Ex-Profi Cédric Vasseur kritisiert Preisgelder bei der Tour de France Femmes – nur ein Bruchteil der Männer-Prämien
Von Niklas Bien
Publiziert 11/08/2026 um 15:33 GMT+2 Uhr
Die Dimensionen der Tour de France Femmes und der Tour de France der Männer sind unterschiedlich – das wird beim Blick auf die Dauer, die Zuschauer, die Tradition und auch die Prämien deutlich. Dass das Gesamtpreisgeld der Frauen aber nur halb so hoch ist, wie das des Siegers der "großen" Tour, ist für den ehemaligen Tour-de-France-Etappensieger Cédric Vasseur dann doch ein Grund, sich zu äußern.
Demi Vollering: Die besten Momente zum Gesamtsieg
Quelle: Eurosport
Das UAE Team Emirates-XRG von Champion Tadej Pogacar räumte mit 832.750 Euro bei der Tour de France so richtig ab. Gerade der Gesamtsieg des Slowenen lohnte sich für die Teamkasse – der Titel ist mit 500.000 Euro datiert.
Dagegen wirken die Zahlen bei der Frauen-Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt wenig beeindruckend. Demi Vollering war ihren Konkurrentinnen mit einer Gesamtprämie von 69.900 Euro extrem weit voraus und hievte ihr Team FDJ United-Suez mit 77.080 Euro auf den ersten Platz der Teamwertung.
Dieser schnelle Vergleich zeigt, wie gravierend die Unterschiede sind. Auf den hinteren Plätzen sieht das ähnlich frappierend aus. Sechs Teams der Tour de France Femmes blieben unter 1000 Euro. Die letztplatzierte Mannschaft bei den Männern, Picnic PostNL, kam immerhin noch auf 12.770 Euro.
Die Gründe, auch das gehört zur Wahrheit, liegen auf der Hand: Statt über 21 geht die Frauen-Tour nur über neun Etappen. Zudem ist die Ausgabe der Männer für Sponsoren und TV-Anbieter deutlich attraktiver. Jede Etappe wird vom Veranstalter ASO in voller Länge übertragen, bei der Tour Femmes, die es seit 2022 gibt, nur zwei.
Renndirektorin bittet um Geduld
Die Deutlichkeit der Unterschiede ist für Ex-Profi Vasseur angesichts der steigenden Aufmerksamkeit aber trotzdem zu groß.
Der zweifache Tour-Etappensieger postete die Preisgeldtabelle der Frauen-Tour auf "X", schrieb dazu "Preisgeld mit fünf Millionen Zuschauern ..." und versah den Satz mit drei lachenden Emojis.
Tatsächlich knackten Demi Vollering, Kasia Niewiadoma und Co. im französischen TV einen neuen Zuschauerrekord. Während der siebten Etappe schauten in der Spitze 5,1 Millionen Menschen zu. Die Spitze der Männer lag "nur" bei etwas über 8 Millionen Zuschauern.
Marion Rousse, Renndirektorin der Tour de France Femmes, bat im Gespräch mit der "Deutschen Welle" schon vor der Rundfahrt um Geduld und scheute Vergleiche. Die Ausgabe der Frauen müsse sich erst etablieren.
Die Zahlen dürften daher eher mit denen des ehemaligen Critérium du Dauphiné (jetzt: Tour Auvergne-Rhône-Alpes) verglichen werden.
Bei der Rundfahrt über acht Etappen kassierte Gesamtsieger Isaac Del Toro insgesamt 25.700 Euro - also deutlich weniger als Vollering bei der Tour de France Femmes.
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Quelle: Eurosport
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