Giro d'Italia - Gestürzt, falsch abgebogen und doch gewonnen: Igor Arrieta feiert Etappensieg nach Drama in Potenza

Igor Arrieta hat in einem höchst dramatischen Finale die 5. Etappe des Giro d'Italia in Potenza gewonnen. Der UAE-Profi aus Spanien stürzte 13 Kilometer vor Schluss in Führung liegend, kam dann an den enteilten Afonso Eulalio wieder heran, weil auch der zu Boden ging. Arrieta musste den Portugiesen nach einem Steuerfehler erneut ziehen lassen, spurtete ihn aber auf der Zielgeraden doch noch ab.

Highlights - 5. Etappe: Brutaler Tag im Apennin mit verrücktem Finale

Quelle: Eurosport

"Ich weiß nicht wirklich, was ich sagen soll. Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg, er bedeutet mir eine Menge - nachdem wegen des Crashs so viele Teamkollegen heimfahren mussten", sagte Arrieta im Sieger-Interview, in dem ihm die Anstrengungen eines durch starken Dauerregen extrem harten Tages deutlich anzumerken waren.
Für das UAE-Team, das am Wochenende durch den Massensturz auf Etappe 2 sowohl Kapitän Adam Yates als auch Jay Vine und Marc Soler verloren hatte, war es nach dem Erfolg von Jhonatan Narvaez auf Etappe 4 am Dienstag der zweite Tagessieg in Folge.
"Ich habe auch nach meinen Sturz noch an den Sieg geglaubt und wusste, dass ich es bis zum Ende versuchen muss. Nach dieser harten Etappe, weiß man nie. Ich war im letzten Kilometer komplett leer, Eulalio ging es aber gleich. Wir hätten beide den Sieg verdient, am Ende habe ich es geschafft", so Arrieta weiter.
picture

Pleiten, Pech und Pannen: Das kuriose Duell um den Tagessieg

Quelle: Eurosport

Der am Ende völlig entkräftete, 24-jährige Portugiese Eulalio vom Team Bahrain Victorious bekam für den verpassten Etappensieg aber ein wertvolles Trostpflaster:
Er übernahm mit nun 2:51 Minuten Vorsprung auf Tagessieger Arrieta das Rosa Trikot des Gesamtführenden. Neuer Gesamtdritter ist der Italiener Christian Scaroni (XDS-Astana / + 3:34).
picture

Eulalio im Rosa Trikot: "Ich wollte unbedingt die Etappe gewinnen"

Quelle: Eurosport

Etappendritter wurde 51 Sekunden hinter Arrieta der Uruguayer Guillermo Silva (XDS - Astana) vor den Italienern Lorenzo Milesi (Movistar / + 1:29), Scaroni (+ 1:30) und Gianmarco Garofoli (Soudal-Quick-Step / + 1:30).
Das Hauptfeld um den bisherigen Träger des Maglia Rosa, Giulio Ciccone (Lidl-Trek), erreichte das Ziel mit 7:13 Minuten Rückstand.
Das 203 Kilometer lange Teilstück von Praia a Mare durchs südliche Apennin nach Potenza war von Beginn an durch widrigste Bedingungen geprägt - mit starkem Dauerregen und auf den Bergen einstelligen Temperaturen.
picture

Regen, Hagel, Chaos, Stürze: Voigt zittert nach 200 Kilometern

Quelle: Eurosport

Dabei dauerte es lang, bis sich die 13-köpfige Ausreißergruppe des Tages um Arrieta und Eulalio bilden konnte, die lange Zeit aber nur rund zwei Minuten Vorsprung vom Hauptfeld zugestanden bekam.
Erst im letzten Renndrittel, nach der schwersten Steigung des Tages, ließ das Peloton locker - just als Arrieta und Eulalio den Rest ihrer Gruppe hatten stehen lassen und auf den letzten knapp 50 Kilometern zu zweit um den Tagessieg kämpften.
Dabei hatte am Ende Arrieta trotz seines Sturzes und eines Steuerfehlers mehr Energiereserven und das bessere Ende auf seiner Seite, als er Eulalio auf den letzten 200 Metern ein- und überholte.
picture

Aldag warnt im Velo Club vor nassen Straßen in Neapel

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen