Maximilian Levy zum Sechstagerennen-Heimspiel in Berlin: "Das ist der spezielle Reiz der Sixdays"

Sprintstar Maximilian Levy ist einer der großen Publikumslieblinge beim Sechstagrennen in Berlin, das Eurosport.de ab 23. Januar täglich im Livestream präsentiert. Im Exklusiv-Interview spricht der Berliner vor dem Heimspiel im Velodrom über seine Erinnerungen an die Sixdays, den besonderen Reiz der Vollgas-Action im Bahnradsport für die Fans und seine Ziele für die WM in Berlin.

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Warum sollten die Fans auf jeden Fall zu den Sixdays kommen?
Maximilian Levy: Wegen der bunten Mischung aus Sport, Party und Entertainment, die ein Sechstagerennen ausmacht! Man sieht Topsport, der Spaß macht und wo vielleicht auch nicht alles immer ganz so strikt abläuft wie etwa bei einer WM: Da bleibt auch mal Platz, das Publikum mit einem Augenzwinkern zu animieren. Das ist der spezielle Reiz, der so ein Event ausmacht.
Außerdem ist der Radsport einmalig mit seinen Möglichkeiten, so nah an die Sportler ranzukommen. Wenn jemand mit 70km/h an dir vorbeifährt, während du auf der Tribüne sitzt, ist das schon ziemlich imposant...
Welche besonderen Erinnerungen habe Sie als Berliner selbst an die Sechstagerennen, als Sie junger, begeisterter Fan und Nachwuchsathlet waren?
Levy: Ich war schon bei der WM 1999 in Berlin an der Bahn und fand das damals schon richtig cool. Im Jahr 2000 bin ich dann zum ersten Mal selbst beim Sechstagerennen mitgefahren, damals als U15-Fahrer. Bruno Risi war damals mein Idol, die Schweizer Bahnradlegende, mit der ich später tatsächlich auch noch Rennen gefahren bin. Das sind Erinnerungen aus meiner Jugend, oder wie ich mir Autogramme von Jens Fiedler oder Eyk Pokorny geholt habe - der heute mein Trainer ist. Ich habe schon eine innige Bindung zum Sechstagerennen, über inzwischen mehr als 20 Jahre.
In Berlin starte ich jetzt im Sprint zum 14. Mal, das ist auch einmalig und mit vielen schönen Erinnerungen verbunden.
In Berlin steht nach dem Sechstagerennen dann auch noch mit der WM ein weiteres Heimspiel und Highlight an, das wir auch auf Eurosport live übertragen werden: Was sind die Ziele dort, gerade angesichts der Planungen Richtung Olympia im Sommer?
Levy: Es ist sehr schwierig, weil die WM in einem Olympia-Jahr einfach nicht den gleichen Stellenwert wie sonst hat. So ehrlich muss man sein. Aber es geht dennoch darum, um Medaillen zu kämpfen. Im Teamsprint sind wir aktuell noch nicht ganz vorne dabei, wir werden uns da mit allen Kräften verteidigen müssen, um wenigstens in der erweiterten Weltspitze zu bleiben.
Mir bleibt dann noch das Keirin-Rennen und da ist immer alles möglich, da kann es auch nach ganz vorne gehen. Genau daran arbeite ich - dass ich zuschlagen kann, wenn sich die Chance ergibt. Deshalb ist da eine Medaille ganz klar das Ziel.
Mit welchen ihrer vielen Medaillen von WMs und Olympischen Spielen sind für Sie ganz besondere Erinnerungen verknüpft?
Levy: Mein erster WM-Titel im Keirin 2009 nach einer durchaus schwierigen Saison ist für mich so eine besondere Erinnerung - oder aus der jüngeren Vergangenheit der EM-Titel in Berlin 2017.
Denn davor hatte ich schon Pläne gehabt, meine Karriere zu beenden, mir dann aber das Schlüsselbein gebrochen und musste überlegen: Was mache ich jetzt, will ich das alles noch? Da hatte ich mir dann diese Heim-EM als Ziel auserkoren und das Ding schließlich zu gewinnen nach dieser schwierigen Zeit war supercool. Dieser EM-Titel war sportlich sicher nicht der wertvollste, den ich gewonnen habe: Die Umstände davor aber machen ihn ganz speziell.
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