Giro d'Italia: Lorenzo Milesi fährt gesamtes Einzelzeitfahren mit Kühlweste - "Ein Kardinalfehler des Teams"

Kuriosum im Giro-Einzelzeitfahren: Der Italiener Lorenzo Milesi vergaß, vor dem Start seine Kühlweste auszuziehen, absolvierte die gesamten 42 Kilometer damit und landete am Ende in Massa trotzdem auf dem neunten Platz. "Ein Kardinalfehler des Teams", urteilte Eurosport-Experte Jens Voigt. Milesi selbst nahm den Fauxpas mit Humor. Er ist schließlich nicht der Erste, dem so etwas passiert.

Kurios! Milesi fährt mit Eisweste in Top 10: "Vergessen, sie auszuziehen"

Quelle: Eurosport

Milesi grinste bereits, als Eurosport-Reporter Anders Mielke ihm das Mikrofon hinhielt und sagte: "Du hast da gerade etwas ausgezogen ..."
"Ja, ich habe vor dem Start vergessen, die Kühlweste abzulegen", lachte der Italiener und erläuterte: "Ich habe es direkt bemerkt, als ich losgefahren bin. Aber da war es schon zu spät. Ich habe mir nur gesagt: Okay, ich fahre einfach nach meinem Plan und dann mal sehen, wie es läuft."
Tatsächlich lief es sogar sehr gut. Milesi verlor zwar 2:40 Minuten auf seinen siegenden Landsmann Filippo Ganna, aber eben nur 46 Sekunden auf den Zweitplatzierten Thymen Arensman.
Ein wahres Spitzenergebnis für den 24-Jährigen.

Übergabefehler am Start von Milesi

Eurosport-Experte Rolf Aldag erklärte im Velo Club, dass ein Anhalten zum Ausziehen der Weste keine Option gewesen sei und schilderte das normale Vorgehen:
"Es war offenbar ein Fehler in der Übergabe. Es gibt ja den Warm-Up-Bereich am Bus, da fährt er in Kühlweste los und das ist alles noch richtig, um möglichst lange die Körpertemperatur niedrig zu halten. Dann kommt er am Start an. Dort ein anderer Pfleger und da passierte der Übergabefehler. Dort hätte man ihm die Weste abnehmen müssen."
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"Kardinalfehler des Teams" - Voigt und Aldag besprechen Eiswesten-Fauxpas

Quelle: Eurosport

Dass das nicht geschah, war laut Eurosport-Experte Jens Voigt klar der Fehler der Teambetreuer - und nicht des Fahrers selbst. Der Ex-Profi bezeichnete es als "Kardinalfehler der Mannschaft", dass niemand die Kühlweste am Körper des Italieners bemerkte. "Die Mechaniker wischen ja oft nochmal den Reifen ab direkt vor dem Start", gab er zu bedenken. Es hätte auffallen müssen.
Milesi selbst sei am wenigsten ein Vorwurf zu machen. "Du bist unglaublich hippelig vor dem Zeitfahren – auch wenn du nicht der Top-Favorit bist, bist du trotzdem aufgeregt. Tatsächlich denkst du in den letzten Momenten nicht mehr von Zwölf bis Mittag. Da kannst du gar nicht mehr klar denken."

Milesi: "Jetzt ist die Weste nicht mehr kalt"

Milesi nahm es letztlich mit Humor. "Jetzt ist die Weste nicht mehr kalt", meinte er im Ziel. Und etwas ernster: "Sicher hätte ich ohne die Weste besser sein können. Das ist wieder etwas zum Lernen."
Übrigens: Mit seiner Vergesslichkeit hat sich Milesi in einen illustren Club einsortiert. Vor dem Auftaktzeitfahren der Tour de France 2022 in Kopenhagen vergaß Geraint Thomas ebenfalls, seine Weste auszuziehen und fuhr mit ihr durch den Regen - wenn auch damals ohne Kühlelemente.
Und Chris Froome bestritt das Tour-Zeitfahren 2012 in Lüttich mit Wattepads in den Nasenlöchern.
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Voigt im Velo Club über Vingegaard: "Unter den Erwartungen geblieben"

Quelle: Eurosport


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