Tour de France Femmes - Demi Vollering nach Drama ums Gelbe Trikot in Tränen aufgelöst: "Es ist wirklich schmerzhaft"
VonLukas Fegers
Update 19/08/2024 um 11:12 GMT+2 Uhr
Enger konnte es kaum sein: Vier Sekunden fehlten Demi Vollering nach acht Etappen bei der Tour de France Femmes, um ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Beim epischen Finale hinauf nach Alpe d'Huez kämpfte die Niederländerin nicht nur gegen die Uhr und ihre Konkurrentin Katarzyna Niewiadoma, sondern auch gegen ihren eigenen Körper. Am Ende kamen der 27-Jährigen gleich mehrfach die Tränen.
Vollering calls Tour de France Femmes defeat 'really sour' after costly Stage 5 crash
Quelle: Eurosport
Demi Vollering konnte ihre Emotionen nicht mehr zurückhalten. Eingepackt in die schwarze Teamjacke ihres Rennstalls SD Worx-Protime musste die niederländische Weltklasse-Fahrerin gleich viermal die Tränen aus ihren Augen und von ihren Wangen wischen, zweimal versagte der Gesamtzweiten dieser Tour kurzzeitig die Stimme.
"Im Moment fühlt es sich sehr bitter an, dass ich nur um vier Sekunden verloren habe", sagte Vollering nach ihrem historischen Erfolg in Alpe d'Huez, der trotz aller Mühe nicht zum ganz großen Coup bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt geführt hatte.
Das Gelbe Trikot habe schon auf ihren Schultern gelegen, betonte die Klassementfahrerin, "aber dann war der blöde Sturz da - und ich habe es eigentlich ganz verloren. Es ist wirklich schmerzhaft, jetzt zu wissen, dass es heute nicht gereicht hat."
Der "blöde Sturz", das war Vollerings tragischer Fall auf der fünften Etappe, als die Niederländerin knapp sechs Kilometer vor dem Ziel hart auf der Straße gelandet war. Das Ziel erreichte sie damals 1:47 Minuten hinter der Spitze um Niewiadoma (Canyon/SRAM Racing), ohne Unterstützung ihrer Teamkolleginnen und mit einer großen Schürfwunde an der Hüfte.
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Vollering vs. Niewiadoma: Das Herzschlagfinale in Alpe d'Huez
Quelle: Eurosport
Vollering verlor das Führungstrikot an Niewiadoma, die es schließlich denkbar knapp bis zum dramatischen Schlussakkord dieser Tour vor der Vorjahressiegerin verteidigte - obwohl die Polin den Zielstrich in Alpe d'Huez sogar mit 1:01 Minuten Rückstand hinter Vollering überquerte.
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Katarzyna Niewiadoma
Fotocredit: Getty Images
Vollering mit großen Schmerzen
Bei der wohl epischsten Bergankunft der Tour, die in diesem Jahr erstmals auch von den Frauen erklommen wurde, hatte Vollering ihren zweiten Etappensieg dieser Großen Schleife eingefahren. Bereits auf dem dritten Tagesabschnitt hatte sie triumphiert.
In Alpe d'Huez, so Vollering, sei sie "normalerweise auch in der Lage" gewesen, das Gelbe Trikot zurückzuerobern: "Aber ich hatte heute sehr starke Schmerzen im Rücken. Es war ein großer Kampf gegen mich selbst."
Sie habe "mit allem gekämpft, was ich hatte", erklärte die Niederländerin: "Das war es, was ich tat. Doch es war nicht genug." Bei einer Gesamtsiegerzeit von 24:36:07 Stunden rettete ihre polnische Konkurrentin ganze vier Sekunden Vorsprung ins Ziel.
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Demi Vollering
Fotocredit: Eurosport
Starke Tour trotz verpasstem Gelb
Trotz der großen Enttäuschung und zahlreicher Tränen in Alpe d'Huez aber nahm Vollering auch positive Erinnerungen mit zurück in die Niederlande, wo neun Tage zuvor der Grand Départ der Tour de France Femmes erstmals im Ausland gestartet war.
"Ich habe zwei Etappen gewonnen, ich bin einmal Zweite und einmal Dritte geworden. Ich denke also, dass ich eine sehr gute Tour de France hatte. Nur ein Tag war schlecht", sagte die Niederländerin - und musste sich doch wieder die Tränen abwischen.
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Niewiadoma strahlt nach Coup - Vollering untröstlich
Quelle: Eurosport
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