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Tour de France Femmes tritt aus dem Schatten der Männer-Tour - knappste Entscheidung der gesamten Tour-Geschichte
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Publiziert 19/08/2024 um 15:54 GMT+2 Uhr
Nach einem Sekunden-Drama triumphiert Katarzyna Niewiadoma bei der Tour de France Femmes. Vier Sekunden trennen Niewiadoma von Verfolgerin Demi Vollering. Damit sorgt die dritte Ausgabe der Tour Femmes für die knappste Entscheidung der Tour-Geschichte. Mehr Spannung ist im Grunde kaum möglich - für die Entwicklung des Frauen-Radsports sind die spektakulären Bilder aus Alpe d'Huez ein Segen.
Vollering vs. Niewiadoma: Das Herzschlagfinale in Alpe d'Huez
Quelle: Eurosport
Als Katarzyna Niewiadoma im Radsport-Mekka Alpe d'Huez ihre Freude herausschrie, verlor Demi Vollering an diesem verrückten Tag auch noch ihren zweiten Kampf - den gegen die Tränen.
"Es schmeckt sehr sauer", sagte die entthronte Titelverteidigerin aus den Niederlanden bitter enttäuscht, während Niewiadoma nach einer "unglaublichen Achterbahnfahrt" jubeln durfte. Das Herzschlagfinale zum Abschluss der Tour de France Femmes ließ niemanden kalt - und war feinste Werbung für den Radsport.
Vier Sekunden betrug Niewiadomas Vorsprung am Ende im Gesamtklassement auf Vollering, deren Tagessieg in Alpe d'Huez nicht genügte. Vier Sekunden entschieden über Sieg und Niederlage.
Nach acht Etappen, fast 25 Stunden und insgesamt knapp 150 km im Sattel ein beinahe lächerlich geringer Vorsprung, den Niewiadoma mit letzter Kraft verteidigt hatte.
Als Tagesvierte kämpfte sich die Polin aus dem deutschen Team Canyon/SRAM Racing ins Ziel, fiel nach der extrem anspruchsvollen Abschlussetappe völlig erschöpft vom Rad und erfuhr Sekunden später, dass es gereicht hatte. Erstmals gewann eine Radfahrerin, die nicht aus den Niederlanden kommt, die Tour de France Femmes.
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Vollering calls Tour de France Femmes defeat 'really sour' after costly Stage 5 crash
Quelle: Eurosport
Knappste Entscheidung der Tour-Geschichte
Sie sei am ersten Berg des Tages, am Col du Glandon durch eine "schreckliche Zeit gegangen", sagte Niewiadoma, die Vollering das Gelbe Trikot nach deren bitterem Sturz auf der fünften Etappe abgenommen hatte - und die sich im Herzschlagfinale doch noch rechtzeitig fing: "Ich bin dankbar, diese Woche ist einfach alles aufgegangen."
Aufgegangen ist auch der Plan der Veranstalter des Rennens, das erst seit 2022 in dieser Form ausgetragen wird. Die "Tour Femmes" sorgte für spektakuläre Bilder und bereits bei ihrer dritten Ausgabe für einen geschlechterübergreifenden Rekord.
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"Das ist verrückt!" Niewiadoma reagiert auf Drama in Alpe d'Huez
Quelle: Eurosport
Den für die knappste Entscheidung in der Geschichte der Frankreich-Rundfahrt. 1989 hatten Laurent Fignon in Paris acht Sekunden auf seinen Kontrahenten Greg LeMond gefehlt, noch enger wurde es nur am Sonntag.
Doch nicht nur deshalb bot die Tour jede Menge Werbung für den Frauen-Radsport. Der Start im Ausland, bei den Männern seit Jahrzehnten erprobt, erwies sich als großer Erfolg - fast eine halbe Million Menschen säumten auf den ersten drei Etappen in den Niederlanden die Strecke.
Keine deutsche Klassementfahrerin in Sicht
Und auch die Leistungen der Fahrerinnen beeindruckten nachhaltig: Mit 3900 Höhenmetern, zwei Bergen der höchsten Kategorie und dem fiesen Schlussanstieg nach Alpe d'Huez war das letzte Teilstück mit den Königsetappen der Männer durchaus zu vergleichen.
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Liane Lippert
Fotocredit: Getty Images
Die ARD honorierte dies und übertrug die Etappenentscheidungen erstmals täglich im Ersten - und doch will und muss die Frauen-Tour ihre Professionalisierung in den kommenden Jahren vorantreiben. Denn die Probleme der Sportart bleiben präsent, immer wieder müssen Teams aus finanziellen Gründen aufgeben.
Aus deutscher Sicht ließ die Tour 2024 ebenfalls noch Luft nach oben. Was dem Radsport hierzulande fehlt - im Übrigen wie bei den Männern - ist eine Klassementfahrerin, die um den Titel mitkämpft. Etappenjägerin Liane Lippert landete mit 14:22 Minuten Rückstand als beste Deutsche auf Rang 18.
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(SID)
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Niewiadoma strahlt nach Coup - Vollering untröstlich
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