Matxin Joxean Fernández exklusiv - UAE-Boss redet Dominanz in 2025 klein: "Verlieren viel mehr, als wir gewinnen"
Update 21/10/2025 um 13:05 GMT+2 Uhr
Matxin Joxean Fernández, Sportlicher Leiter von UAE Team Emirates-XRG, hat die Dominanz seiner Équipe in der zu Ende gehenden Saison kleingeredet. "Wir haben 95 Rennen gewonnen, aber es stimmt auch, dass wir 280 Rennen gefahren sind. Wir verlieren viel mehr, als wir gewinnen", meinte der Spanier. Als Schlüssel für die Erfolge, die man gefeiert habe, identifizierte er die Einstellung im Rennstall.
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"Bei jedem Rennen, an dem man teilnimmt, muss man davon überzeugt sein, dass man gewinnen wird", sagte Fernández. Man müsse Verantwortung übernehmen und dürfe "keinen Druck auf die Fahrer ausüben, sondern ihnen Vertrauen schenken."
Bei den Vorgaben für das kommende Jahr wollte Fernández sich allerdings nicht allzu sehr festlegen. "Wir haben drei Fahrer unter den fünf besten der Welt - nämlich Tadej Pogacar, Isaac Del Toro und João Almeida - und einen Siegrekord aufgestellt. Unser Ziel für das nächste Jahr ist es, diese privilegierte Position zu halten", erklärte der UAE-Boss.
Von einer Sättigung im Team ob der Fülle an Erfolgen wollte er dagegen nichts wissen. Man habe noch viel zu erreichen - auch Pogacar sei noch lange nicht am Ziel.
"Tadej Pogacar hat natürlich sehr viel gewonnen. Aber wir haben auch schon mit ihm darüber gesprochen. Er hat noch nicht die Vuelta a España, Mailand-San Remo oder Paris-Roubaix gewonnen. Außerdem fehlen ihm die Itzulia, die Romandie oder die Tour de Suisse", merkte Fernández an.
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Merckx-Vergleiche bei Pogacar? "Andere Zeiten"
Vergleiche seines Superstars mit Radsport-Ikone Eddy Merckx hält er allerdings für verfehlt. "Es sind andere Zeiten und es ist ein anderer Radsport", hielt Fernández fest und forderte die Öffentlichkeit auf, mehr im Moment zu leben.
"Ich glaube, wir sollten ihn (Pogacar, Anm. d. Red.) einfach genießen und uns nicht ständig Gedanken darüber machen, ob er einen Rekord aufstellen wird oder ob er besser ist als Eddy Merckx oder irgendein anderer Radfahrer."
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Tolle Geste: Pogacar überlässt Edelhelfer den Sieg in Montréal
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Einen Start des Slowenen bei der Vuelta a España in naher Zukunft, um auch den Gesamtsieg bei der dritten Grand Tour anzupeilen, sieht Fernández in der nahen Zukunft trotz entsprechender Ambitionen aber eher nicht bevorstehen.
Die Platzierung von Tour de France, Vuelta und den Straßen-Weltmeisterschaften im Kalender mache eine Teilnahme an allen drei Veranstaltungen schlichtweg unmöglich.
Pogacars Vuelta-Teilnahme unmöglich?
Das Triple aus Tour, Vuelta und WM würde bedeuten, "dass man vier Monate lang von zu Hause weg ist und in Topform sein muss". Das sei ein Zeitraum, in dem "die Kondition eines Radfahrers physiologisch wirklich zu sehr strapaziert wird", befand Fernández, der allerdings einen weiteren Doppelschlag aus Giro und Tour nicht ausschließen wollte.
Neben Pogacar lobte der Funktionär vor allem den Mexikaner Isaac Del Toro, der 2025 für Furore gesorgt hatte. "Er hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Sogar meine, und ich bin der optimistischste Mensch, wenn es um meine Fahrer geht", schwärmte Fernández.
Einem baldigen Abgang Del Toros erteilte der Teamchef derweil mit einem Augenzwinkern eine Absage: "Ich versichere Ihnen, dass es viel besser ist, neben Tadej zu fahren, als gegen ihn anzutreten."
Besonders beeindruckt zeigte sich Fernández dabei von der Kollegialität seines Youngsters: "Er hat Igor Arrieta in Ordizia (Prueba Villafranca de Ordizia, Anm. d. Red.) sogar einen Sieg geschenkt."
Fernández schwärmt von Del Toro
Das sei "eines der Dinge, die mich persönlich als Sportlichen Leiter des Projekts mit großer Freude erfüllen. Die Tatsache, dass ein Fahrer wie Tadej in Kanada oder Del Toro in Ordizia einen Teamkollegen wie Arrieta, der sein Debüt als Profi gab, gewinnen lässt. Damit hat er mich völlig für sich eingenommen", begeisterte Fernández sich.
Auch Pogacar hatte im September einen Sieg an einen Teamkollegen abgegeben. Der viermalige Tour-Champion überließ beim Grand Prix Cycliste de Montréal seinem Edelhelfer Brandon McNulty den Erfolg.
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