Giro d'Italia: Luca Guercilena plant Revolution – neuer Chef will anderen Termin und ausgewogenere Streckenplanung
Von Niklas Bien
Update 18/09/2026 um 17:06 GMT+2 Uhr
Beim Giro d'Italia könnte es in den kommenden Jahren weitreichende Änderungen geben. Luca Guercilena, der neue Leiter Radsportabteilung beim Veranstalter RCS Sport, möchte der Grand Tour durch Italien eine neue Identität verleihen - auch mit einem veränderten Termin. "Wir müssen uns von der Tour de France lösen", sagte Guercilena der "La Gazzetta dello Sport" und dem "Corriere della Sera".
Highlights: Sprint um letzten Etappensieg - Vingegaard feiert in Rosa
Quelle: Eurosport
Guercilena tritt seinen neuen Job mit einer Mission an: Der Giro soll ein attraktiveres Angebot für Fahrer, Teams und Fans bieten – und die Superstars so noch zuverlässiger anziehen.
"Wir dürfen nicht den großen Namen hinterherjagen. Wir müssen ein Rennen anbieten, das sie anzieht", betonte der neue Leiter der Radsportabteilung von RCS Sport.
Guercilena war von 2013 bis 2026 General Manager beim Team Lidl-Trek und wechselte im September zu RCS Sport, unter anderem Veranstalter des Giro, des Monuments Mailand - Sanremo und der Lombardei-Rundfahrt.
Die großen Namen sollen unter anderem mit einem neuen Termin gelockt werden - vorzugsweise etwas später im Jahr, um die Wahrscheinlichkeit von schlechtem Wetter zu reduzieren und einen größeren Abstand zu den Frühjahrsklassikern zu schaffen.
Neuer Termin für den Giro d'Italia sein
Eine mögliche Terminverschiebung nach hinten würden den Zeitraum rund um die "Festa della Repubblica", den italienischen Nationalfeiertag am 2. Juni, mit in den Giro rücken.
In diesem Jahr fand die Italien-Rundfahrt vom 8. bis zum 31. Mai statt. Mit Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) gewann der größte Name im Starterfeld die Gesamtwertung souverän mit über fünf Minuten Vorsprung auf Felix Gall (Decathlon).
Für mehr Spannung soll der Fokus unter dem neuen Cheforganisator nicht auf dem Vergleich mit anderen Radrennen liegen. Gerade die Vereinbarkeit mit der Tour de France soll künftig weniger Priorität erhalten - könnte sich im Zweifel aber auch negativ auf das Teilnehmerfeld auswirken, weil das Double beider Rundfahrten für die Topfahrer dann nur schwer realisierbar wäre.

Luca Guercilena mit seinem früheren Team Lidl-Trek bei der Tour de France in diesem Jahr
Fotocredit: Getty Images
Mit Blick auf die Streckenführung hat Guercilena ebenfalls schon eine Stoßrichtung im Kopf. Der Giro soll im Idealfall für eine ausgewogene Etappenplanung stehen – sowohl Kletterer als auch Sprinter und Zeitfahrer sollten nach Vorstellung des 53-jährigen Italieners auf ihre Kosten kommen.
Bisher sind die Änderungen nur Gedankenspiele. In der kommenden Saison soll die italienische Grand Tour wie gewohnt im Mai stattfinden.
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