Isaac del Toro analysiert seine Giro-Niederlage am Colle delle Finestre: "Ich habe van Aert vergessen"
Isaac del Toro (UAE) präsentierte sich beim diesjährigen Giro d'Italia in bestechender Form, hatte beste Chancen auf den Gesamtsieg. Am verhängnisvollen Anstieg des Colle delle Finestre gab der Mexikaner seinen ersten Triumph bei einer Grand Tour jedoch aus der Hand - und verlor das Maglia Rosa. Nun analysierte der Youngster ausführlich, warum es am Ende nicht gereicht hat.
Attacke Nr. 3 sitzt: Simon Yates lässt Carapaz und Del Toro stehen
Quelle: Eurosport
"Dieser Tag war hart, mental hart. Weil ich Fehler gemacht habe, ich habe einige Dinge aufgrund meiner mangelnden Erfahrung nicht richtig umgesetzt", erklärte del Toro in einem ausführlichen Gespräch mit "GCN Español".
Der Mexikaner, der das Maglia Rosa des Gesamtführenden in der vorletzten Etappe an den späteren Giro-Sieger Simon Yates (Visma-Lease a Bike) verloren hatte, ließ den verhängnisvollen Moment am Finestre Revue passieren.
Demnach habe er vergessen, dass sich in Wout van Aert ein Teamkollege und potenzieller Helfer von Yates in der Ausreißergruppe an der Spitze befunden hatte. Stattdessen habe er sich auf seinen anderen Verfolger Richard Carapaz (EF Education-EasyPost, wurde am Ende Gesamtdritter) konzentriert.
"Ich habe wegen des Drucks van Aert vergessen. Als Simon attackierte, war ich sehr besorgt, aber da ich einen Vorsprung (in der Gesamtwertung, Anm. d. Red.) auf ihn hatte, konzentrierte ich mich auf Carapaz."
Del Toro: "Das war ein echter Schock"
Dass Yates zur Attacke ansetzte, werte del Toro seinerzeit als Psychospielchen: "Aber es stellte sich heraus, dass nicht nur Simon vorne lag, sondern auch van Aert. Das war ein echter Schock."
Warum er vom Team-Auto nicht rechtzeitig auf die Konstellation hingewiesen worden war? Del Toro kann nur mutmaßen: Womöglich aus Sorge, er könne sonst gänzlich einbrechen. Als er mit der entsprechenden Information versorgt wurde, war es längst zu spät, Yates hatte bereits 55 Sekunden Vorsprung herausgefahren.
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Trofeo Senza Fine für Simon Yates: Die Giro-Siegerehrung
Quelle: Eurosport
"Ich dachte: Das hättet ihr mir nicht jetzt sagen sollen, sondern zu dem Zeitpunkt, als er noch zehn Sekunden hinter mir war", ärgerte sich del Toro, der die Schuld aber vor allem bei sich selbst sieht: "Es war mein taktischer Fehler, ich hätte nicht vergessen dürfen, dass van Aert vorne lag."
Es sei allerdings eine "nervenaufreibende Etappe" gewesen. Er habe gewusst, "dass man an diesem Tag den Giro nicht gewinnen, aber eben verlieren kann". Der 21-Jährige gab abschließend zu, dass die Niederlage am Finestre vom 31. Mai nach wie vor nachhallt: "Es tut immer noch weh."
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