Getty Images

"Habe wirklich geweint": Superstar bewegt von Eisel-Abschied

"Habe wirklich geweint": Superstar bewegt von Eisel-Abschied
Von radsport-news.com

15/01/2020 um 17:20Aktualisiert 16/01/2020 um 08:41

Bernhard Eisel hat auf "Twitter" sein sofortiges Karriereende verkündet. Der Österreicher bekam daraufhin viele positive Rückmeldungen über Social Media. Superstar Mark Cavendish bezeichnete Eisel gar als seinen "Bruder" und erinnerte an gemeinsame Tage auf großen Rundfahrten. Eisel galt im Fahrerfeld als äußerst beliebt aufgrund seiner menschlichen Art und wird als Typ fehlen.

"Wenn Ihr irgendwelche speziellen Erinnerungen an mich habt, würde ich mich freuen, wenn ihr sie mit mir teilt", schrieb Eisel abschließend unter sein Statement und wurde prompt überschüttet mit Erinnerungsfotos von Fans sowie Nachrichten von Ex-Kollegen und auch Medienvertretern.

Alex Dowsett etwa bezeichnete Eisel dabei als "Legende des Sports", Ex-Profi Johnny Hoogerland zollte seinen "Respekt!" und Serge Pauwels dankte seinem früheren Teamkollegen noch einmal öffentlich für seine Hilfe bei seinem Sieg auf der Tour de Yorkshire 2017.

Cavendish nennt Eisel "Bruder"

Besonders emotional wurde Mark Cavendish. "Ich habe aufrichtig geweint, als ich das gelesen habe", schrieb der britische Sprinter auf "Twitter" unter den Abschied seines langjährigen Teamkollegen und Freundes. Cavendish weiter:

"Enger als Teamkollegen, enger als Freunde, wir sind Brüder."

Dann flachste Cavendish sogar ein wenig: "Ich konnte nie eine Diskussion mit Dir gewinnen, aber ich konnte auch nie irgendwo ein Rennen ohne Dich gewinnen. Danke für alles, was Du für mich getan hast. Liebe Dich, mein Freund!"

Cavendish und Eisel lange Teamkollegen

Cavendish und Eisel verbrachten in ihrer Karriere laut den Statistiken von velofacts.com 512 Renntage gemeinsam im Peloton - 454 davon als Teamkollegen bei Columbia, HTC - High Road, Sky und Dimension Data. Dass Eisel in diesem Winter nicht mit Cavendish zu Bahrain - McLaren wechselte, überraschte viele. Ob der Österreicher nicht wollte oder ob ihm das Team kein Angebot unterbreitete, ist nicht bekannt.

Auf "Twitter" antwortete Eisel Cavendish jedenfalls nun wie folgt:

"Ich bin nicht sicher, ob Du jemals eine Diskussion mit mir gewinnen wirst, aber Du wirst auch ohne mich noch mehr Etappen gewinnen! Danke für die Erinnerungen und die Freundschaft - alles Beste in 2020!"

Eisel im Radsport-Umfeld beliebt

Nicht nur Cavendish wird den Österreicher, der sich auch als Fahrervertreter in sportpolitischen Dingen immer wieder für seine Kollegen stark machte und für Journalisten stets ein offener und guter Gesprächspartner war, im Peloton vermissen - gerade wegen Eisels menschlicher Art.

"Ich stehe in tiefer Schuld bei meinen Teamkollegen, den Teammitarbeitern, Rennveranstaltern und Offiziellen, Medienvertretern und Fans dafür, mir den Platz zu geben, um mit ihnen arbeiten zu dürfen. Danke, es war eine tolle Fahrt", schrieb Eisel demütig in seinem Abschiedsstatement.

Video - Klare Kante: Rolf Aldag über Buchmann, Ackermann, Cavendish & Co

17:33