Giro d'Italia: Drei Dinge, die auffielen - bitterer geht's nicht für Team UAE durch den Massensturz auf der 2. Etappe

Spektakel und Drama prägten das Finale der 2. Etappe beim Giro d'Italia in Bulgarien. Erst sorgte ein Massensturz mit drastischen Folgen für eine Neutralisierung des Rennens, dann fühlte Jonas Vingegaard der Konkurrenz mit seiner ersten Attacke auf den Zahn. Schließlich gab es einen historischen Sieg und dank Florian Stork ein Topergebnis aus deutscher Sicht. Drei Dinge, die auffielen.

Highlights: Vingegaard attackiert, Stork glänzt, Sturz schockt

Quelle: Eurosport

Die Ereignisse überschlugen sich förmlich auf den letzten 25 von 221 Kilometern am ersten Giro-Samstag: Die regennasse Straße auf dem Weg zur letzten Bergwertung des Tages wurde einem Großteil des Pelotons zum Verhängnis, als ein schwerer Crash vorentscheidende Auswirkungen auf den Kampf ums Podium dieser 109. Italien-Rundfahrt gehabt haben dürfte.
Im Anstieg selbst ging dann Topfavorit Vingegaard in die Offensive und schnell zeigte sich, wie es um die Kräfteverhältnisse in der Gesamtwertung bestellt ist.
Mit dem erhofften Doppelschlag aus Etappensieg und Rosa Trikot wurde es dann zwar nichts für den Dänen - dafür fehlte einem Deutschen nur ganz wenig zu diesem Coup.
Drei Dinge, die auf der 2. Etappe auffielen:

1. Bitterer geht's nicht für Team UAE

Es scheint fast, als läge bei diesem Giro ein Fluch auf dem Rennstall aus den Emiraten. Schon vor dem Start musste der etatmäßige Kapitän Joao Almeida seine Teilnahme absagen, nun riss der Sturz auf dieser 2. Etappe sechs der acht Fahrer der Mannschaft zu Boden.
Die Bilanz war fast ein Totalschaden aller Ambitionen: Marc Soler und Jay Vine mussten das Rennen im Krankenwagen verlassen, ihre berechtigten Hoffnungen auf Etappensiege, Platzierungen in den Top Ten der Gesamtwertung oder das Bergtrikot nahmen sie dabei mit. Ihr Leader Adam Yates quälte sich derweil noch ins Tagesziel, schmutzüberzogen und blutverschmiert.
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Adam Yates im Ziel der 2. Etappe des Giro d'Italia 2026 schwer vom Sturz gezeichnet

Fotocredit: Getty Images

Am Sonntagmorgen vermeldete UAE, dass der Giro für Yates gelaufen ist: "Adam Yates erlitt schwere Schürfwunden und eine Platzwunde am linken Ohr", hieß es in einem offiziellen Statement: "Er wurde vor Ort zunächst auf eine Gehirnerschütterung untersucht und für fahrtüchtig erklärt, zeigte jedoch später verzögerte Symptome einer Gehirnerschütterung. Er wird heute nicht an der dritten Etappe teilnehmen."
"Bitterer geht's nicht", brachte es Eurosport-Experte Robert Bengsch im Velo Club auf den Punkt.
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Schlimmer Massensturz auf regennasser Fahrbahn! Auch Yates betroffen

Quelle: Eurosport

Kleiner Trost für den Rennstall: So schlecht es am Samstag beim Giro lief, so grandios trumpfte man andernorts auf:
Die Spanierin Paula Blasi macht am gefürchteten Angliru den Gesamtsieg der Vuelta Femenina perfekt und der Franzose Benoît Cosnefroy krönte sich beim GP Plumelec zum Rekordsieger.
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Highlights: Blasi nach beherztem Ritt am Angliru am Ziel aller Träume

Quelle: Eurosport

2. Vingegaard geht Risiko und deckt Karten der Konkurrenz auf

Noch über 3000 Kilometer liegen vor dem Fahrerfeld des Giro, Zeit genug also für die Anwärter auf das Podium, um bei den Bergankünften in Italien um die entscheidenden Abstände zu kämpfen. Doch schon eine Bergwertung der 3. Kategorie kurz vor dem Ziel wollte Vinegaard nutzen, um ein Statement zu setzen. Zweimal verschärfte er mächtig das Tempo und schon hatte sich der allergrößte Teil der Konkurrenz verabschiedet.
Wenige hundert Meter reichten, um seine Rolle als Sieganwärter Nr. 1 klar zu unterstreichen, allein Giulio Pellizzari zeigte sich von den anderen Podiumskandidaten auf Augenhöhe. Damit wurden auch die Kräfteverhältnisse bei Red Bull deutlich, denn Jai Hindley war in dieser Phase sofort distanziert worden, ebenso wie der andere einstige Giro-Sieger im Feld, Egan Bernal (Netcompany). Die sechs Bonussekunden, die er kurz zuvor gewonnen hatte, fing er sich bergan um ein Vielfaches an Rückstand ein.
Nur das Pokerspiel der Spitzenfahrer verhinderte erste spürbare Abstände in der Gesamtwertung und sorgte für den späten Zusammenschluss. "Wir haben alle etwas gezockt, so ist der Radsport", gab sich Vingegaard gegenüber Eurosport locker - aber "er hat die Chance auf den Doppelschlag vergeben", machten die Eurosport-Experten deutlich:
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Analyse zu Vingegaards Giro-Taktik: "Das kann ihn schlagen"

Quelle: Eurosport

"Das Wichtigste für uns alle heute war, heil durch die Etappe zu kommen", erklärte der Däne, deshalb habe man "die Gruppe vor der Abfahrt möglichst weit ausdünnen" wollen, um neue Stürze zu verhindern: Ein Gang ins Risiko also auch aus Sicherheitsgründen. Das Fazit? Vingegaard hat bei diesem Giro nur einen Gegner - "die Rahmenbedingungen können ihn schlagen", so Experte Rolf Aldag, sonst niemand.

3. Stork hofft auf den dritten Anlauf

Bis zwei Meter vor der Ziellinie war Florian Stork noch vorne auf dem Weg zum Etappensieg und dem damit einhergehenden Rosa Trikot. Dann aber schob sich Thomas Silva noch um wenige Zentimeter vorbei, ließ erstmals Uruguay beim Giro jubeln und verwies den Deutschen auf Rang zwei.
Dabei hatte Stork im Finale "clever gepokert und seine Karten gut ausgespielt - er war unheimlich stark", wie ihn Jens Voigt im Anschluss lobte: Denn der Tudor-Profi hatte erfolgreich darauf spekuliert, dass seine Gruppe auf der Zielgeraden noch einmal die Lücke zu Vingegaard & Co. schließen würde. In perfekter Manier sprintete er dann um den größten Erfolg seiner Karriere.
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Nur Zentimeter fehlen: Experten analysieren Storks starken Auftritt

Quelle: Eurosport

"Es wäre möglich gewesen", unterstrich Aldag in der Analyse und befand: "Er hat es drin und es gibt noch einige gute Chancen für ihn - wenn es heute so knapp war, wird es im Verlauf des Giro noch klappen." Nach seinem zweiten Platz auf der 15. Etappe beim Giro 2025 hofft Stork nun also auf den erfolgreichen dritten Anlauf in den kommenden Wochen bis nach Rom.
"Es ist ja erst der zweite Tag", meinte er vielsagend und kämpferisch im Gespräch am Eurosport-Mikrofon.
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Giro-Strecke: Profil der 3. Etappe - Bulgarien-Abschied in Sofia

Quelle: Eurosport


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