Paris - Roubaix 2026: Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel im Showdown der Superhelden - Jens Voigt über Favoriten

Am Sonntag findet die 123. Ausgabe von Paris - Roubaix statt. Mit Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel ist in der "Hölle des Nordens" ein Spektakel auf allerhöchstem Niveau garantiert. Ersterer mag zwar als großer Favorit auf den Sieg in das dritte Monument des Jahres starten, doch die Königin der Klassiker ist unberechenbar. "Da kann es immer Drama geben", sagte Eurosport-Experte Jens Voigt.

Fünf Monumente in einem Jahr gewinnen? Pogacar: "Ich werde es versuchen"

Quelle: Eurosport

Das Debüt von Tadej Pogacar vor einem Jahr bei Paris - Roubaix hielt so manche Lektion für den slowenischen Superstar bereit.
Aufgrund eines Sturzes knapp 40 Kilometer vor dem Ziel verlor er den Anschluss an seinen Dauerrivalen Mathieu van der Poel, wenig später hielt ihn ein weiterer Defekt auf. Auf den finalen 15 Kilometern verließen Pogacar schließlich spürbar die Kräfte.
Zwölf Monate später greift der viermalige Gesamtsieger der Tour de France erneut an und könnte sich nach seinen Siegen bei Strade Bianche, Mailand - Sanremo und jüngst bei der Flandern-Rundfahrt nicht mit einer breiteren Brust in die "Hölle des Nordens" begeben.
"In Tadejs Interesse ist es, das Rennen so früh wie möglich zu gestalten und die anderen zum Explodieren zu bringen", erklärt Eurosport-Experte Jens Voigt im Interview. "Wir werden einen ähnlichen Verlauf wie im vergangenen Jahr sehen. Aber Mathieu ist nur eine Reifenstärke hinter Tadej."

Paris - Roubaix stellt selbst Pogacar vor Probleme

Doch trotz aller Dominanz in den zurückliegenden Wochen wird das einzige von fünf Monumenten, welches Pogacar bisher nicht für sich entscheiden konnte, alles andere als ein Selbstläufer. "Roubaix ist Roubaix. Da kann es immer Drama geben: Egal ob ein Sturz oder ein Defekt an ungünstiger Stelle", merkte Voigt an.
Gerade der Schlagabtausch mit van der Poel in der vergangenen Saison blieb in Erinnerung: "Sogar Pogacar ist vor einem Jahr gestürzt, obwohl sie nur zu zweit da vorn waren", erinnerte Voigt.
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Highlights: Ausscheidungsfahren der Superstars in Flandern

Quelle: Eurosport

Vielleicht spürte der 27-Jährige bei seiner Premiere ungewohnten Druck, "nahm die Kurve einfach zu schnell oder es war einfach die mangelnde Ortskenntnis, weil er noch nicht zehnmal bei Roubaix am Start war."
Darüber hinaus lauert auf den knapp 258 Kilometern mit 55 Kilometern auf Kopfteinpflaster hungrige Konkurrenz. Voigt: "Unvorhersehbares Drama kann am Sonntag eine große Rolle spielen - und plötzlich fahren Mads Pedersen, Wout van Aert und Filippo Ganna um Platz eins oder zwei, wenn die beiden Superstars nicht den perfekten Tag haben."

Pogacar erinnert vor Roubaix an Cancellara und Sagan

Der perfekte Tag - wie sieht der überhaupt für einen Alleskönner wie Pogacar aus?
Bei Mailand - Sanremo etwa pflügte der Giro-Sieger von 2024 selbst nach einem Sturz durch das Feld und schnappte sich den Sieg, die Strade Bianche entschied er derweil mit einem 80-Kilometer-Solo für sich - oder mit anderen Worten: Ein Pogacar braucht gar keinen "perfekten Tag".
Doch wie stellt man sich einer solchen Dominanz entgegen? "Bei der Flandern-Rundfahrt hat niemand auch nur eine Radlänge mit ihm gearbeitet. Das war aber auch die richtige Entscheidung der anderen Mannschaften", so Voigt. "Man füttert ja auch nicht den Wolf, der dich fressen will."
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Tadej Pogacar bei seinem Sieg bei der Flandern-Rundfahrt

Fotocredit: Getty Images

Dieses Vorgehen gibt ein klares Bild ab: "Die Welt gegen den Superstar. Das erinnert an die Zeiten mit Fabian Cancellara. Er hatte es damals alleine in der Hand, den Sieger zu bestimmen - weil alle gegen ihn gefahren sind", spielte Voigt auf den Schweizer an, zu dessen zahlreichen Triumphen auch drei Siege bei Paris - Roubaix zählen.
Mit Peter Sagan gab es vor nicht allzu langer Zeit einen weiteren Star, der das heutige "Schicksal" von Pogacar teilte. "Mit ihm wollte auch niemand mehr in eine Gruppe gehen, weil er nicht am Berg abgehängt werden konnte und jeden im Sprint schlug. Und jetzt befindet sich auch Pogacar aufgrund seiner Dominanz in der Situation, dass niemand mit ihm fahren will", sagt Voigt.

Van der Poel, van Aert oder Pedersen: Wer ärgert Pogacar?

Eine Woche nach dem Showdown bei der Flandern-Rundfahrt bleibt die Favoritengruppe bis auf eine Ausnahme dieselbe: Remco Evenepoel verzichtet auf seine erstmalige Teilnahme an Paris - Roubaix. An seine Stelle in der Spitze rückt dafür ein prominenter Italiener.
"Filippo Ganna wird eine ähnliche Rolle spielen wie Remco in Flandern", meint Voigt. "Er ist eine neue und nachgewiesenermaßen starke Kraft und ein Gegengewicht zu den beiden Superstars."
Neben dem zweimaligen Zeitfahr-Weltmeister sowie den beiden Topfavoriten Pogacar und van der Poel sei laut dem 54-Jährigen auch - wie zuvor angedeutet - mit van Aert und Pedersen zu rechnen.
"Diese fünf Namen werden das Podest zu 100 Prozent unter sich ausmachen. Da wird es keine Ausnahmen geben. Dafür ist das Rennen einfach zu wichtig und zu groß", so Voigt weiter. "Es wird keine Fluchtgruppe geben, keine Überraschung, die sich am Hinterrad der Favoriten durchmogelt. Das wird wieder einmal der große Showdown der Legenden."
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Quelle: Eurosport

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