Isaac Del Toro wehrt Attacken von Richard Carapaz beim Giro d'Italia ab - Nicolas Prodhomme feiert Ausreißersieg

Isaac Del Toro hat das Rosa Trikot des Gesamtführenden auch auf der Königsetappe des Giro d'Italia verteidigt. Der 21-jährige Mexikaner ließ sich auf dem Weg über fünf Berge nach Champoluc nicht abschütteln und machte im Zielsprint um Etappenrang zwei dank der Bonifikationen sogar noch zwei Sekunden auf Richard Carapaz gut. Der Tagessieg ging an den französischen Ausreißer Nicolas Prodhomme.

Highlights: Kampf um Gesamtwertung spitzt sich auf Königsetappe zu

Quelle: Eurosport

Prodhomme war gleich zu Beginn der 166 Kilometer langen Etappe über fünf Berge und durch das Aostatal in die erste Spitzengruppe gesprungen, fuhr dort sehr geschickt und blieb schließlich als letzter der zwischenzeitlich bis zu 35 Ausreißer übrig.
Am vorletzten Anstieg des Tages, dem Col de Joux, ließ der 28-Jährige den Spanier Carlos Verona (Lidl-Trek) und den Italiener Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) als letzte Begleiter stehen und zog von dort als Solist zum Sieg durch - dem erst zweiten Profisieg in seiner Karriere, nachdem er kurz vor dem Giro die Schlussetappe der Tour of the Alps für sich entschieden hatte.
"Ich musste lange auf einen Sieg warten. Vor drei Wochen habe ich dann zum ersten Mal gewonnen und jetzt tue ich es schon wieder - hier, in der WorldTour, beim Giro d’Italia! Ich bin wirklich sehr sehr glücklich", sagte Prodhomme im Sieger-Interview und erzählte, dass er sich erst im Verlauf der Etappe bereit fühlte:
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Ausreißer Prodhomme jubelt im Ziel der Königsetappe

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"Unser Vorsprung war nicht groß. Als ich der ersten Attacke gefolgt bin, fühlte ich mich nicht sonderlich gut. Am ersten Anstieg hatte ich wirklich schlechte Beine. Kilometer für Kilometer wurden sie aber immer besser."
Dabei profitierte der Franzose im Finale auch etwas von einer Pattsituation unter den Favoriten. Denn das UAE-Team von Leader Del Toro kontrollierte das Tempo im Feld mit Routinier Rafal Majka so, dass es kaum zu Attacken kam.
Einzig Carapaz (EF Education-EasyPost) versuchte es am Col de Joux sowie anschließend in der letzten Steigung von Antagnod je einmal. Bei beiden Angriffen sprang Del Toro aber scheinbar problemlos mit. Beim zweiten Versuch von Carapaz setzte sich das Duo aber von allen anderen ab und kam zu zweit ins Ziel, wo der Mexikaner sich im Sprint um Rang zwei 58 Sekunden hinter Prodhomme aber durchsetzte.
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Kein Trikotwechsel! Del Toro wehrt Carapaz-Attacken ab

Quelle: Eurosport

Dadurch baute Del Toro seine Gesamtführung gegenüber Carapaz auf 43 Sekunden aus. Simon Yates (Visma-Lease a Bike) kam, wie die anderen Fahrer in den Top 8 der Gesamtwertung, mit 1:22 Minuten Rückstand auf Prodhomme ins Ziel. Der Gesamtdritte hat daher nun 1:21 Minuten Rückstand auf das Rosa Trikot, Derek Gee (Israel-Premier Tech) als Gesamtvierter 2:32 Minuten und Damiano Caruso (Bahrain Victorious) als Fünfter 3:36 Minuten.
Das Maglia Ciclamino des Punktbesten bleibt auf den Schultern von Mads Pedersen (Lidl - Trek), das Maglia Azzurra des besten Kletterers bei Lorenzo Fortunato (XDS - Astana) und das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers gehört auch auf der letzten Bergetappe am Samstag Del Toro. Für ihn stellvertretend wird es erneut Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe) als Zweitplatzierter der Nachwuchswertung tragen.
Schon gleich nach dem Start ging es bergauf zum Kategorie-3-Bergpreis an der Croce Serra und es setzte sich eine vierköpfige Spitzengruppe ab - mit Georg Steinhauser (EF Education-EasyPost), Bart Lemmen (Visma-Lease a Bike), Mattia Cattaneo (Soudal-Quick-Step) und Nicolas Prodhomme (Decathlon-AG2R). Cattaneo führte das Quartett nach 15 Kilometern mit 35 Sekunden Vorsprung auf das Hauptfeld über die Kuppe und hinunter ins Aostatal.
Dort kehrte nach rund 45 Rennkilometern endlich Ruhe im Hauptfeld ein, nachdem lange wild attackiert worden war und sich endlich rund 30 Mann in zwei Verfolgergruppen hinter den vier Spitzenreitern zusammenfanden - mit dabei: der Gesamt-15. Antonio Tiberi (Bahrain Victorious). Am Fuß des Col Tzecore, 115 Kilometer vor dem Tagesziel, schlossen die drei Ausreißergruppen zusammen und begannen den 16 Kilometer Berg 1:15 Minuten vor dem Hauptfeld.

Steinhauser macht Riesenarbeit

In der ersten der drei Kategorie-1-Steigungen des Tages kamen von hinten noch Louis Meintjes (Intermarché-Wanty) und Alessandro Tonelli (Polti-VisitMalta) zur Spitzengruppe vor, in der unter anderem auch Romain Bardet (Picnicn-PostNL), Wout van Aert (Visma-Lease a Bike), Marco Brenner (Tudor), Patrick Konrad (Lidl-Trek) und Pello Bilbao (Bahrain Victorious) saßen.
EF und Visma sowie Bahrain waren vorne zu zweit, Lidl-Trek zu viert und Israel-Premier Tech sowie UAE-Emirates-XRG hatten je einen Helfer nach vorne geschickt. Die meiste Führungsarbeit verrichtete dabei in den unteren Kilometern des Berges Pedersen, weiter oben aber vor allem Steinhauser, der maßgeblich dafür verantwortlich war, dass die Lücke zum Hauptfeld, wo UAE das Tempo vorgab, auf 2:45 Minuten anwuchs.

Red Bull macht Jagd auf die Spitzengruppe

Scaroni führte das Rennen über die Passhöhe und holte sich die 40 Bergpunkte, um seinen zweiten Rang in der Sonderwertung abzusichern. In der Abfahrt wuchs der Abstand zum Hauptfeld bis auf 3:40 Minuten an, doch am Fuß des 16,5 Kilometer langen Col Saint-Pantaléon (1. Kat.) begann Red Bull-Bora-hansgrohe im Hauptfeld aufs Tempo zu drücken und den Abstand rasch zu verkleinern.
67 und 65 Kilometer vor dem Ziel attackierte Harper an der Spitze und konnte sich zwar nicht lösen, ließ die Gruppe aber auf nur noch neun Mann zusammenschmelzen - bei noch knapp drei Minuten Vorsprung auf das Feld, in dem nun EF, Israel und Visma begannen, aufs Tempo zu drücken. Fünf Kilometer vor dem Gipfel und 62 vor dem Ziel ließ auch Steinhauser vorne abreißen. Drei Kilomter später musste auch Harper die Spitze ziehen lassen, offensichtlich mit Oberschenkelkrämpfen.

Prodhomme vorne der Stärkste

Prodhomme, Carlos Verona (Lidl-Trek), Tiberi und Igor Arrieta (UAE-Emirates-XRG) führten das Rennen 56 Kilometer vor Schluss vor Lemmen, Bilbao und Meintjes über den Gipfel. Harper lag da 20 Sekunden zurück, Steinhauser eine Minute und das nur noch 22-köpfige Favoritenfeld 2:10 Minuten. In der Abfahrt wartete Steinhauser, um an Carapaz' Seite zu sein, der sonst keinen Helfer mehr bei sich hatte.
37 Kilometer vor dem Ziel sicherte sich Tiberi sechs Sekunden Zeitgutschrift am Red-Bull-Bonussprint und führte das Rennen dann mit Verona und Prodhomme am Hinterrad bei wieder 3:20 Minuten Vorsprung aufs Peloton in den 15 Kilometer langen Anstieg zum Col de Joux (1. Kat.) hinein. Der Rest der Spitzengruppe fiel nun zurück.
Prodhomme setzte sich 28 Kilometer vor Schluss aus dem Spitzentrio ab, und dahinter arbeiteten Tiberi und Verona nicht mehr zusammen. Allerdings lag das bis dahin von Visma angeführte Favoritenfeld jetzt nur noch 1:10 Minuten zurück und UAE übernahm dort die Arbeit mit Arrieta, McNulty und Majka. Das Team von Del Toro war als einziges nun noch mehrfach vertreten.

Del Toro wehrt Carapaz-Angriffe ab

Bis 1,5 Kilometer vor der Bergwertung dauerte es, bis Carapaz seine erste Attacke ritt. Simon Yates und Del Toro aber folgten sofort und dann kamen auch die anderen Mitfavoriten wieder heran. Prodhomme kam mit noch immer 55 Sekunden Vorsprung über den Gipfel und konnte sein Polster anschließend sogar nochmal auf 1:35 Minuten ausbauen, während Majka und McNulty dahinter ein gleichmäßiges, nicht zu hohes Tempo in die letzte Steigung nach Antagnod (2. Kat.) hinein anschlugen.
In einem kurzen Steilstück dort lancierte Carapaz knapp acht Kilometer vor dem Ziel noch eine zweite Attacke und diesmal konnte nur Del Toro dem Ecuadorianer noch folgen. Das pink-weiße Duo fuhr der Konkurrenz scheinbar spielend davon und der Mexikaner nahm Carapaz keinen Meter Führungsarbeit ab.
Mit 58 Sekunden Rückstand auf Prodhomme kamen sie fünf Kilometer vor Schluss über die Bergwertung und der Franzose fuhr bergab allein dem Sieg in Champoluc entgegen. Dort fuhr Del Toro vor der letzten Kurve noch an Carapaz vorbei und sprintete vor ihm als Zweiter ins Ziel.
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Giro-Strecke: Profil der 20. Etappe - Grande Finale am Finestre

Quelle: Eurosport


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