Die Österreicherin Anna Kiesenhofer hat in sensationeller Weise dem Olympischen Straßenrennen der Frauen ihren Stempel aufgedrückt und mit einem Start-Ziel-Sieg die Goldmedaille erobert.
Die 30-Jährige war sofort nach Freigabe des 137 Kilometer langen Rennens vom Musashinonomori Park zum Fuji International Speedway in die Offensive gegangen und hatte mehrere weitere Fahrerinnen mit sich gezogen, ehe sie mit der Polin Anna Plichta und der Israelin Omer Shapira 40 Kilometer vor dem Ziel ihre letzten verbliebenen Begleiterinnen abschütteln konnte.
"Es ist noch schwer zu begreifen. Wenn man bei den Interviews wiederholt, dass man Olympiasiegerin ist, dann wird es ein bisschen mehr wahr. Ich glaube, das ist die schwerste Medaille, die ich jemals um meinen Hals hatte", sagte Kiesenhofer dem "ORF": "Heute hat einfach alles gepasst. In einem Straßenrennen spielt immer der Faktor Glück eine große Rolle. Ich hatte den Mut zu attackieren und war am Ende die Stärkste unter den Ausreißerinnen.“
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Mit 1:15 Minuten Rückstand kam Annemiek van Vleuten aus dem hoch favorisierten niederländischen Team ins Ziel und jubelte fast ebenso ausgelassen wie die neue Olympiasiegerin. Die Ex-Weltmeisterin ging davon aus, Nachfolgerin ihrer Landsfrau Anna van der Breggen zu sein, die in Rio 2016 Gold im Straßenrennen gewonnen hatte. Offensichtlich hatten die Favoritinnen die enteilte Kiesenhofer nicht mehr auf der Rechnung, was auch erklärt, warum die Niederländerinnen erst spät das Tempo anzogen.

Gold-Coup im Straßenrennen: Kiesenhofers finale Meter ins Glück

Lisa Brennauer nach Platz sechs: "Am Ende war der Ofen einfach aus"

"Ich habe gemischte Gefühle. Zunächst einmal bin ich sehr stolz auf meine erste olympische Medailler", sagte die 38-jährige van Vleuten, die in Rio 2016 in Führung liegend schwer gestürzt war. "Es ist vielleicht nicht das Ergebnis, auf das wir gehofft haben, wir haben auf Gold gehofft, aber ich persönlich denke, dass ich ein gutes Rennen gefahren bin, genau wie das gesamte niederländische Team.“
Bronze ging an die Italienerin Elisa Longo Borghini (+1:29), Vierte wurde die Belgierin Lotte Kopecky (+1:39), die sich kurz vor dem Ziel ebenfalls noch aus der Gruppe der Favoritinnen hatte lösen können.

Sie glaubte, sie hätte gewonnen: Rad-Drama um van Vleuten

Im Sprint der Verfolgerinnen sicherte sich die Niederländerin Marianne Vos - Olympiasiegerin von 2012 - den fünften Platz vor der Deutschen Meisterin Lisa Brennauer, die nach einer starken Vorstellung Sechste wurde. "Das Podium wäre bei mir drin gewesen. Aber am Ende war der Ofen einfach aus", sagte die 33-jährige Kemptenerin zur verpassten Chance auf Edelmetall.
Kiesenhofers Gold ist die erste österreichische Goldmedaille seit Kate Allen im Triathlon 2004 in Athen. Zuletzt hatte Adolf Schmal 1896 ebenfalls in Athen Gold für Österreich im Radsport geholt.
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(radsport-news/SID)

Highlights: So stürmte Kiesenhofer zum Sensationsgold

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