Giro d'Italia: Drei Dinge, die am Ätna auffielen - Bora bei Bergankunft auf Sizilien dreifach belohnt

Die erste Bergankunft des Giro d'Italia 2022 sorgte am Ätna für dreifachen Jubel bei Team Bora-hansgrohe und tiefen Frust bei einigen Favoriten. Während Lennard Kämna auf Sizilien einen Etappensieg feierte, der sein Team nun vor die Qual der Wahl stellt, brachte der Schlussanstieg zum Vulkan das Aus für die Podiumshoffnungen etlicher Topfahrer. Drei Dinge, die uns bei der 4. Giro-Etappe auffielen.

Kämna siegt im Showdown am Ätna: Die Highlights der 4. Giro-Etappe

Quelle: Eurosport

Aller guten Dinge sind drei: Nachdem Lennard Kämna schon im Finale der 1. Etappe mit einer Attacke für Aufsehen gesorgt hatte und im Zeitfahren tags darauf lange die Bestzeit hielt, gelang ihm nun bei der Ankunft des Giro auf italienischem Boden der ersehnte Erfolg.
Am Ende von über 22 Kilometern Anstieg an den Flanken des Ätna holte sich der 25-Jährige den ersten deutschen Sieg beim Giro seit 2019.
Dahinter brachte das Kräftemessen der Favoriten in der Gesamtwertung einige erste Erkenntnisse und böse Überraschungen für ehemalige Gesamtsieger der Rundfahrt.
Als menschlich erwies sich schließlich ein Überflieger.
Drei Dinge, die auf der 4. Etappe auffielen:

1.) Bora kann dreifach jubeln

Der Etappensieg von Kämna war die Krönung eines perfekten Tages für den deutschen Rennstall. Denn nicht nur der 25-Jährige überzeugte am Ätna, auch seine Teamkollegen waren am Schlussanstieg voll auf der Höhe. Drei Bora-Trikots leuchteten in der am Ende 17 Fahrer starken Gruppe der Favoriten, nur Team Bahrain war ebenfalls mit einem Trio dort vertreten.
Damit sind Wilco Kelderman, Jai Hindley und Emanuel Buchmann voll im Soll, was längst nicht alle Topfahrer nach diesem ersten Klettertest von sich behaupten konnten (s.u.). Gerade Buchmann machte mit einer Attacke im Schlussanstieg zusätzlich auf sich aufmerksam und weckte so Hoffnungen auf weitere deutsche Erfolge bei den Fans.
Die geschlossene Teamleistung brachte Bora den Sprung an die Spitze der Mannschaftswertung und in der aktuellen Verfassung könnte sich die Truppe dort lange halten. Gleiches gilt für Kämna in der Bergwertung: Er löste Rick Zabel ab und hat im Kletterklassement einen sehr komfortablen Vorsprung. Es wird spannend sein zu verfolgen, welche Bedeutung der Rennstall den Sonderwertungen auf den weiteren Etappen einräumt, kampflos wird man die Führung jedenfalls kaum abgeben wollen.

2.) Böses Erwachen für Ex-Sieger

So hatte sich Vincenzo Nibali sein Heimspiel auf Sizilien sicher nicht vorgestellt. Der zweifache Gesamtsieger landete am Ätna nur auf Rang 31, fast fünf Minuten hinter Kämna. Dabei hatte er beim Zeitfahren in Budapest noch mit einem eindrucksvollen Auftritt Hoffnungen bei den Tifosi geweckt, dass der Publikumsliebling noch einmal in der Gesamtwertung ein Wörtchen mitreden könnte.
Noch übler erwischte es mit Tom Dumoulin den Giro-Sieger von 2017, der als 53. über neun Minuten Rückstand hatte - obwohl er im Kampf gegen die Uhr fast zum Tagessieg auf der 2. Etappe gestürmt war.
Auch eine Reihe weiterer starker Kletterer erlebte am Ätna eine böse Überraschung: Der Franzose Guillaume Martin, der niederländische Routinier Bauke Mollema, Norwegens Tobias Foss oder auch der Österreicher Felix Gall kommen mit unerwartet viel Rückstand zu ihren Rivalen aufs Festland.

3.) Van der Poel ist auch nur ein Mensch

Ob Straße, Cross oder Mountainbike, ob Klassiker, Zeitfahren oder Sprints - Mathieu van der Poel glänzt auf jedem Terrain des Radsports. Fast jedem. Denn wer geglaubt hatte, der Niederländer würde am "Rollerberg" Ätna mit seiner Klasse und Leidensfähigkeit das Rosa Trikot verteidigen können, wurde eines Besseren belehrt.
Doch der Alpecin-Superstar wurde dennoch seinem Ruf gerecht, denn kampflos gab er sich nicht geschlagen. Er versuchte zu Etappenbeginn, sich mit einer Ausreißergruppe abzusetzen, doch das Feld ließ ihn nicht gewähren. So genoss er seinen letzten Tag im maglia rosa bestmöglich an dem "schönen, aber schweren Anstieg" und warf den Blick auf ein anderes Trikot:
Denn in der Punktewertung liegt MVDP weiter in Führung und auch dort will er nicht einfach so abschenken, wie er Eurosport erklärte: "Ich bin eigentlich für Etappensiege hier, aber wenn die Form auch zur Schlusswoche noch stimmt, könnte das magila ciclamino ein Ziel werden."
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Kämna siegt im Showdown am Ätna: Die Highlights der 4. Giro-Etappe

Quelle: Eurosport

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