Giro d'Italia 2025 - Drei Dinge, die auf der 2. Etappe auffielen: Primoz Roglic überrascht sich selbst, Joshua Tarling schreibt Geschichte
Früher als erwartet streift Primoz Roglic beim Giro d'Italia das Rosa Trikot über. Im ersten Einzelzeitfahren der Rundfahrt verpasst der Slowene zwar den Etappensieg in Tirana nach 13,7 Kilometern knapp, doch das maglia rosa ist alles andere als ein Trostpreis. Besiegen konnte den Routinier nur Joshua Tarling, der damit Geschichte bei der Italien-Rundfahrt schreibt. Drei Dinge, die auffielen.
Highlights XXL: Erster Giro-Härtetest endet mit zwei Krimis
Quelle: Eurosport
Der erste Härtetest des Giro d'Italia 2025 endete mit zwei Krimis: Tagessieg und die Führung in der Gesamtwertung entschieden sich jeweils um eine Sekunde.
Den Etappenerfolg verpasste Roglic um nur 24 Hundertstelsekunden, sicherte sich aber mit seinem eindrucksvollen Auftritt dafür die Spitze im Klassement - erstmals seit der vorletzten Giro-Etappe 2023. "Will man das tauschen und lieber den Tagessieg?" war sich Red Bull-Teamchef Rolf Aldag am Eurosport-Mikrofon selbst nicht ganz sicher, freute sich aber durchaus über den Coup.
Ebenso wie Tarling über sein Meisterstück, das ihm den ersten Erfolg bei einer Grand Tour einbrachte und mit dem er seine Favoritenrolle nervenstark bestätigte. Und auch Auftaktsieger Mads Pedersen beeindruckte und muss sich wahrscheinlich nicht lange über den Verlust des Rosa Trikots grämen.
Drei Dinge, die auf der 2. Giro-Etappe auffielen:
1. Roglic überrascht sich selbst
"Nice", sagte Roglic nur - dann wechselte er in den Laufschritt, um sich rasch umzuziehen: Es musste schnell gehen, das Podium wartete. Unerwartet hatte er doch das Rosa Trikot erobert und konnte sich in Tirana feiern lassen.
"Das ist eine schöne Überraschung", freute er sich wenig später im Eurosport-Interview, das Wissen um die eigene starke Form garantiere schließlich nicht gleich solche Erfolgsmomente: "Auch wenn man weiß, dass man stark ist, weiß man nicht, wie schnell die anderen sein werden. Es war knapp mit nur einer Sekunde Rückstand und ich bin wirklich sehr glücklich mit dem Ergebnis", erklärte der 35-Jährige.
Die Abstände zu den wohl größten Rivalen Juan Ayuso (+0:16 Minuten) und Antonio Tiberi (+0:25) dürften kaum rennentscheidend sein. Sie bleiben aber, zusammen mit den Eindrücken des Auftakttages, ein klarer Fingerzeig bezüglich der aktuellen Kräfteverhältnisse, werden der Mannschaft insgesamt Sicherheit und Rückenwind geben und senden eine klare psychologische Botschaft an die Konkurrenz: Roglic ist ready.
"Es immer besser, etwas Vorsprung zu haben als Rückstand", fasste es Roglic gewohnt trocken zusammen. Seine Mission, sich bei der 108. Austragung des Giro zu dessen ältesten Gesamtsieger zu küren, hätte aber nach sechs Wochen Rennpause kaum besser starten können.
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Roglic freut sich über Rosa Trikot: "Schöne Überraschung"
Quelle: Eurosport
2. Tarling schreibt Giro-Geschichte
Fast genau ein Jahr hat das einst so erfolgsverwöhnte Ineos-Team auf einen Etappensieg bei einer Grand Tour warten müssen, jetzt erlöste Joshua Tarling den britischen Rennstall.
Doch damit nicht genug, der 21-Jährige schrieb damit in Albanien auch Giro-Geschichte. In den über einhundert Austragungen seit der Premiere 1909 haben unzählige Stars des Radsports sich Siege in Zeitfahren der Italien-Rundfahrt gesichert. Doch keiner war dabei so jung wie der Waliser. Er löste den Italiener Romeo Venturelli ab, der bei einem Erfolg 1960 rund ein Vierteljahr älter war.
Im Meistertrikot Großbritanniens teilte sich Tarling seine Kräfte perfekt ein und bewies, dass Ineos neben Superstar Filippo Ganna einen weiteren Siegfahrer für die Zeitfahren auf den größten Bühnen des Radsports hat.
"Ich bin so glücklich, ich kann es nicht fassen", jubelte Tarling, der aber auch gestand, dass das nervenaufreibende "Warten nicht angenehm war, das muss ich nicht noch einmal so haben".
Nicht lange dauern könnte es bis zu seinem nächsten Highlight: Auf der malerischen 10. Etappe von Lucca nach Pisa steht das zweite Zeitfahren des Giro 2025 an, der Doppelschlag für den Youngster ist greifbar nah.
3. "Peppa" Pedersen bleibt voll auf Kurs
"Ich werde aussehen wie das Zeichentrick-Schweinchen Peppa Wutz" - so plastisch stellte sich Mads Pedersen schon vor dem Giro-Start einen Auftritt im rosafarbenen Zeitfahranzug vor.
Eine Lachnummer war der Däne aber im Kampf gegen die Uhr nicht, im Gegenteil. Er schlug sich herausragend und musste die Gesamtführung nur ganz knapp abgeben.
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Mads Pedersen im Zeitfahren des Giro
Fotocredit: Getty Images
Zudem ist der 29-Jährige ideal auf Kurs hinsichtlich seines übergreifenden Ziels bei diesem Giro, dem Gewinn der Punktewertung. Nicht nur führt er das Klassement souverän an, er hat die reinrassigen Sprinter am ersten Tag so abgehängt, dass diese noch keine Zähler sammeln konnten, gleichzeitig hatten Rivalen wie die Allrounder Wout van Aert und Tom Pidcock am Freitag wie Samstag das Nachsehen gegen ihn.
Und eine Rückkehr ins maglia rosa dürfte nicht lange dauern: Für die 3. Etappe ist Pedersen der Topfavorit, ein zweiter Etappensieg winkt dem Weltmeister von 2019 schon am Auftaktwochenende. Dann dürfte er das Rosa Trikot auch deutlich länger als nur rund eine Viertelstunde wie am Samstag tragen - bis zur ersten Bergankunft am kommenden Freitag wäre er wohl kaum gefährdet.
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Roglic all-In für Rosa? "Dann geht der Sieg an Pedersen"
Quelle: Eurosport
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