Er hat Tadej Pogacar bergauf geschlagen: Frederik Niessen will Profiradsportler werden - "schon lange mein Ziel"

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Schneller als Tadej Pogacar - an dessen Hausberg in Slowenien. Das ist dem deutschen Amateur-Radsportler Frederik Niessen bei der Pogacar Challenge in Komenda gelungen. Zugegeben: Der slowenische Dominator musste den 15 Kilometer langen Anstieg zum Krvavec mit sieben Minuten Rückstand angehen. Trotzdem war Niessen auch schneller als 1100 andere Amateure. Der Arzt denkt nun größer.

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Quelle: Eurosport

Der 31-Jährige erregte mit seinem Sieg über Pogacar größere Aufmerksamkeit. Das eröffnet ihm auch neue Möglichkeiten: "Den Arztkittel temporär an den Nagel zu hängen, ist eigentlich schon lange mein Ziel", sagte Niessen im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". "Es ist der pure Wahnsinn. Plötzlich fragen Firmen bei mir an, ob sie mir Sportsachen schenken können. Tatsächlich wurde auch schon das Wort Profivertrag in den Mund genommen."
Im Hauptberuf ist Niessen Arzt an einem Krankenhaus in Innsbruck. Es gab wohl schon konkrete Gespräche zu einer beruflichen Neuausrichtung: "Ich möchte jetzt keine Namen nennen. Aber ja, ich habe schon mit einigen Leuten gesprochen. Noch ist nichts in trockenen Tüchern."
Niessen benötigte für den harten Anstieg vor der Haustüre Pogacars gut 45 Minuten - der Tour-de-France-Sieger war rund drei Minuten schneller - nicht genug, um die Hypothek gegenüber dem 31-Jährigen wettzumachen.
"Man ist wie im Delirium, wenn man da hochfährt und aus dem letzten Loch pfeift", erklärte der gebürtige Berliner sein Rennen gegen den Superstar des Radsports. "Währenddessen habe ich mir zwei-, dreimal gedacht: Verdammt, so muss das für die anderen Worldtour-Fahrer sein, wenn sie in einer Fluchtgruppe sind. Und allen da vorn ist klar, dass Tadej die Etappe gewinnen will – und dass fünf Minuten Vorsprung wahrscheinlich nicht reichen werden. Es ist ein absolut wildes Gefühl."

Pogacar wirkte "bescheiden und bodenständig"

Im Ziel gab es Glückwünsche und ein kurzes Gespräch mit Pogacar: "Er wollte wissen, wie ich den Anstieg fand – das ist ja sein Hausberg. Ich habe ihm noch zu seinem Tour-Sieg gratuliert. Es war jetzt kein tieferes Gespräch, aber er wirkte sehr bescheiden, bodenständig, so wie ich ihn bisher aus dem Fernsehen kannte."
Niessen gewann in diesem Jahr bereits andere Jedermann-Rennen, etwa am Großglockner in Österreich. Die "Doppelbelastung" mit dem Berufsleben als Arzt wird zunehmend kompliziert. Möglicherweise ergibt sich durch seinen Erfolg ein alternativer Weg: "Ich möchte einige Sachen in meinem Leben ändern und schätze, dass ich mit den Nachtdiensten im Krankenhaus aufhören muss", sagte er. "Ich habe mich eigentlich entschieden, dass ich weiter nachforschen möchte, was ich im Radsport noch erreichen kann."
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