Simon Yates erobert beim Giro d'Italia das Rosa Trikot mit Mega-Coup gegen Isaac Del Toro und Richard Carapaz
VonFelix Mattis
Update 01/06/2025 um 10:23 GMT+2 Uhr
Simon Yates steht vor dem Gesamtsieg beim 108. Giro d'Italia. Der Brite vom Team Visma-Lease a Bike setzte sich auf der entscheidenden 20. Etappe über den Colle delle Finestre nach Sestriere von Isaac Del Toro und Richard Carapaz ab und eroberte das Rosa Trikot. Hinter ihm arbeiteten der Mexikaner und der Ecuadorianer nicht zusammen und so verloren sie letztlich mehr als fünf Minuten.
Highlights: Giro-Dreikampf für Geschichtsbücher bei Schotter-Spektakel
Quelle: Eurosport
Den Etappensieg in Sestriere fuhr Yates' ehemaliger Teamkollege beim Team Jayco-AlUla, Chris Harper, ein. Der Australier war aus der 31-köpfigen Ausreißergruppe des Tages heraus auf der geschotterten Naturstraße am Colle delle Finestre am stärksten und fuhr zum Solo-Triumph.
"Ich weiß gar nicht genau, was mich mehr glücklich macht: Die Etappe zu gewinnen oder Yatesi zu sehen, wie er das Rosa Trikot gewinnt. Er ist ein toller Typ. Keiner verdient das Rosa Trikot mehr als er", strahlte Harper im Sieger-Interview und sprach von großer Erleichterung für sich persönlich:
"Es war mental, aber auch physisch ein schwerer Giro für mich. Ich bin für das Gesamtklassement hierher gekommen. Ich habe mich in der ersten Woche richtig gut gefühlt, aber unglücklicherweise bin ich am zweiten Ruhetag krank geworden", so Harper. "Der Fokus wechselte dann auf Erholung und darauf, dass ich vielleicht eine Etappe gewinnen könnte."
1:49 Minuten hinter dem Australier wurde Alessandro Verre (Arkéa-B&B Hotels) Zweiter im Tagesklassement. Yates kam acht Sekunden danach als Tagesdritter in Sestriere an und schlug sich auf dem Zielstrich ungläubig mit der Hand auf den Helm. Er wusste da schon, dass er diesen Giro für sich entschieden hatte.
Eine entscheidende Rolle spielte dabei der Auftritt von Del Toro und Carapaz. Nachdem Simon Yates das Duo am Colle delle Finestre abgeschüttelt hatte, ließ der Mexikaner im Rosa Trikot Carapaz bergauf sämtliche Verfolgungsarbeit machen. Dadurch wuchs der Rückstand des Duos auf über 1:30 Minuten an und der Brite lag am Gipfel virtuell im Führungstrikot.
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Emotion pur: Yates erobert Rosa Trikot auf letzter Bergetappe
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Giro: Zoff zwischen del Toro und Carapaz
In der Abfahrt dann verweigerte Carapaz die Führungsarbeit, aber auch Del Toro gab nicht mehr richtig Gas. Die Beiden schauten sich an und das Loch nach vorne zu Simon Yates wuchs auf mehr als fünf Minuten an.
Del Toro führte seine Gruppe schließlich 7:10 Minuten nach Harper ins Ziel. Mit ihm kamen der Gesamtsechste Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe), der Gesamtvierte Derek Gee (Israel-Premier Tech) und der Gesamtfünfte Damiano Caruso (Bahrain Victorious) sowie auch Carapaz an - wobei Letzterer auf der Zielgeraden frustriert ausrollen und noch eine Lücke von vier Sekunden aufgehen ließ.
Vor der flachen Schlussetappe in Rom führt Simon Yates den Giro nun mit 3:56 Minuten Vorsprung auf Del Toro und 4:43 Minuten vor Carapaz an. Gee (+ 6:23) ist vor Caruso (+ 7:32) und Pellizzari (+ 9:28) Vierter.
Schrecksekunde für Carapaz in der Abfahrt
Nach dem Etappenstart lösten sich zunächst sieben Ausreißer um Kim Heiduk (Ineos Grenadiers) und Dries De Bondt (Decathlon - AG2R). Als sie knapp eine Minute Vorsprung herausgefahren hatten, zog ein Sextett um Mads Pedersen und Carlos Verona (beide Lidl-Trek) hinterher. 20 Kilometer dauerte die Verfolgungsjagd, bis die Spitze etwa bei Kilometer 25 wartete. Aus den 13 Leadern wurden etwas später dann sogar 31, weil noch eine weitere Gruppe aus dem Feld vorfuhr.
Dann aber beruhigte sich die Lage im Hauptfeld und das Loch zur Spitze wuchs bis auf 8:45 Minuten an. Erst nach knapp 100 Kilometern kam das Feld, nun angeführt von EF, im Anstieg zum Colle del Lys (2. Kat.) allmählich wieder näher an die Spitze - aber nur bis auf 7:50 Minuten an der Passhöhe.
In der Abfahrt dann erlebten Carapaz und seine Teamkollegen eine echte Schrecksekunde, als sie eine Rechtskurv verpassten, geradeaus fuhren und nur gerade so noch vor der Leitplanke und dem freien Fall in die Tiefe zum Stehen kamen. Es ging alles gut, doch die Verfolgung der Spitzengruppe wurde erstmal unterbrochen.
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Haarscharf! Riesenschreck für Carapaz und das Team EF
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Im Tal zwischen Colle del Lys und dem Fuß des Colle delle Finestre setzte sich die Spitzengruppe nochmal bis auf zehn Minuten ab und so schien 50 Kilometer vor dem Ziel bereits klar: Der Etappensieg wird unter den Ausreißern ausgemacht.
Steinhauser glänzt mit Vorarbeit
An der Spitze setzten sich am Finestre früh Chris Harper (Jayco-AlUla) und Alessandro Verre (Arkéa-B&B Hotels) ab. Doch die ganz große Action entwickelte sich dahinter im Hauptfeld: EF zog in den Anstieg hinein ein Höllentempo an und Mikkel Honoré fuhr schließlich ein regelrechtes Leadout für Carapaz, der dann schon am Ende des ersten Kilometers am Finestre hart attackierte und eine Lücke riss.
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Konzertierte Attacke: EF-Team lanciert Carapaz am Finestre
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Del Toro fuhr wieder heran und anschließend folgte auch Simon Yates. Der Brite attackierte anschließend selbst dreimal und setzte sich schließlich allein vom ecuadorianisch-mexikanischen Duo ab. Dabei blieb Del Toro konsequent am Hinterrad von Carapaz sitzen und auch Gee kam von hinten wieder an das Duo heran.
An der Spitze ließ Harper 32,5 Kilometer vor dem Ziel Verre als letzten Begleiter stehen und setzte auf dem Schotter zum Solo an. Rund sechs Minuten dahinter erreichte Simon Yates die Naturstraße bereits mit 45 Sekunden Vorsprung auf Carapaz, Del Toro und den immer wieder abgehängten und wieder zum Duo zurückkommenden Gee.
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Attacke Nr. 3 sitzt: Simon Yates lässt Carapaz und Del Toro stehen
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Mit der Zeit setzte sich Simon Yates immer weiter von seinen drei Kontrahenten ab, und als er noch rund 32 Kilometer vor sich hatte, übernahm er virtuell die Gesamtführung, hatte also mehr als 1:21 Minuten Vorsprung auf Del Toro, Carapaz und Gee. Erst jetzt beteiligte sich auch der Mexikaner im Rosa Trikot an der Nachführarbeit - allerdings nur kurz.
Gee und Carapaz machten mehr Führungsarbeit, bis der Kanadier dann aber auch zurückfiel und wieder nur Carapaz allein das Tempo machte. Bis auf rund 1:50 Minuten ging die Lücke zu Yates auf, doch auf den obersten Kilometern der Schottersteigung kamen Carapaz und Del Toro wieder etwas näher.
Harper erreichte den Gipfel des Finestre mit bereits 1:40 Minuten Vorsprung auf seinen ersten Verfolger, Verre, und schien da, 27,5 Kilometer vor dem Ziel, schon fast als Etappensieger festzustehen. Unter den Verfolgern fuhr rund vier Minuten nach Harper auch van Aert noch über die Kuppe, und damit vor seinem mit 4:45 Minuten Rückstan über den Finestre kommenden Teamkollegen Simon Yates. Carapaz und Del Toro lagen dort 1:37 Minuten hinter dem Briten zurück.
Del Toro und Carapaz arbeiten nicht zusammen
In der Abfahrt wartete van Aert auf Simon Yates und spannte sich dann vor seinen Teamkollegen, um ihm zu helfen. Carapaz und Del Toro dagegen waren sich uneinig und schauten sich immer wieder an, verloren auf einem kurzen Flachstück während der Abfahrt weiter an Boden und die Lücke zu Simon Yates wuchs da schon bis auf zwei Minuten an. Anschließend verweigerten Carapaz und Del Toro die Führungsarbeit beide und schenkten den Giro-Sieg her.
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Keine Zusammenarbeit: Del Toro und Carapaz verschenken Giro-Sieg
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Ungeachtet dessen zogen van Aert und Simon Yates vorne weiter durch, van Aert scherte schließlich in der Schlusssteigung nach Sestriere aus und der Brite fuhr mehr als fünf Minuten Vorsprung auf seine Kontrahenten heraus - während sein Ex-Teamkollege Harper dem Etappensieg als Solist entgegenfuhr.
Etwas Spannung kam hinten im Feld noch auf, als hinauf nach Sestriere Gee attackierte und somit noch den Podestplatz von Carapaz angriff, so dass der Ecuadorianer gezwungen war, nun wieder die Nachführarbeit zu übernehmen und die Lücke zu schließen. Schließlich kamen sie gemeinsam mehr als fünf Minuten hinter Simon Yates in Sestriere an.
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Giro-Strecke: Profil der 21. Etappe - Sprint zum Abschluss in Rom
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C. HarperBeendet
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