Paris-Roubaix 2026: Mads Pedersen und seine "unglaublich steile Formkurve" - Jens Voigt glaubt an nächsten Podestplatz
Publiziert 07/04/2026 um 15:00 GMT+2 Uhr
Mads Pedersen hat einen denkbar schlechten Saisonstart erwischt. Im ersten Rennen seiner Saison hatte sich der Däne das linke Handgelenk und das rechte Schlüsselbein gebrochen und büßte somit wichtige Praxis für die Klassiker-Saison ein. Doch der 30-Jährige meldete sich mit Top-Ergebnissen zurück und wird laut Eurosport-Experte Jens Voigt auch bei Paris-Roubaix eine ganz große Rolle spielen.
Zum dritten Mal: Pogacar jubelt bei Flandern-Rundfahrt
Quelle: Eurosport
"Es spielt keine Rolle, ob es knapp ist oder wie knapp es ist. Wenn du nicht dranbleibst, bleibst du nicht dran - und ich bin nicht dran geblieben", lautete das nüchterne Fazit von Mads Pedersen von Lidl-Trek nach Platz fünf bei der Flandern-Rundfahrt.
Rund 55 Kilometer vor dem Ziel fiel der Däne aus dem Kampf um den Sieg, nachdem der spätere Sieger Tadej Pogacar wieder einmal eine Attacke gesetzt hatte.
"Sie waren einfach schneller als ich. Aber ich habe es letzte Woche schon oft gesagt: Genau in solchen Momenten fehlt mir wegen der Verletzung noch etwas - und das hat sich heute wieder gezeigt", haderte Pedersen.
Bei einem schweren Sturz auf der ersten Etappe der Valencia-Rundfahrt Anfang Februar hatte sich der 30-Jährige das linke Handgelenk und rechte Schlüsselbein gebrochen - und kam deutlich früher zurück als erwartet. Nun gräbt er nach dem letzten Quäntchen.
Dämpfer zum Saisonstart wurmt Pedersen
Für die Top Vier - Pogacar, Mathieu van der Poel, Remco Evenepoel und Wout van Aert - mag es am vergangenen Sonntag nicht gereicht haben. Nichtsdestotrotz war der Straßenweltmeister von 2019 deutlich der beste unter den Verfolgern.
"Ich schlage immer noch andere Fahrer, die in Topform sind und keine Verletzungen hatten", merkte Pedersen an, der 1:40 Minuten vor dem Sechstplatzierten Florian Vermeersch über die Ziellinie gerollt war. "Deshalb können wir mit dem heutigen Ergebnis durchaus zufrieden sein."
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Highlights: Ausscheidungsfahren der Superstars in Flandern
Quelle: Eurosport
Ersten Prognosen nach seiner Verletzung zufolge hätte Pedersen frühestens bei der Flandern-Rundfahrt wieder ins Geschehen eingreifen können. Doch bereits eineinhalb Monate nach dem Sturz kehrte er überraschend zurück und fuhr bei Mailand-Sanremo prompt auf Rang vier.
Ein dickes Ausrufezeichen - trotzdem wurmt Pedersen der Dämpfer zum Saisonstart. "So war es eine ganz andere Herangehensweise an die Klassiker-Saison", gab er im Interview mit Eurosport zu bedenken. "Wir werden sehen, ob wir gut genug sind, wenn die ganz großen Rennen anstehen. Aber wenn ich nicht glauben würde, dass es für den Sieg reicht, würde ich das Rennen daheim auf dem Sofa verfolgen."
Voigt: "Mads hat eine unglaublich steile Formkurve"
Seinen Optimismus verbreitete er mit seinem gewohnt schelmischen Lächeln. Hat sich der Lidl-Star für das dritte Monument des Jahres am kommenden Sonntag womöglich ein großes Ziel gesteckt?
"Mads hat eine unglaublich steile Formkurve nach oben", blickt Eurosport-Experte Jens Voigt im Interview auf Paris-Roubaix 2026 (ab 10:30 Uhr live im Stream bei HBO Max) voraus.
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Mads Pedersen (links) und Remco Evenepoel (rechts) bei der Flandern-Rundfahrt 2026
Fotocredit: Getty Images
Die Kampfqualitäten, welche Pedersen bei der Flandern-Rundfahrt unter Beweis gestellt hatte, imponierten dem zweimaligen Tour-Etappensieger. Trotz stark wechselnder Wetterverhältnisse biss sich der dreimalige Sieger von Gent-Wevelgem vorne fest.
"Wenn Mads Pedersen mit den wenigen fehlenden Prozenten Fünfter wird, bin ich davon überzeugt, dass er hinter den beiden Superstars Pogacar und van der Poel garantiert um Platz drei Fahren wird", hob Voigt hervor. Die Erfahrung spricht übrigens auch für Pedersen: In den jüngsten drei Ausgaben von Paris-Roubaix landete er auf den Rängen vier, drei und drei.
Spielt das Roubaix-Drama in die Karten von Pedersen?
Doch man darf die Rechnung nicht ohne die "Hölle des Nordens" machen. "Roubaix ist Roubaix", mahnte Voigt. "Da kann es immer Drama geben, egal ob Sturz oder Defekt. Sogar Pogacar ist im vergangenen Jahr gestürzt, obwohl sie nur zu zweit vorne unterwegs waren."
Wie schnell ein solches Unglück bei der "Königin der Klassiker" passiert, weiß auch Pedersen selbst. Vor einem Jahr fiel er ausgerechnet während einer Attacke seitens Pogacar aufgrund eines Defekts weit zurück, erkämpfte sich aber immerhin noch den dritten Platz. Ob ohne Zwischenfall sogar der große Coup möglich gewesen wäre?
"Unvorhersehbares Drama kann am Sonntag eine große Rolle spielen", unterstrich Voigt. "Und plötzlich fahren Pedersen, van Aert und Filippo Ganna um Platz eins oder zwei, wenn die beiden Superstars nicht den perfekten Tag haben."
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Highlights: Frankreich-Juwel überrascht beim Zeitfahren - Lipowitz stark
Quelle: Eurosport
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