Giro d'Italia: Drei Dinge, die auffielen - Paul Magnier, Diego Sevilla und Guillermo Silva prägen Bulgarien-Etappen

Der erste Bulgarien-Besuch in der Geschichte des Giro d'Italia endete auf der 3. Etappe in der Hauptstadt Sofia und krönte einen neuen Sprinterkönig: Paul Magnier schlug die arrivierten Stars um Jonathan Milan und Dylan Groenewegen wie schon am Ende des ersten Teilstücks. Zusammen mit zwei bislang eher unbekannten Shootingstars prägte er das Rennen am Sonntag und den Auftakt im Ausland.

Highlights: Ausreißer drehen auf - Stars sprinten in Sofia

Quelle: Eurosport

Wer nach den ersten drei Tagen der Italien-Rundfahrt auf die Wertungstrikot-Träger Guillermo Thomas Silva, Diego Pablo Sevilla und Paul Magnier gesetzt hätte, dürfte für seinen Einsatz eine exzellente Quote erhalten haben. Magnier erwies sich mit zwei Etappensiegen als der beste Sprinter des bulgarischen Gastspiels.
Auch am Ende des dritten Teilstücks jubelte der junge Franzose, der mit 22 Jahren bei seiner zweiten Grand Tour auf einer Welle des Selbstbewusstseins reitet. Auch die ersten Etappen in Italien dürften nach dem Ruhetag weitere Gelegenheiten für den Soudal-Sprinter bieten.
Das gilt auch für den ersten Uruguayer im Rosa Trikot bei 109 Giro-Austragungen: XDS-Astana-Profi Silva reist mit der Führung in der Gesamtwertung aus Bulgarien ab und könnte diese noch eine Weile halten.
An den drei Nachmittagen sahen die Giro-Zuschauer zudem immer einen Mann vor dem Feld: Diego Pablo Sevilla sammelte Kilometer in Fluchtgruppen und dazu noch jede Menge Bergpunkte. Für sein kleines Team Polti-VisitMalta ist das Maglia Azzurra ein riesiger Erfolg, der - wie bei Silva - noch lange nicht enden muss.
Drei Dinge, die bei der 3. Etappe des Giro d'Italia auffielen:

1. Magnier im Konzert der Großen angekommen

"Ich kann mit den besten Sprintern der Welt mithalten", konnte ein stolzer Magnier im Sieger-Interview in Sofia feststellen. Das kann der junge Franzose nach zwei Etappensiegen und als Träger des Maglai Ciclamino mit Fug und Recht behaupten.
Nicht der als Topfavorit gehandelte Milan oder der formstarke Unibet-Sprinter Groenewegen jubelten in Bulgarien, sondern Magnier. Der 22-Jährige bestreitet erst seine zweite Grand Tour, vergangenes Jahr musste er am zweiten Ruhetag den Giro beenden, Platz vier war dort zuvor sein bestes Etappenergebnis gewesen.
Es folgte eine ungeahnte Siegesserie im Herbst 2025, als er bei kleineren Rundfahrten die Konkurrenz fast nach Belieben dominierte. Nach seinen rauschhaften fünf Wochen zum Ende der Saison 2025 hatte er 19 Siege auf dem Konto - nur Tadej Pogacar schaffte in jenem Kalenderjahr mehr. Doch 2026 konnte er nur anfangs daran anknüpfen - vor dem Giro blieb er zehn Wochen lang ohne Podiumsplatz.
Der erste Etappensieg entstand aus dem Chaos des Sturzes auf dem letzten Kilometer, in Sofia schlug er Milan und Co. in einem "normalen Sprint". Seine belgische Equipe hatte bei beiden Etappen die volle Kontrolle über das Geschehen. Mit dem erfahrenen Jasper Stuyven als "Guide" an seiner Seite wurde Magnier exzellent im Sprintfinale abgesetzt.
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Spannung im Massensprint auf 3. Etappe: Magnier schlägt Milan

Quelle: Eurosport

Auch im Kampf um das Punktetrikot hat der Franzose jetzt klar die Favoritenposition inne. 41 Punkte beträgt sein Vorsprung auf Milan bereits, obwohl der Italiener an den Zwischensprints punktete, die Magnier bisher noch ausgelassen hatte. Der Youngster surft auf einer Erfolgswelle und könnte diese auch in den kommenden Tagen bei den nächsten zu erwartenden Massensprints noch für sich nutzen.

2. Sevilla unermüdlich ins Bergtrikot

Sechs Bergwertungen wurden an den ersten drei Tagen des Giro in Bulgarien ausgefahren. Fünf davon entschied Sevilla für sich. Von 543 gefahrenen Kilometern befand sich der Spanier 491 vor dem Feld. Die Belohnung: Das Bergtrikot für den Mann von Polit-VisitMalta.
Es ist traditionell das Los der kleineren Wildcard-Mannschaften bei einer Grand Tour: Sie sollen sich in Szene setzen und während der Flachetappen Langeweile verhindern. Sevilla und seine italienische Equipe maximieren diese Voraussetzung zur Perfektion.
Die Bildschirmzeit als für die Männer, deren Trikots auch noch die Farben Italiens (und Bulgariens) aufnehmen, könnte kaum größer sein und das liegt vor allem an Sevilla. Er nutzte jede Chance, die ihm von einem in der Anfangsphase passiven Peloton gegeben wurde.
Das Maglia Azzurra sitzt zunächst sehr fest auf seinen Schultern. 30 Punkte hat er Vorsprung auf seinen häufigen Mitausreißer Manuele Tarozzi von Bardiani-CSF 7-Saber. Angesichts seiner Fluchtbemühungen und der relativ wenigen Bergwertungen in den kommenden Tagen dürfte er das Trikot noch mindestens bis zur Blockhaus-Etappe am siebten Teilstück tragen dürfen.
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Diego Pablo Sevilla im Bergtrikot des Giro d'Italia 2026

Fotocredit: Getty Images

Die 50 Punkte, die es dort für den Etappensieger gibt, wird er wahrscheinlich nicht gewinnen, aber er könnte unterwegs genug Punkte sammeln, um auch danach noch in blau unterwegs zu sein. Der Gewinner des Bergtrikots beim Giro ist häufig einer der aktivsten Fahrer, der gut über die Berge kommt, seltener holt es einer der Klassement-Favoriten.
Sevilla hat in diesem Jahr schon das Bergtrikot bei Tirreno - Adriatico gewonnen und sein Erfolgsrezept mit zum Giro genommen. Es ist noch ein weiter Weg bis nach Rom, aber der 30-Jährige hat einen klaren Plan und könnte mit etwas Glück noch lange weiter sein blaues Wunder (er)leben.

3. Silva lebt den Traum im Rosa Trikot

Eine neue Flagge verewigte sich in Veliko Tarnovo unter den Trägern des Rosa Trikots beim Giro und unter den Etappensiegern. XDS-Astana-Profi Silva durfte nach seinem Etappensieg auf dem Weg nach Sofia seinen ersten Tag in Rosa verbringen.
"Ich finde es toll, das Rosa Trikot bis zu den italienischen Etappen zu behalten, das gibt uns zusätzliche Motivation", sagte Silva in der Pressekonferenz nach der Etappe. "Die letzten 24 Stunden kamen mir wie ein Traum vor, es ist unmöglich, das in Worte zu fassen. Auf jeden Fall versuche ich, jeden Moment zu genießen."
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Guillermo Thomas Silva jubelt im Rosa Trikot des Giro d'Italia 2026

Fotocredit: Getty Images

Der Südamerikaner bestreitet seine zweite Grand Tour und dürfte vielen Radsportfans erstmals aufgefallen sein, als er am Ende der zweiten Etappe hauchdünn vor Florian Stork die Ziellinie überquerte. Im vergangenen Monat gewann er die Tour of Hainan in China - nicht unbedingt ein klassischer Weg zur Giro-Vorbereitung für die Favoriten.
Sein Team bewies Vertrauen in Silva, er zahlte es zurück und Astana scheint einen Plan zu haben, wie der knappe Vorsprung von vier Sekunden auch noch eine Weile halten könnte.
"Natürlich wollten wir heute alles tun, um das Rosa Trikot zu behalten", sagte er. "Das Team hat fantastische Arbeit geleistet – wir haben die Ausreißer ziehen lassen und dann das Rennen den ganzen Tag über kontrolliert. Kurz vor dem Ziel haben mir meine Teamkollegen geholfen, im Hauptfeld eine gute Position zu halten. Am Ende hat alles gut geklappt – das Rosa Trikot ist bei uns geblieben, und wir nehmen es mit nach Italien."
Stork versuchte gar nicht, am Zwischensprint sechs Bonussekunden zu ergattern, die zu einem Trikotwechsel geführt hätten. Im Teamvergleich hätte Astana mit Silva, Christian Scaroni, Malucelli und Ballerini in einem solchen Duell wohl die bessern Karten gegen Tudor. Für Silva wird nun darum gehen, auf weiteren mittelschweren Teilstücken wir auf der fünften Etappe nach Potenza erneut zu glänzen. Das Maglia Rosa könnte bis zur superschweren Blockhaus-Etappe auf seinen Schultern verweilen.
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Ackermann nach Sprint sauer: "Die sind alle bescheuert"

Quelle: Eurosport


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