Vuelta a España: Tadej Pogacar greift nach dem Titel - warum 2026 der ideale Zeitpunkt für einen Start in Spanien ist
Von Jan Zesewitz
Update 05/08/2026 um 09:39 GMT+2 Uhr
Es ist offiziell: Tadej Pogacar wird ab dem 22. August bei der Vuelta a España nach dem Grand-Tour-Triple. Nach fünf Siegen bei der Tour de France und dem Erfolg beim Giro d'Italia 2024 ist für den Slowenen die Zeit endlich reif, zum ersten Mal seit seinem Debüt bei einer dreiwöchigen Rundfahrt 2019 nach Spanien zurückzukehren. Die Rundfahrt hat ihr Aushängeschild - und Pogacar eine große Chance.
Drei Siege beim Debüt: Pogacars fulminanter Vuelta-Auftritt 2019
Quelle: Eurosport
"Wir betrachten es als einen echten Erfolg, dass Tadej kommen kann. Glückwunsch an alle Radsportfans und insbesondere an die spanischen Fans , denn wir werden endlich Tadej Pogacar dabei haben", jubelte Javier Guillén, Direktor der Vuelta, in der Sendung "El Larguero".
Sieben Jahre ließ Pogacar die Spanier warten. 2019 betrat er bei seinem Debüt mit Platz drei und drei Etappensiegen die große Radsportbühne. Nun ist alles anders. Der Slowene ist der große Dominator dieser Sportart, mit Platz drei wird er sich wohl kaum zufriedengeben.
"Er kommt nicht, um die Vuelta zu fahren, er kommt, um sie zu gewinnen", sagte Guilléni "Wir hatten große Hoffnungen für 2024 und 2025, aber uns wurde immer gesagt, dass er erst die Tour fahren müsse, und erst dann würde er die endgültige Entscheidung treffen. Dass sie in Monaco startet, hilft natürlich ein bisschen, weil er dort lebt."
Pogacar ließ sich Zeit mit seiner endgültigen Entscheidung, auch wenn es die Spatzen - in diesem Fall Fürst Albert von Monaco - schon während der Tour von den Dächern pfiffen.
Pogacars perfekter Zeitpunkt für Vuelta-Angriff
Erst weniger als drei Wochen vor dem Start in Monaco hatten die Fans und Veranstalter Gewissheit. Der 27-Jährige hat in Spanien viel zu gewinnen - und geht natürlich als absoluter Topfavorit ins Rennen. Während die Organisatoren jubeln, dürfte mancher Konkurrent um Primoz Roglic, der alleiniger Rekordsieger der Vuelta werden möchte, Felix Gall oder Enric Mas zerknirscht auf die Ankündigung reagiert haben.
Der Zeitpunkt ist für Pogacar ideal. Ging er 2024 und 2025 zwar höchst erfolgreich und unangefochten, aber auch ausgelaugt und erschöpft aus der Tour, so wirkte er diesmal um einiges lockerer. Nach seiner Rekordfahrt nach Alpe d'Huez und mit dem Ausscheiden seines Rivalen Jonas Vingegaard konnte sich der Slowene auf die Verwaltung seines Vorsprungs in der Gesamtwertung und sogar auf Helferdienste für seinen Teamkollegen Isaac Del Toro konzentrieren.
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Fünf Siege bei der Tour de France hat Pogacar schon gesammelt
Fotocredit: Getty Images
Pogacar dürfte fünf Wochen nach dem fünften Toursieg in seiner gewohnten Topform in Monaco beim neun Kilometer langen Einzelzeitfahren starten. Zwei Wochen nach der Schlussetappe in Granada steht das Straßenrennen der WM in Montréal auf dem Programm. Dort könnte er zum dritten Mal in Folge das Regenbogentrikot gewinnen.
Wiederum eine Woche später wartet die EM in seiner Heimat Slowenien, gefolgt von der Lombardei-Rundfahrt zum Saisonabschluss. Bei all diesen Rennen ist Pogacar Titelverteidiger, in Italien gewann er sogar schon fünfmal in Serie.
Gefahren und Chancen für Pogacar
Bei einer Vuelta - noch dazu ohne Vingegaard, Remco Evenepoel und Co. - kann er sich im Rennmodus auf diese Ziele vorbereiten. Und mit Vingegaard "ausgleichen": Der Däne gewann im Frühjahr den Giro und damit alle drei Landesrundfahrten. Lücken im Trophäenschrank soll es für Pogacar nach Möglichkeit nicht geben.
Die Rundfahrt muss natürlich erst gefahren werden, bevor man Pogacar zum Sieger küren darf. Fast das gesamte Rennen findet in Südspanien statt, es dürfte wieder einmal heiß werden. Bei der Tour hat ihn diese frühere vermeintliche Schwachstelle nicht aufgehalten.
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Vuelta a España 2026 - die Strecke in der 3D-Animation
Quelle: Eurosport
Es ist zudem erst das zweite Mal in seiner Karriere, dass er zwei Grand Tours in einem Jahr in Angriff nimmt. Ein schwacher Tag bei der extrem schweren Rundfahrt mit vielen Bergankünften könnte den Traum vom Triple zunichtemachen. 2024 allerdings gewann er ohne größere Schwierigkeiten (und mit zwölf Etappensiegen) Giro und Tour.
Pogacar kam dazu 2026 auf recht wenige Renntage, vor allem im Frühjahr. Er konzentrierte sich auf die großen Klassiker und fuhr nur die Tour de Romandie und die Tour de Suisse vor der Frankreich-Rundfahrt. Für einen Sommer auf Rekordjagd ist er ausgeruht wie nie zuvor.
Pogacar-Attacke schon auf Etappe vier?
Auch die Route der Vuelta passt zu den Stärken des Slowenen. Nach einem kurzen Zeitfahren stehen hügelige Etappen an, die mit einem kurzen Anstieg enden - perfekt für die Explosivität Pogacars. Die 4. Etappe führt ins Hochgebirge rund um Andorra. Analog zur Tourmalet-Etappe bei der Tour könnte er dort schon früh für klare Verhältnisse sorgen.
Vier Pässe stehen auf nur 104 Kilometer Etappenlänge an. Der anspruchsvollste ist der Port d'Envalira zum Auftakt. Zeit für ein weiteres legendäres Pogacar-Solo? Es ist nicht auszuschließen.
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Siege und Show: Die besten Szenen von Pogacar bei der Tour 2026
Quelle: Eurosport
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