Ex-Tour-de-France-Sieger Sir Bradley Wiggins gesteht Drogenabhängigkeit nach Karriere: "Unmengen an Kokain"
VonJan Zesewitz
Update 13/05/2025 um 16:34 GMT+2 Uhr
Sir Bradley Wiggins hat bekannt gegeben, dass er nach seiner aktiven Karriere als Radsportler ein "funktionaler Kokainabhängiger" war. Das schrieb er in seiner Autobiographie "The Chain", die als Serie in der englischen Zeitung "The Observer" veröffentlicht wird. Schon früher wurde bekannt, dass Wiggins auch schon zu aktiven Zeiten unter Depressionen litt und auch danach viele Probleme hatte.
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Quelle: Eurosport
"Es gab Zeiten, in denen mein Sohn dachte, dass ich am nächsten Morgen tot bin", schrieb Wiggins, der seine Sucht erfolgreich verheimlichen konnte: "Ich war ein funktionierender Abhängiger. Die Leute haben es nicht bemerkt. Ich war die meiste Zeit für viele Jahre high." Er habe "Unmengen an Kokain" konsumiert, gab er zu.
Wiggins ist einer der erfolgreichsten britischen Radprofis der Geschichte. Auf der Straße und der Bahn gewann er fünf Goldmedaillen bei Olympischen Spielen, 2012 wurde er im Trikot der Sky-Mannschaft der erste britische Sieger der Tour de France und später von Königin Elisabeth II. zum Knight Bachelor ernannt.
Nach seiner Karriere gab es negative Schlagzeilen um den heute 45-Jährigen. Er machte den sexuellen Missbrauch eines Trainers ihm gegenüber zu Jugendzeiten bekannt und dass er mit Depressionen zu kämpfen hatte - die erfolgreiche Zeit als Profi sei "die wohl unglücklichste Zeit" seines Lebens gewesen. Im vergangenen Jahr berichteten englische Medien, dass Wiggins "bankrott und obdachlos" sei.
"Ich habe unfassbare Mengen an Kokain genommen", schrieb er über seine Sucht. Ich hatte ein ganz übles Problem. Ich musste aufhören. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich hier bin. Ich war ein Opfer meiner Entscheidungen, viele Jahre lang. Ich hatte schon viel Selbsthass in mir, aber ich habe ihn noch erweitert. Es war eine Form der Selbstverletzung und der Selbst-Sabotage."
Wiggins bekam auch Hilfe von Lance Armstrong
Vor rund einem Jahr habe Wiggins laut eigener Aussage seine Sucht ohne fremde Hilfe überwunden.
"Ich erkannte, dass ich ein großes Problem hatte. Ich musste aufhören und habe Glück, dass ich hier bin. Viele Jahre lang war ich das Opfer meiner eigenen Entscheidungen", erklärte Wiggins, der in seiner Erfolgskarriere, die 2016 endete, fünf Olympische Goldmedaillen gewann: "Es gibt für mich keinen Mittelweg. Wenn ich ein Glas Wein trinke, dann kaufe ich Drogen. Meine Neigung zur Sucht war die Linderung des Schmerzes, mit dem ich lebte."
Wiggins offenbarte, auch vom gefallenen Radsporthelden Lance Armstrong Unterstützung erhalten zu haben - ähnlich wie Deutschlands Tour-Sieger Jan Ullrich während dessen Suchtkrise.
"Er hat etwas Ähnliches mit Jan durchgemacht. Sie haben versucht, mich zu erreichen, konnten aber nicht herausfinden, wo ich war", erklärte Wiggins: "Sie hörten tagelang nichts von mir. Aber jetzt kann ich ganz offen über diese Dinge sprechen."
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(mit SID)
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Quelle: Eurosport
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