Dauphiné - Tadej Pogacar irritiert von Taktik von Vingegaard-Team Visma auf Königsetappe: "Das hat mir nicht gefallen"
Auch die berühmt-berüchtigten Tour-Berge Col de la Madeleine (1991 m) und Col de la Croix de Fer (2063 m) konnten Tadej Pogacar auf der Königsetappe des Critérium du Dauphiné nichts anhaben. Der Slowene stellte am Samstag abermals seine Dominanz unter Beweis und schickte damit den nächsten Fingerzeig an die Konkurrenz. Einzig die Taktik von Visma-Lease a Bike sorgte beim Slowenen für Irritationen.
Pogacar hinterfragt Visma-Taktik: "Hat mir nicht gefallen"
Quelle: Eurosport
Gegen einen übermächtigen Gegner kam selbst Tadej Pogacar an diesem Samstag nicht an: die Zeit.
Anders als am Vortag verpasste er diesmal knapp die Zielankunft der parallel zum Critérium du Dauphiné stattfindenden Tour de Suisse Women - dort ist seine Verlobte Urska Zigart am Start.
"Mann, das nervt", entgegnete der Slowene im Siegerinterview scherzeshalber auf die Frage, ob er deshalb sehr enttäuscht sei.
Es blieb das einzige Ziel, das Pogacar an diesem Tag verfehlte.
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Highlights: Lipowitz in Schlagdistanz der Stars - Pogacar überragend
Quelle: Eurosport
Pogacar hängt Vingegaard und Lipowitz ab
Der dreimalige Tour-de-France-Sieger hatte auch auf der Königsetappe alles im Griff und feierte in beeindruckender Manier seinen dritten Tagessieg bei der diesjährigen Dauphiné.
Die Entscheidung fiel dabei rund zwölf Kilometer vor dem Ziel, als sich der Gesamtführende mit einer brachialen Attacke von seinen Verfolgern Jonas Vingegaard und Florian Lipowitz absetzte.
Von da an war der Weltmeister auf und davon, lediglich sein dänischer Rivale Vingegaard konnte den Schaden mit einem Rückstand im Ziel von 14 Sekunden in Grenzen halten.
Sein Rückstand in der Gesamtwertung auf Pogacar beträgt nun 1:01 Minuten, der Slowene ist vor der Schlussetappe am Sonntag damit kaum noch einzufangen.
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Beeindruckend: Pogacar hängt Vingegaard ab und siegt - Lipowitz stark
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Pogacar wundert sich über Visma
Dabei hatte Vingegaards Team Visma-Lease a Bike zuvor mit vereinzelten Attacken versucht, Pogacar aus der Reserve zu locken - letztlich jedoch ohne Erfolg.
"Meine Attacke war eine Art Verteidigung vor einem möglichen Angriff von Visma", äußerte sich der Tagessieger zu seiner Taktik und ergänzte: "Ich konnte ein gutes Tempo bis zum Gipfel halten - ich war wirklich froh, das Trikot auf diese Weise verteidigen zu können."
Etwas verwundert war er jedoch ob der Strategie des niederländischen Rennstalls. "Sie haben gegen Ende des Col de la Croix de Fer attackiert. Ich denke, sie wollten mich in der Abfahrt abhängen und sind in den ersten Kilometern ziemlich riskant runtergefahren. Das hat mir nicht gefallen, aber so ist moderner Radsport", so Pogacar.
Vingegaard trotz Rückstand zufrieden
Dennoch zollte er Vingegaard Respekt. "Jonas war heute wirklich stark - ich wollte aber auch nicht über mein Limit gehen", sagte er und ließ damit die Vermutung offen, dass er für die in drei Wochen anstehende Tour de France (5. bis 27. Juli live auf Eurosport und discovery+) noch genügend Reserven hat.
Auch Vingegaard selbst war mit seiner eigenen Leistung einverstanden.
"Ich konnte seiner Attacke nicht folgen, aber um ehrlich zu sein, glaube ich, dass ich einen guten Job gemacht habe. Ich bin mein eigenes Tempo gefahren, habe am Schluss nicht viel verloren und kann zufrieden mit der Etappe sein", konstatierte er.
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Tadej Pogacar (vorne) und Jonas Vingegaard beim Critérium du Dauphiné
Fotocredit: Getty Images
Lipowitz beißt sich vorne fest
Der Einzige, der mit den beiden Ausnahmefahrern hinauf nach Valmeinier 1800 einigermaßen mithalten konnte, war Lipowitz.
Der Schwabe wurde erneut starker Dritter und verteidigte damit sowohl das weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers als auch den dritten Rang in der Gesamtwertung.
"Wir wollten heute von Anfang an konservativ fahren. Immer dabei sein, aber nie attackieren und bis zum letzten Anstieg warten", sagte der 24-Jährige vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe und fügte an:
"Als Pogi (Pogacar; Anm. d. Red.) attackiert hat, habe ich versucht, mit Jonas mitzugehen, aber ich habe gespürt, dass ich explodieren würde, wenn ich das Tempo zu lange fahre."
Evenepoel ernüchtert: "Meine Beine waren leer"
So wie es etwa Remco Evenepoel passiert ist, der als Fünfter satte 2:39 Minuten auf Pogacar verlor und auch in der Gesamtwertung auf Platz vier abrutschte (+4:11 Min.).
"Es war erneut ein extrem harter Tag", räumte der Soudal Quick-Step-Kapitän gegenüber "Sporza" ein. "Es war ein bisschen wie gestern - meine Beine waren im Finale einfach leer."
Der einzige Trost für den Olympiasieger und alle anderen Tour-de-France-Anwärter: Bis zum Start der "Grande Boucle" bleiben noch drei Wochen.
Aktuell scheint es, als könne kaum etwas Pogacar aus der Verfassung bringen.
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Vingegaard adelt Lipowitz: "Auf ihn müssen wir ein Auge haben"
Quelle: Eurosport
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