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Tour de France 2018: Die Tops und Flops der Frankreich-Rundfahrt
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Publiziert 30/07/2018 um 00:46 GMT+2 Uhr
Chris Froome in Paris auf dem Podium zu sehen war keine Überraschung. Dass aber sein Teamkollege Geraint Thomas bei der Siegerehrung das Gelbe Trikot trug, hingegen schon. Vom Waliser in Gelb über das zahlreiche Favoritensterben bis hin zu einem Team mit Auflösungserscheinungen: Die Tops und Flops der Tour de France 2018 - mit Stars, Stürzen und Skandalen aus den drei Wochen bis nach Paris.
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TOPS
GERAINT THOMAS: Vom Edelhelfer zum Toursieger in drei Wochen: Bescheiden, beständig und mit beeindruckender Stärke in den Bergen kürte sich der Waliser erstmals zum Gewinner des Gelben Trikots.
Der 32-Jährige blieb anders als sein als Titelverteidiger entthronter Teamkapitän Chris Froome fehlerfrei und stellte damit auch die Hierarchie im Team Sky auf den Kopf.
PETER SAGAN: Von der Konkurrenz nicht zu stoppen, von den Schmerzen schon gar nicht. Der Weltmeister litt - schwer gezeichnet von einem schweren Sturz - in den Pyrenäen Qualen. Der verdiente Lohn: Das Grüne Trikot. Schon zum sechsten Mal gewann der Allround-Sprinter das Maillot vert, dessen Rekordträger er ist.
Sechs Mal stand vor ihm nur Erik Zabel in Grün auf dem Podest in Paris. Bis zur alleinigen Bestmarke ist es wohl nur eine Frage der Zeit.
QUICK-STEP: Die Traumtour der Blauen begann mit dem Gelben Trikot. Sprint-Shootingstar Fernando Gaviria, im belgischen Team der legitime Nachfolger Marcel Kittels und der Top-Sprinter der Zukunft, gewann den Auftakt in der Vendee und schlüpfte für einen Tag ins Maillot jaune. Zwei Tage später siegte er erneut.
Auch für Quick-Step Floors aktiv: Julian Alaphilippe, zweimaliger Etappensieger und Gewinner des Bergtrikots. Und da wäre natürlich noch Philippe Gilbert, der harte Hund, der spektakulär stürzte, um dann mit gebrochener Kniescheibe 60 km ins Ziel zu fahren.
ROUBAIX: Die einen fürchten es, die anderen lieben es: Ob das Kopfsteinpflaster Nordfrankreichs in das Tour-Programm gehört, wurde kontrovers diskutiert. Für die Zuschauer jedenfalls war die 9. Etappe nach Roubaix ein Segen. Mehr Action geht kaum. Gegen weitere Roubaix-Etappen bei der Tour hätte auch John Degenkolb keine Einwände.
Der Sieger bei der "Königin der Klassiker" feierte seinen ersten Tour-Etappenerfolg.
LAWSON CRADDOCK: Der Toursieger der Herzen. Trotz des letzten Platzes in der Gesamtwertung avancierte der Amerikaner mit dem großen Kämpferherzen zum heimlichen Star der Rundfahrt. Craddock fuhr seit der ersten Etappe mit gebrochener Schulter, spendete für jede beendete Etappe 100 Dollar - und sammelte über einen Aufruf im Internet weit über 150.000 Dollar für wohltätige Zwecke.
FLOPS
POLIZEI: Die Ordnungshüter haben es nicht leicht bei der Tour und machen über drei Wochen fast ausnahmslos eine herausragende Arbeit - keine Frage. Aber die Tränengas-Aktion gegen protestierende Bauern, die dann das Feld zu einer Zwangspause anhalten ließ, um sich kollektiv die Augen zu reinigen, war unverhältnismäßig. Ebenso die Aktion des Streckenwächters, der Chris Froome bei der Abfahrt von der Bergankunft vom Rad holte - beides ging noch glimpflich aus, muss aber Konsequenzen für die Zukunft haben.
FORMEL-1-START: Gut gemeint, schlecht gemacht: Das vermeintliche Spektakel verkam zur großen Lachnummer. Für die "Bergsprint"-Etappe über 65 km in den Pyrenäen hatten sich die Streckenplaner etwas Besonderes ausgedacht. Die Idee: Die besten 20 der Gesamtwertung reihen sich zu Beginn im Formel-1-Stil in einer Startaufstellung auf.
Das Problem: Das Konzept ist für den Radsport unbrauchbar. Nach wenigen Metern hatte das Peloton die gewohnte Formation angenommen.
RICHIE PORTE: Der Australier muss einem leidtun. Die Tour und Richie Porte - es scheint einfach nicht zu passen. Als Gewinner der Tour de Suisse war er als größter Herausforderer von Chris Froome ins Rennen gegangen. Im Vorjahr war er in ähnlich aussichtsreicher Situation auf der 9. Etappe schwer gestürzt. Und bei der Tour 2018? Sturz auf der 9. Etappe, Schlüsselbeinbruch, Tour-Aus.
Ob Pechvogel Porte im kommenden Jahr mit dann 34 Jahren nochmals ganz vorne mitmischen kann, darf bezweifelt werden.
ALPE D'HUEZ: Der Mythos lebt. L'Alpe d'Huez war einmal mehr DIE große Radsport-Party der Tour. Doch nicht jede Feier ist ein wuseliger Spaß. Leider können sich die Gäste zunehmend nicht mehr benehmen, die Grenzen des Tolerierbaren wurden überschritten.
Die legendären 21 Kehren zogen Selbstdarsteller schon immer magisch an. Wenn Fahrer, seien sie noch so kontrovers, aber beschimpft, bespuckt oder sogar physisch attackiert werden, verliert L'Alpe d'Huez viel von seinem Charme.
GIANNI MOSCON: Einer fehlte, als Geraint Thomas am Sonntag an der Seite seiner Teamkollegen dem Zielstrich in Paris entgegenfuhr. Vermisst wurde er nicht: Gianni Moscon. Für einen Schlag gegen den Franzosen Elie Gesbert (Fortuneo-Samsic) während der 15. Etappe wurde der als Hitzkopf berüchtigte Moscon disqualifiziert.
Dass er dadurch den fest eingeplanten Gesamtsieg gefährdete, wird der mächtige Sky-Teamchef David Brailsford nicht verzeihen.
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