dem Etappensieg entgegenzufahren. Kurz vor der 3.000-Meter-Marke aber lancierte Paret-Peintre hinten seine Attacke, ließ Bardet problemlos stehen und fuhr in Windeseile in Richtung Tratnik vor, um 2,7 Kilometer vor Schluss am Slowenen förmlich vorbeizufliegen.
Von da an fuhr Paret-Peintre dem Sieg entgegen und brachte schließlich 30 Sekunden Vorsprung auf Bardet mit ins Ziel, der ebenfalls noch an Tratnik vorbeigefahren war. Unter den Gesamtwertungs-Favoriten passierte bis zum Schluss nichts. Sie erreichten das Ziel gemeinsam.
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