Tirreno - Adriatico 2026, Filippo Ganna kritisiert Diätpläne im Radsport: "Sorgenfrei zu sein, ist wichtiger"

Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) hat mit einem bemerkenswerten Statement nach seinem Zeitfahr-Sieg auf der 1. Etappe von Tirreno - Adriatico für Aufsehen gesorgt. Dabei sprach sich der Italiener gegen Diätpläne aus und enthüllte, dass er ohne Hilfe eines Sportpsychologen arbeitet. "Ernährung ist wichtig, planvoll vorzugehen ist gut, aber sorgenfrei zu sein ist wichtiger", erklärte der 29-Jährige.

Walscheid mischt die Elite auf - Ganna im Zeitfahren eine Klasse für sich

Quelle: Eurosport

Während eine kontrollierte Nahrungsmittelzufuhr zwar Vorteile haben kann, funktioniert sie für Ganna nicht.
"Diesen Winter habe ich versucht, mich wirklich auf meine Ernährung zu konzentrieren. Aber nach einer Woche habe ich abgebrochen. Ich habe wieder das gemacht, was ich letztes Jahr gemacht habe und ich glaube nicht, das meine Leistungen besonders schlecht waren. Es kann dir helfen, Gewicht zu verlieren, wenn du weniger isst. Aber als ich mehr gegessen habe, hatte ich weniger Probleme und trotzdem Gewicht verloren", erzählte der zweimalige Zeitfahr-Weltmeister.
Seine Ansichten liegen dabei auch in einem der größten Erfolge seiner Karriere begründet, wie Ganna berichtete: "Ich sehe Dinge in den sozialen Medien, wo junge Profis strenge Diäten befolgen und ihr Essen abwiegen. Das lässt mich schmunzeln und daran denken, wie ich meine erste Zeitfahr-Weltmeisterschaft gewonnen habe, indem ich Nutella, Rührei und Bacon gegessen habe."
Auch im Umgang mit psychologischen Hürden geht der siebenmalige Giro-Etappensieger eigene Wege: "Anders als viele Leute habe ich keinen Mentaltrainer oder Sportpsychologen. Ich rede ich lieber mit meinen Freunden, die nur wenig vom Radfahren wissen, wenn ich Zweifel habe. Sie können mir zeigen, was ich nicht sehe und woran ich wirklich arbeiten muss."
Die Perspektive ist für Ganna erfrischend: "Meine Freunde, ehemalige Fahrer, meine Partnerin und meine Familie denken nicht über Watt und Ernährung nach. Ich spreche lieber mit ihnen, als mich auf jedes Detail zu fokussieren."

Ganna: "Bin nicht so verzweifelt wie viele andere Fahrer"

Ihm selbst hilft eine weniger verbissene Herangehensweise: "Ich mag die methodische Seite des Radfahrens. Ich mag es auch zu recherchieren, aber ich bin nicht so verzweifelt wie viele andere Fahrer."
Am Dienstag wird Ganna versuchen, seine Führung in der Gesamtwertung bei Tirreno - Adriatico zu verteidigen. Auf der 2. Etappe geht es von Camaiore nach San Gimignano (ab 13:45 Uhr im Liveticker).
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2. Etappe: Durch die Hügel der Toskana zum schweren Schlussanstieg

Quelle: Eurosport


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