Bardet war nach dem Sturz sofort zu seinem Landsmann geeilt und hatte damit alle eigenen Chancen als Mitfavorit des Rennens sofort selbstlos geopfert. Er stand dem Weltmeister bei, aber bis ärztliche Hilfe kam "verging eine Ewigkeit", schilderte der sichtlich unter Schock stehende Sieger der Tour of the Alps den Reportern im Ziel.
"Vier oder fünf Minuten" seien verstrichen, bis endlich ein Arzt an der Unfallstelle gewesen sei, weil durch den Massensturz anfangs die Straße blockiert war.
Ihn habe die "schockierende Szene" so erschüttert, dass er das Rennen nicht beenden konnte, sondern ins Teamauto gestiegen sei, so der Vize-Weltmeister von 2018, dem damals Alaphilippe im Nationalteam mit zur Medaille verholfen hatte.
Vuelta a España
Alaphilippe bangt nach Sturz um WM: "Zeit nicht auf unserer Seite"
UPDATE 03/09/2022 UM 12:49 UHR
Der Sturz sei direkt vor ihm passiert, "bei 80 km/h, keiner wollte bremsen - plötzlich lagen überall Fahrer am Boden, es war wirklich schockierend".
Alaphilippe zog sich bei dem Crash u.a. mehrere Brüche zu. Es war bereits sein dritter schwerer Sturz in diesem Jahr nach einem spektakulären Abflug bei Strade Bianche und einem vom eigenen Teamfahrzeug ausgelösten Unfall beim Flèche brabançonne.

Alaphilippe "konnte nicht atmen"

Alaphilippes Sportlicher Leiter Davide Bramati erklärte, sein Schützling sei bei dem Sturz rund 60 Kilometer vor dem Ziel "gegen einen Baum unterhalb der Straße" gestürzt, Teamchef Patrick Lefévère berichtete, Alaphilippe habe in den Minuten nach dem Aufprall "nicht atmen können".
Teamkollege und Solo-Sieger Remco Evenepoel unterstrich die Gefährlichkeit des bergab führenden Streckenabschnitts: "Ich kenne diesen Teil des Kurses gut, ich wusste, dass der Straßenbelag schlecht war und man besonders vorsichtig sein musste - besonders angesichts des Seitenwindes", so der Belgier.

Schockmoment - schwerer Massensturz überschattet Klassiker

Bardet weiter unter Schock

Am Tag nach dem Drama gestand Bardet, dass es noch immer schwer für ihn sei, Worte für das Erlebte zu finden - "die Verzweiflung in den Gesichtern und die geschundenen Körper nach dem Sturz".
Er denke "an Julian und alle anderen Jungs, die schwer gezeichnet sind und wohl ihr Leben vor sich vorbeiziehen sahen", als es zum Massensturz kam. Der Tour-Zweite von 2016 erinnerte seinen Fahrerkollegen an ihre Verantwortung, wenn sie mit hohem Risiko in folgenschwere Positionskämpfe gehen.
"In einem kurzen Moment kann die Leidenschaft für das Rennen ins Tragische umschlagen."
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