"Wir wissen nicht, wann es so weit ist. Da es eine juristische Angelegenheit ist, wird das wahrscheinlich eine längere Sache", erkläre Lefevere, der zur sportrechtlichen Bestrafung des Niederländers nichts mehr sagen wollte.

Lefevere will sich außerdem gemeinsam mit anderen Teamchefs in den kommenden Wochen und Monaten weiter für mehr Sicherheit in Profi-Radrennen stark machen. Wie der Belgier gegenüber "Het Laatste Nieuws" erklärte, arbeite man derzeit an unterschiedlichen Konzepten für verschiedene Themenbereiche unter dem Oberbegriff 'Sicherheit'.

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11/11/2020 AM 10:18

"Momentan werden Komitees für die verschiedenen Themen geformt und ich hoffe, dass sich die Dinge nun schnell entwickeln. Zum Start der europäischen Straßensaison, dem Omloop Het Nieuwsblad, muss ein konkreter Maßnahmenplan auf dem Tisch liegen und umgesetzt werden", so Lefevere.

Endlich mehr Sicherheit in Sprints

Arbeitsbereiche seien dabei einerseits klarere Regelungen dafür, was beispielsweise im Zielsprint erlaubt oder verboten ist, andererseits aber auch der Einsatz von Video-Schiedsrichtern und vor allem die Absicherung der Strecke an sich. "Das Safety Totem ist eine gute Initiative. Außerdem sollten gefährliche Kurven besser angezeigt werden und es sollte mehr Polsterungen geben", so Lefevere.

Beim Safety Totem handelt es sich um zwei Meter hohe Kunststofftonnen, die von der belgischen Firma Boplan entwickelt wurden. Sie können beispielsweise um Verkehrsschilder herum platziert werden, federn den etwaigen Aufprall eines Fahrers ab, geben außerdem Warngeräusche von sich und können per Blinklichtpfeil auch die Richtung einer Kurve anzeigen.

Darüber hinaus wünscht sich Lefevere beispielsweise an steilen Abgründen das Anbringen von Netzen und auch an den Begleitmotorrädern geräuschgebende Anbauten, um Fahrer zu warnen und Unfälle wie den von Julian Alaphilippe bei der Flandern-Rundfahrt zu verhindern.

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"Schmutzigster Sprinter" als Jury-Chef?

Was den Sprint an sich betrifft, fordert der Belgier mehr Klarheit und will, dass ausschließlich Ex-Fahrer dort Jury-Entscheidungen treffen. "Ich möchte, dass unabhängige Experten beurteilen und schlage vor, dass wir den schmutzigsten Sprinter der Geschichte zum Leiter des Kontrollorgans machen. Die besten Förster waren früher Jäger." Ob er dabei einen bestimmten Ex-Fahrer im Kopf hat, sagte Lefevere nicht, aber er erklärte, warum nur Ex-Profis solche Entscheidungen treffen sollten:

"Wer noch nie Fahrrad gefahren ist, kann nicht beurteilen, was gefährlich ist und was nicht. Es gibt da nämlich viele Abstufungen. Ein Stoß mit der Schulter muss nicht immer gefährlich sein, und ein Ellbogenstoß gegen einen Arm ist beispielsweise gefährlicher, als gegen das Gesäß. Die wichtigste Regel sollte sein, dass ein Fahrer immer seine Hände am Lenker halten muss", so der Belgier.

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