Red Bull-Bora-hansgrohe versöhnt sich dank Nico Denz mit diesem Giro d'Italia - drei Dinge, die auf der 18. Etappe auffielen

Es war die Rettung für Red Bull-Bora-hansgrohe bei diesem Giro d'Italia - und ein emotionaler Etappensieg für Nico Denz. Aus einer großen und hochkarätig besetzten Ausreißergruppe setzte sich der Deutsche ab und fuhr als Solist ins Ziel. Die "Schwergewichte" um Wout van Aert und Mads Pedersen belauerten sich gegenseitig, während es das Peloton ruhiger angehen ließ. Drei Dinge, die auffielen.

Denz feiert ersten deutschen Etappensieg beim Giro mit Solo-Coup

Quelle: Eurosport

Die 18. Etappe des diesjährigen Giros ließ sich beim ersten Betrachten der Etappen-Profile leicht übersehen. Eine Übergangsetappe zwischen den harten Alpen-Etappen, die diese Rundfahrt entscheiden.
Die Favoriten um den Gesamtsieg sahen das auch so und ließen es nach 17 Tagen Vollgas ruhiger angehen, aber der Kampf um den Tagessieg wurde umso verbissener geführt.
37 Fahrer kämpften in der Ausreißergruppe weit vor dem Hauptfeld um den Sieg und Nico Denz aus der deutschen Red Bull-Bora-hansgrohe-Equipe setzte schließlich 18 Kilometer vor dem Ziel die entscheidende Attacke.
Für den 31-Jährigen war es der siebte Profi-Sieg in seiner Karriere - und schon der dritte Etappensieg beim Giro nach einem Doppelschlag im Jahr 2023. Im Sieger-Interview bezeichnete er den Erfolg als "emotionalsten Sieg" - auch aufgrund der besonderen Umstände im Team.
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Giro-Highlights XXL: Denz Solosieger am Vatertag der Ausreißer

Quelle: Eurosport

Drei Dinge, die auf der 18. Etappe auffielen:

1. Denz feiert emotionalen Sieg und rettet Red Bull

"Heute an Vatertag hier zu gewinnen - das ist etwas Besonderes", sagte Denz, der dann kurz ins Deutsche wechselte, um nach Hause zu grüßen: "Alles Gute, Papa!"
Drei Etappensiege feierte er beim Giro bisher, dieser ist auch für den 31-Jährigen etwas Besonderes - und für sein Team. Diese Rundfahrt verlief bisher wirklich nicht nach Plan für den Raublinger Rennstall. Zwar startete Roglic in Albanien stark und trug zwei Tage das Maglia Rosa. Das Blatt begann sich während der 6. Etappe zu wenden, als Jai Hindley, bester Berghelfer für den Slowenen und selbst Gesamtsieger 2022, nach einem Sturz ausfiel.
Der Kapitän stürzte in der Folge gleich dreimal, verlor viel Zeit und gab schließlich nach dem dritten Ruhetag auf. Der einzige Lichtblick schien Giulio Pellizzari zu sein, der unbeschwert und ohne taktische Fesseln in den Alpen aufzeigte.
Auf dem Weg nach Cesano Maderno lief dann endlich alles nach Plan für die Equipe. "Es sollte einfach sein Tag heute werden, das war schon am Morgen klar", sagte der sportliche Leiter Heinrich Haussler am Eurosport-Mikrofon. "Es gab heute keinen anderen Sieger, auch für ihn nicht, er hat richtig dran geglaubt. Sobald die Gruppe stand, lief einfach alles nach Plan. Es war auch für mich eine emotionale Achterbahnfahrt, das habe ich seit meinen eigenen aktiven Tagen nicht mehr erlebt."
Nicht nur für alle Väter, sondern auch alle Team-Verantwortlichen fühlten sich wie an einem Feiertag. Und da stört es dann auch nicht, dass Denz als Einzelkämpfer diesen Sieg einfuhr. In der prominent besetzten Spitzengruppe hielt nur er die Fahnen der deutschen Mannschaft hoch. Sein Sieg entstand nicht aus einer perfekten Team-Performance heraus, sondern durch eine sehr clevere und starke Einzelleistung.

2. Die Schwergewichte belauern sich - und verlieren

Mads Pedersen, Kaden Groves, Wout van Aert - ein "Who's who" der Topsprinter fand sich während dieser 18. Etappe in der Ausreißergruppe wieder. Dazu kamen mit Dylan van Baarle, Mathias Vacek ud Diego Ulissi noch weitere starke Fahrer, die sich auch bei diesem Giro schon in guter Form und in der Offensive gezeigt haben.
Vielleicht war diese Liste ein wenig zu prominent, um einem von ihnen den Erfolg zu beschweren. "Mads, Kaden und ich haben uns ein wenig belauert und als wir dann in der Führungsgruppe alle Teamkollegen hatten, dann war das für uns alle okay", sagte Van Aert am Eurosport-Mikrofon nach der Etappe.
Alle drei Stars hatten auch nicht das dringende Bedürfnis, mit der Brechstange einen Etappensieg erzwingen zu müssen. Pedersen gewann schon vier Etappen und konnte seine Führung in der Punktewertung am heutigen Tag noch weiter ausbauen - nicht, dass er das nötig gehabt hätte.
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Emotionale Siegerehrung mit Champagnerdusche: Denz auf dem Podium

Quelle: Eurosport

Van Aert feierte in Siena einen emotionalen Etappensieg, Groves gewann die verregnete Ankunft in Neapel. "Wir haben ein bisschen gespielt und uns gegenseitig angeschaut. Am Ende sind dann andere Jungs losgefahren, ohne uns als vermeintlich 'Stärksten'", sagte Vacek im Ziel, der sich für seinen starken Giro gerne mit einem Etappensieg belohnt hätte.
Ein anderes Team hatte den Sieg deutlich nötiger: Red Bull-Bora-hansgrohe. Und Denz lieferte für den deutschen Rennstall. Vacek sagte auch, dass sich das Team am Ende auf Daan Hoole konzentrierte, der am nächsten an Denz bei dessen Attacke dran war. Die Lektion: Auch bei Lidl-Trek läuft nicht jeder Tag nach Plan und drei Wochen Giro können Überraschungen bereithalten - auch für die Superstars des Sports.

3. Endlich ein Bummel-Tag für das Peloton

Während in der Ausreißergruppe hart um den Etappensieg gekämpft wurde, wurde der Abstand zum Hauptfeld hinten immer größer. Nach zwei extrem anspruchsvollen Tagen in den Alpen wollten die Klassement-Favoriten Kräfte sparen, um für das große Finale am Freitag und Samstag bereit zu sein.
"Jeder hat versucht, heute nicht zu viel zu investieren, weil die nächsten Tage super hart werden", sagte der Träger des Rosa Trikots, Isaac Del Toro, im Ziel. "Es war, zumindest im Peloton, einer der einfachsten Tage des Giros."
Es sei den 161 im Rennen verbliebenen Fahrern gegönnt. Die Rundfahrt ist auf Kurs, einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen, selbst die "einfachen" Flachetappen waren aufgrund von späten Anstiegen, Stürzen und schlechtem Wetter extrem schwierig und kaum zu kontrollieren. Die Ausfälle von Roglic, Mikel Landa, Giulio Ciccone und jetzt auch Juan Ayuso zeigten das bedauerlicherweise.
Und so war diese 18. Etappe ein - extrem überspitzt formulierter - Ruhetag für Del Toro und Co. Endlich zeigte sich der Sommer in Italien, die Fluchtgruppe war groß, stark besetzt, aber ohne Gefahr für das Gesamtklassement.
Für die Giro-Organisatoren ließ das Tempo im Feld aber fast zu sehr nach. Laut dem Giro-Funk "Radio Corsa" hatten die Verantwortlichen Angst, dass das Feld von der Gruppe auf dem dreimal befahrenen Rundkurs im Finale um Cesano Moderna überrundet werden konnte. Kurzerhand bat man das Peloton um etwas mehr Engagement. Den schwarzen Peter zog am Ende Q36.5 Cycling um Tom Pidcock, die keinen Fahrer in der Fluchtgruppe platziert hatten. Und es ging gut aus: Denz konnte seinen Siegesmoment genießen, ohne dass ihm bummelnde Fahrer im Weg standen.
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Auge zugeschwollen: Bienenstich zwingt Ayuso zur Aufgabe

Quelle: Eurosport


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