Giro d'Italia: Netcompany-Ineos-Kapitän Egan Bernal von Ben Turner bei 4. Etappe "gerettet" - Chance auf Sieg geopfert

Der heimliche Held der 4. Etappe des Giro d'Italia war Ben Turner. Der Netcompany-Ineos-Fahrer ließ sich als am einzigen langen Anstieg des Tages nicht abhängen und half sogar seinem Kapitän Egan Bernal in der folgenden Abfahrt, wieder Anschluss an die Gruppe der Favoriten zu finden. Im Sprint blieb dem britischen Vuelta-Etappensieger des vergangenen Jahres dann der vierte Platz.

Bernal über "Retter" Turner: "Hätte die Etappe gewinnen können"

Quelle: Eurosport

"Er war großartig. Er hat mir enorm geholfen und hätte die Etappe gewinnen können, wenn er mir nicht geholfen hätte. Aber das Team hat die Entscheidung getroffen", erzählte Bernal selbst vor dem Start der 5. Etappe am Eurosport-Mikrofon.
Der Kolumbianische Meister konnte dem am einzigen Berg des Tages von Movistar angeschlagenen Tempo 45 Kilometer vor dem Ziel nicht mehr folgen. Turner ließ sich zurückfallen und führte den ehemaligen Tour- und Giro-Sieger wieder an die Spitzengruppe heran. Allerdings dauerte das 30 Kilometer, teilweise bergauf, teilweise bergab und zum Schluss in der Ebene.
Dabei hatte Turner logischerweise viel Kraft verbraucht, die im Schlussspurt dann fehlte. "Es fühlt sich nach einer ziemlich großen Enttäuschung an. Ich hatte gute Beine. Aber ich bin froh, dass wir mit Egan keine Zeit verloren zu haben", sagte der Brite direkt nach dem Zieleinlauf zu Eurosport.
Dort trat auch er einen Tag später wieder zum Gespräch an und fügte nach einer Nacht Schlaf noch an: "Das ist mein Job und dafür werde ich bezahlt. Es war nötig, deswegen ist es gut so."

Turner: "Gut zu wissen, dass die Form da ist"

Wie seine Chancen gestanden hätten, hätte er nicht warten und arbeiten müssen, darüber wollte sich der 26-Jährige nicht auslassen. "Es waren nicht mehr so viele Leute da. Aber es ist schwer zu sagen, ob es ohne die Hilfe ein anderes Ergebnis geworden wäre. Es ist auf jeden Fall gut zu wissen, dass die Form da ist", urteilte Turner vorsichtig. 
Deutlicher wurde Bernal, der das Finale als 27. aus dem Hintergrund betrachtete. "Als ich ihn sprinten sah, wusste ich sicher, dass er gewonnen hätte. Aber Radsport ist ein Teamsport", meinte er.
Und so rettete der Teamplayer Turner den Teamkapitän Bernal vor Zeitverlust – und der zeigte sich dementsprechend dankbar. "Wir sind Freunde. Wir sind nicht nur Teamkollegen. Und man will das Beste für seine Freunde", ärgerte sich der Südamerikaner über seine eigene Schwäche, die bei Netcompany aber vorerst kein Kopfzerbrechen zu verursachen scheint.
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Turner nach "Opfer" für Bernal: "Wir sind Freunde"

Quelle: Eurosport

"Ich mache mir keine Sorgen um Egan. Nach dem Ruhetag und den einfachen Etappen sind vielleicht seine Beine ein bisschen blockiert. Aber das ist kein großes Ding. Es war ein verrückter und superschwerer Tag. Wir müssen da nicht zu viel reininterpretiere", analysierte Turner.
Auch Bernal gab sich zuversichtlich: "Ich hoffe, dass ich in der Endabrechnung vorn dabei bin, damit es das wert war."
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Giro-Strecke: Profil der 5. Etappe - hügeliges Teilstück in Süditalien

Quelle: Eurosport


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