Mailand - Sanremo: Pogacar findet seinen Meister in van der Poel - Monumente-Monster jetzt nach Siegen gleichauf

Tadej Pogacar träumt lange von seinem ersten Sieg bei Mailand - Sanremo, findet seinen Meister aber wie 2023 in Mathieu van der Poel. Mit dem Triumph auf der Via Roma zieht der Niederländer in Sachen Monument-Erfolge mit dem Slowenen gleich (je sieben) und unterstreicht einmal mehr, dass er für den Star der Szene bei den Klassikern ein ebenbürtiger Gegner ist. Kommt es nun zum Roubaix-Showdown?

Highlights: Van der Poel pariert alle Pogacar-Angriffe und siegt

Quelle: Eurosport

Mathieu van der Poel schlug ungläubig die Hände vors Gesicht. Mit verzerrtem Mund und kopfschüttelnd überquerte der Niederländer die Ziellinie auf der berühmten Via Roma wie 2023 als Erster und konnte sein Glück kaum fassen.
"Sanremo zu gewinnen, ist etwas Besonderes, aber dabei noch diese beiden zu schlagen, zwei unglaubliche Fahrer, ist eine große Ehre für mich", sagte der 30 Jahre alte Radprofi von Alpecin-Deceuninck, nachdem er den Monumente-Auftakt des Jahres zum zweiten Mal gewonnen hatte.
Dass er dabei Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) und Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG) erneut bezwingen konnte, machte den Klassikerspezialisten kurzzeitig sprachlos: "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin superhappy."
Mit dem Sieg gelang dem Niederländer ein echtes Statement. Zum zwölften Mal seit 2022 waren er und Pogacar, der vermutlich beste Radprofi dieser Ära, bei Eintagesrennen gegeneinander angetreten. Der Slowene gewann dabei "nur" dreimal, van der Poel ging stattdessen am Samstag zum fünften Mal als Sieger hervor.
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Sieger van der Poel: "Der Beginn war fürchterlich"

Quelle: Eurosport

Van der Poel hält Pogacar an der Cipressa stand

"Es ist schwer zu glauben", stammelte er im Ziel: "Ich war auf den Sieg fokussiert, aber wir wussten, dass Tadej richtig stark sein würde." Schließlich war Pogacar erpicht drauf, La Classicissima im fünften Anlauf endlich zum ersten Mal zu gewinnen. Doch van der Poel zog ihm in der Schlussphase des Rennens den Zahn.
Sein Widersacher hatte es an der Cipressa (24,7 Kilometer vor dem Ziel) und am Poggio (9,1 km) probiert, konnte van der Poel aber nicht abschütteln. Der Antritt des Slowenen an der Cipressa, dem nur van der Poel und Ganna folgen konnten, sei "beeindruckend" gewesen, meinte der Sieger später.
Anders als im Vorjahr war aber auch schon auf dem Weg zur Cipressa klar gewesen, dass sich van der Poel diesmal nicht in den Dienst von Sprinter Jasper Philipsen würde stellen müssen - der Vorjahressieger aus Belgien war nach seinem Sturz bei Nokere Koerse am Mittwoch nicht in bester Verfassung und wurde bereits knapp 26 Kilometer vor dem Ziel distanziert.
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Pogacar greift an der Cipressa an - van der Poel und Ganna folgen

Quelle: Eurosport

Van der Poel: "Meine persönliche Ziellinie war am Poggio"

Für van der Poel ging es dagegen bis zum letzten Anstieg nur darum, Pogacar nicht ziehen zu lassen. "Meine persönliche Ziellinie war am Poggio", meinte der Niederländer später: "Ich wusste, dass er versuchen würde, mich da zu distanzieren." Letztlich schüttelte Pogacar dort aber nur Ganna kurzzeitig ab. Der Niederländer hielt dagegen.
"Ich habe mich am Ende richtig gut gefühlt, nachdem es am Anfang mit dem Regen und der Kälte wirklich fürchterlich war. Aber als wir an die Küste kamen, ging es mir immer besser", sagte der später.
Ganz nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" griff van der Poel sogar wie schon bei seinem Sieg 2023 kurz vor dem höchsten Punkt des Poggio selbst an. Auch wenn dieser Versuch diesmal fehlschlug, hatte der Niederländer kurze Zeit später auf der Via Roma das stärkste Finish.
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Der Zieleinlauf: Van der Poel siegt von vorne weg

Quelle: Eurosport

Van der Poel überrascht auf der Zielgeraden

"Die anderen beiden haben vielleicht gedacht, dass ich den Sprint so kurz wie möglich halten will", sagte van der Poel: "Ich denke, ich habe sie mit dem Angriff am 300-Meter-Schild ein wenig überrascht. Ich war mir sicher, dass ich das Tempo bis zur Ziellinie halten kann. Ich denke, das war die richtige Taktik."
Mit seinem Team Alpecin-Deceuninck Mailand - Sanremo zum dritten Mal in Folge zu gewinnen, sei "einzigartig", freute sich der Niederländer über den besonderen Meilenstein.
Der geschlagene Pogacar zeigte sich aber auch als fairer Verlierer. Nach Platz fünf 2022, Rang vier 2023 und Platz drei 2024 ging es für den UAE-Star dieses Jahr nicht noch weiter nach oben. Er müsse das Rennen nochmal genauer analysieren, um zu sehen, woran es gelegen habe, sagte Pogacar bei Eurosport: "Im Moment kann ich nur sagen, dass wir ein gutes Rennen gefahren sind."
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Pogacars exklusive Bilanz: "Das sind die Gesetze der Physik"

Quelle: Eurosport

Mailand - Sanremo zu flach für Pogacar?

Seine eigene Leistung sei sogar "sehr gut" gewesen, zeigte sich der Slowene trotz Platz drei zufrieden: "Meine Beine waren richtig gut. Es hat nur die letzte Power gefehlt, die letzten paar Watt."
"Auf dem Papier" sei das Profil der Strecke von Pavia nach San Remo trotz der knüppelharten Länge von fast 300 Kilometern (289 km) vielleicht auch nicht anspruchsvoll genug für ihn gewesen. "Für mich wäre es besser, wenn der Poggio fünf Kilometer lang wäre und zehn Prozent Steigung hätte", meinte der Seriensieger über den 3,7-km-Anstieg mit 3,7 Prozent Steigung, "aber so ist es leider nicht."
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Pogacar attackiert am Poggio - Ganna hat Probleme

Quelle: Eurosport

So sei es ein schwieriges Unterfangen gewesen, den Frühjahrsklassiker, der ihm in seiner Sammlung von Monument-Siegen neben Paris - Roubaix noch fehlt, zu gewinnen. Er habe "die Gesetze der Physik" eben nicht außer Kraft setzen können. "Man kann hier nicht zaubern", meinte der 26-Jährige, der jedoch auch zugab, dass er "hier und da richtig beißen" musste.

Fährt Pogacar jetzt auch Paris - Roubaix?

"Wir haben alles versucht. Wir wollten das Rennen explosiv halten, aber es war leider nicht genug. Zwei andere waren heute besser", sagte er fair. In Sachen Monument-Ssiege musste er den Niederländer nun mit ihm gleichziehen lassen (je 7).
MonumentSiege PogacarSiege van der Poel
Mailand - Sanremo02
Flandern-Rundfahrt13
Paris - Roubaix02
Lüttich - Bastogne - Lüttich20
Lombardei-Rundfahrt40
GESAMT77
Der kam nun in 18 seiner letzten 19 Starts bei Monumenten immer Top Ten (außer 2020 13. in San Remo) - Zahlen, an die nicht mal Pogacar herankommt. Noch krasser: Bei sieben seiner letzten acht Starts stand der Niederländer sogar auf dem Podium. Die Ausnahme war hier die Vorjahresausgabe von Mailand - Sanremo, als er sich für den Sieg seines Teamkollegen Philipsen geopfert hatte (10.).
Stellt sich die Frage, ob es in drei Wochen bei Paris - Roubaix (13. April live bei Eurosport und discovery+) erneut zum Aufeinandertreffen der Superstars kommen wird. Pogacar ist beim Kopfsteinpflasterklassiker noch nie angetreten, van der Poel hat die vergangenen beiden Ausgaben gewonnen und gilt auch 2025 als Favorit.
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Radsport: Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck) gewinnt Mailand - Sanremo 2025 vor Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) und Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG)

Fotocredit: Getty Images

Pogacar will es Gilbert nachmachen

Die Frage nach einem Start blockte der Slowene in San Remo brüsk ab. "Kann ich noch nicht sagen", meinte er und bestätigte lediglich, dass er in der Woche zuvor an der Flandern-Rundfahrt teilnehmen wird (6. April live bei Eurosport und discovery+).
Allerdings hatte sich Pogacar die Strecke vor kurzem schon angeschaut - und ein Triumph im Velodrom von Roubaix kitzelt ihn, nach Samstag vielleicht umso mehr.
Vier verschiedene Monumente des Radsports zu gewinnen, hat schließlich seit 1985 nur Philipp Gilbert geschafft (zwischen 2009-2019, nur Mailand - Sanremo nicht).
Bei allen fünf zu triumphieren, war dagegen bis dato nur dem großen Eddy Merckx (19 Monument-Siege insgesamt zwischen 1966 und 1976) sowie dessen belgischen Landsmännern Roger De Vlaeminck (11/1970-1979) und Rik Van Looy (8/1958-1965) gelungen.
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Reißverschluss-Probleme? Pogacar muss rechts ran

Quelle: Eurosport


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