Hotspot hin, Blase her: Pascal Ackermann und seine Bora-Kollegen feierten ihr starkes Abschneiden beim Radsport-Restart in Rumänien wie aus Vor-Pandemie-Zeiten gewohnt mit einem kleinen Umtrunk im Hotel - freilich im Einklang mit allen Sicherheitsregeln. Und weil in Deutschland anders als mancherorts für Karpaten-Rückkehrer keine Quarantäne-Pflicht herrscht, konnte sich der Topsprinter nach dem frühen Heimflug am Montagmorgen schon mit den nächsten großen Ziele befassen.
"Ich bin natürlich superzufrieden und wirklich glücklich, den Saison-Neustart mit Siegen zu beginnen", sagte der 26 Jahre alte Ackermann, der seinen Status als Deutschlands unangefochtene Spurt-Nummer eins nach dem Rücktritt Marcel Kittels mit zwei souveränen Etappensiegen bei der Sibiu-Tour in Siebenbürgen unterstrich.
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Ackermann: "Das Lead-out war perfekt"

Mehr noch: Wie Boras Sprintzug nach mehr als vier Monaten ohne Rennpraxis funktionierte und sogar noch das Crash-Aus von Ackermanns wichtigem Anfahrer Rudi Selig auf Etappe zwei wegsteckte, beeindruckte selbst den blitzschnellen Mann aus Kandel. "Das Lead-out war absolut perfekt, ich musste nur noch über die Linie fahren", sagte Ackermann.
Dass sein letzter Tempomacher Michael Schwarzmann am Sonntag sogar noch Zweiter wurde, zeigte die Stärke der besten deutschen Equipe ebenso wie insgesamt vier Siege bei fünf Teilstücken und der Gesamterfolg des Österreichers Gregor Mühlberger - auch wenn die kleine Rundfahrt um Sibiu nicht übermäßig stark besetzt war.
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"Es war ein geiles Rennen, wir haben gut abgeräumt und sind auf jeden Fall heiß auf mehr Siege", schrieb Selig, der bei seinem Zusammenprall mit einem Auto glimpflich davongekommen war, in seinem Blog bei "radsportnews.com". Er und Schwarzmann sollen Ackermann durch die kommenden Aufgaben sekundieren, der schnellste Deutsche seinerseits hat in Transsilvanien Blut geleckt. "Jetzt geht es in der kommenden Woche zur Polen-Rundfahrt, danach stehen kleinere Etappenrennen an, dann habe ich meinen Saisonhöhepunkt bei der Vuelta", sagte "Ackes".

Schachmann ist Boras-Topmann für Strade Bianche

Ein Start beim WorldTour-Restart am Samstag bei den Strade Bianche in Italien wäre wegen der dortigen Quarantäne-Pflicht für Einreisende aus Rumänien nicht möglich, stand aber ohnehin für Ackermann nicht zur Debatte.
Auf den "weißen Straßen" der Toskana hat Bora in Maximilian Schachmann aber einen anderen Topfahrer dabei - der Berliner hatte bei Paris-Nizza das letzte Rennen vor dem Radsport-Shutdown gewonnen.

Sibiu Tour gutes Zeichen für Buchmann und die Tour

Boras Auftritt in Rumänien war zudem ganz nach dem Geschmack von Emanuel Buchmann. Die große deutsche Rundfahr-Hoffnung greift zwar zum ersten (und einzigen) Mal vor der Tour de France (29. August bis 20. September) bei der Dauphine (ab 12. August) ins Geschehen ein. Doch die Leistungen vor allem Mühlbergers an den Karpaten-Anstiegen untermauern die hohen Ambitionen für die Frankreich-Rundfahrt, wo der Österreicher eine der wichtigsten "Emu-Lokomotiven" sein soll.
"Wir sind bereit für die kommenden Aufgaben", sagte Mühlberger, der das Bergzeitfahren der Sibiu Tour mit mehr als einer Minute Vorsprung gewann, auch mit Blick auf die gemeinsame "Alpen-Abordnung" um Kapitän Buchmann während der Rennpause: "Wir haben schon früh im Juni wieder gemeinsam als Team trainiert im Ötztal, das macht sich jetzt wohl bezahlt."
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