Tour de France Femmes: Spannung, Drama, großer Sport - Demi Vollering, Kasia Niewiadoma-Phinney und Co. machen Werbung
Von Jan Zesewitz
Update 10/08/2026 um 11:37 GMT+2 Uhr
Die fünfte Austragung der Tour de France Femmes endete in Nizza mit der verdienten Krönung der Königin. Demi Vollering (FDJ-Suez) war die stärkste Fahrerin der Rundfahrt und sie bestätigte ihre erfolgreiche Saison. Ein Favoritensieg nach Drehbuch war die Tour aber keinesfalls. Die neun Tage brachten jeden Tag Spannung, Drama und Geschichten - eine bessere Werbung für den Sport gibt es kaum.
Highlights: Vollering und Niewiadoma im spektakulären Duell
Quelle: Eurosport
Fünf verschiedene Trägerinnen des Gelben Trikots gab es zwischen Lausanne und Nizza über neun Etappen und 1174,5 Kilometer. Bei den Männern gab es nach 21 Tagen und der dreifachen Länge: drei. Von Etappe sechs bis 21 in Paris trug Tadej Pogacar das Maillot Jaune extrem sicher auf seinen Schultern.
Der Abstand zum zweitplatzierten Remco Evenepoel betrug 6:26 Minuten, schon in der ersten Woche am Col du Tourmalet war die Männerversion der Grande Boucle praktisch entschieden.
Hiermit sollen die Vergleiche enden - Pogacar und Co. lieferten großen Sport, die Tour de France ist immer ein Spektakel. Die Gegenüberstellung soll etwas anderes zeigen: Die Frauen brauchen die Vergleiche nicht, die Tour de France Femmes ist in ihrer fünften Austragung ein eigenständiges sportliches Großereignis.
Jedes Jahr erklimmen die Frauen einen legendären Anstieg Frankreichs. Der Mont Ventoux war in dieser Edition eine würdige Bühne, um die Leistungen in den Mittelpunkt zu stellen. Und diese boten vor allem Stars wie Kasia Niewiadoma-Phinney und Vollering - die dazu auch noch zwischenmenschliches Drama brachten.
Trikot-Wechsel und Dreikampf: Spannung bei der Tour de France Femmes
Die Tour lieferte alles, was sich der geneigte Sportfan wünschen kann. Es begann mit zwei Siegen der besten Sprinterin der Welt, Lorena Wiebes. Damit konnte man früh einen Haken an die großen Namen setzen, die für die Erfolge sorgten.
Dann gab es auf der dritten Etappe das Solo von Sigrid Haugset. Eine Außenseiterin, die mit 88 Kilometer Alleinfahrt den Sieg und das Gelbe Trikot holte - und auf dem Weg dorthin sogar eine ehemalige Weltmeisterin in Lotte Kopecky auf Distanz hielt. Es war die Underdog-Story dieser Tour, die mit der sympathischen Ungläubigkeit der Norwegerin über das Geschehene nur besser wurde.
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Die strahlende Siegerin: Demi Vollering
Fotocredit: Getty Images
Mit dem Zeitfahren begann der Kampf um das Gesamtklassement. Drei Protagonistinnen stachen in der zweiten Hälfte der Rundfahrt hervor: Marlen Reusser dominierte und behielt Gelb bis zum Mont Ventoux, Niewiadoma-Phinney eroberte den "Riesen der Provence" und übernahm das Maillot Jaune, Vollering attackierte am letzten Wochenende und gewann schließlich die Rundfahrt.
Vor dem Schlusstag in Nizza trennten die Niederländerin und Niewiadoma-Phinney acht Sekunden. Wir setzen einen Haken hinter die Spannung aus sportlicher Sicht.
Tour de France Femmes: Streit, Drama, Versöhnung
Drama? Check. Da war die Diskussion um die Führungsrolle bei UAE-L'Imad mit Elisa Longo Borghini, Paula Blasi und Dominika Wlodarczyk. Longo Borghini sparte nicht mit einer umfassenden Medienkritik über den Umgang mit der jungen Teamkollegin Blasi. Am Ende wurde die erfahrene Italienerin noch Dritte in der Gesamtwertung.
Es folgte das "dumme" (Zitat Reusser) taktische Geplänkel zwischen der Schweizerin und Vollering am Mont Ventoux und natürlich Niewiadoma-Phinneys wütende Vorwürfe in Richtung Vollerings Teamkollegin Célia Gery, die für eine Behinderung der Polin kurz vorm entscheidenden Antritt ihrer Kontrahentin gesorgt haben soll.
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Aussprache auf dem Rad: Niewiadoma und Vollering diskutieren
Quelle: Eurosport
Am Ende stellte Vollering ihre sportliche Überlegenheit am Col d'Eze unter Beweis. Niewiadoma-Phinney bewies als Zweite Größe und entschuldigte sich beim FDJ-Team für ihre Aussagen am Vortag. Sportlichkeit auch im Umgang miteinander? Check.
Was fehlt der Tour de France Femmes nach fünf Editionen noch? In erster Linie weitere Sichtbarkeit. Den Beginn des Monster-Solos von Haugset konnte man nicht in TV oder Stream beobachten, nur zwei Etappen wurden in voller Länge übertragen.
Wann wird die Tour Femmes verlängert?
Direktorin Marion Rousse weiß um dieses Problem und plädiert für die vollständige Übertragung aller Etappen.
Die Frage ist auch, wie viele Teilstücke dies in Zukunft sein sollen. Wann verdient eine Grand Tour diese Bezeichnung? UCI-Präsident David Lappartient stellte schon eine Erweiterung der bisher neun Tage in Aussicht. Teams und Fahrerinnen begrüßen die Pläne, aber auch mit Vorsicht.
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Das Duell der Tour de France Femmes: Kasia Niewiadoma-Phinney gegen Demi Vollering
Fotocredit: Getty Images
Drei Wochen analog zu den Männern fordert niemand, aber zwei Wochen mit Ruhetag, sodass sich die Rundfahrt auf drei Wochenenden erstrecken kann - das wäre denkbar. Und wünschenswert: Der wirtschaftliche Aufschwung im Frauen-Radsport könnte sich mit mehr Etappen fortsetzen, der sportliche Wert in neue Sphären dringen.
Und auch die Qualität steigt im Peloton weiter an. Auch kleinere Teams holen auf und würden die Belastung einer längeren Rundfahrt - sowohl organisatorisch als auch sportlich - bewältigen können. Die Erweiterung wird kommen, sie muss organisch und an das Wachstum im Sport angepasst passieren. Und dann kann man sich auf mehr Spannung, Drama und großen Sport freuen.
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Emotionen im Siegerinterview: "Ich habe an Célia gedacht"
Quelle: Eurosport
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