Tour de France Femes: Antonia Niedermaier überzeugt als Helferin für Kasia Niewiadoma-Phinney - und behält Weißes Trikot
Von Jan Zesewitz
Update 07/08/2026 um 10:02 GMT+2 Uhr
Antonia Niedermaier (Canyon//SRAM) stellte sich als Trägerin des Weißen Trikots der besten Nachwuchsfahrerin und Vierte im Gesamtklassement auf der 6. Etappe der Tour de France Femmes voll in den Dienst ihrer Mannschaftskollegin Kasia Niewiadoma-Phinney. Deren dritter Platz in der Gesamtwertung ist auch dank der Arbeit der Deutschen weiter sicher. Dafür erhielt sie Lob von der Kapitänin.
Highlights: Ausreißerinnen nutzen Gunst der Stunde bei Ventoux-Test
Quelle: Eurosport
Im Finale der 6. Etappe, einem hügeligen Teilstück nach Tournon-sur-Rhone hieß das Fernduell: ELisa Longo Borghini (UAE-L'Imad) gegen Niedermaier. In der Spitzengruppe hielt die Italienerin das Tempo hoch, die Deutsche verhinderte, dass der Abstand zu groß wurde.
Am Ende hatten die sieben Ausreißer 28 Sekunden Vorsprung auf die Favoritengruppe um Niedermaier, Niewiadoma-Phinney und Marlen Reusser im Gelben Trikot. Die Italienerin rutschte damit in der Gesamtwertung zwar an der 23-Jährigen vorbei auf Platz vier, der Schaden hielt sich aber in Grenzen.
"Toni hat einfach das Tempo gehalten", erklärte Niewiadoma-Phinney bei "RSN" die Taktik. "Wir wollten auf jeden Fall nicht all ihre Energie verbrauchen. Einfach das Tempo halten, damit die Ausreißergruppe nicht zwei Minuten Vorsprung bekommt. Es war alles kontrolliert. Es ist schade, dass sie in den Wind gehen musste. Aber sie hat es sehr schlau gemacht. Chapeau an sie. Mit Elisa Longo Borghini weiß man nie. Oft wird sie mit jeder Etappe stärker, wenn man sich ihre Vergangenheit anschaut."
Niedermaier löste mit ihrer Arbeit das Versprechen ein, dass sie schon vor der Tour gegeben hatte: alles für Kasia. Dabei hätte die Deutsche als Zweite beim Giro d'Italia durchaus eigene Ambitionen in Richtung Gesamtwertung stellen können.
Niedermaier vor Ventoux-Etappe in guter Ausgangsposition
Diese stellt sie nun hinten an und könnte trotzdem ein Topergebnis erzielen - und das Weiße Trikot mit nach Hause nehmen. Auch sie weiß aber: "Gelb ist wichtiger als Weiß". 1:17 Minuten fehlen der polnischen Leaderin vor der Etappe zum Mont Ventoux auf das Maillot Jaune von Reusser.
Auch der sportliche Leiter Rolf Aldag erklärte die Taktik eher als Abstands-Management, statt als Einholversuch. "Es ging nicht darum, die Gruppe wieder einzuholen, sondern einfach konstant zu fahren", erklärte er in der "ARD". "Diese 28 Sekunden waren für uns absolut okay. Im Prinzip war Longo Borghini die Einzige, über die man sich Gedanken machen muss, weil die in einer großen Rundfahrt normalerweise immer besser wird. Sie ist jetzt knapp vor Toni. Aber für morgen und Sonntag ist das kein Problem, glaube ich."
In der Wertung um die beste Nachwuchsfahrerin liegt Niedermaier 25 Sekunden vor Isabella Holmgren (Lidl-Trek) und 1:11 Minuten vor Paula Blasi (UAE-L'Imad). Der Ventoux dürfte der Bergspezialistin allerdings liegen. "So ein Anstieg ist gut für uns", sagte die Rosenheimerin nach der Siegerehrung. Es ist schön, dass ich den Ventoux im Weißen Trikot in Angriff nehme."
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