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Tour de France: Erste Bergetappe geht an Julian Alaphilippe
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Publiziert 17/07/2018 um 18:08 GMT+2 Uhr
Die erste Bergetappe der Tour de France 2018 hat der Franzose Julian Alaphilippe als Solist für sich entschieden. Das 12. Teilstück von Annecy nach Le Grand-Bornand über vier schwere Anstiege dominierten die Ausreißer, zu denen auch Greg Van Avermaet gehörte, der Belgier verteidigte so sein Gelbes Trikot. Die Gruppe der Favoriten um Chris Froome erreichte das Ziel 3:23 Minuten nach Alaphilippe.
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Es war der erste Etappensieg für Frankreich bei der 105. Tour de France und auch der erste Tour-Erfolg für den 26-jährigen Klassiker-Spezialisten:
Alaphilippe hatte sich am letzten Anstieg des Tages als Solist abgesetzt und kam 1:34 Minute vor seinen einstigen Ausreißerkollegen Jon Izagirre (ESP) und 1:40 vor dem Esten Rein Taaramäe ins Ziel, Van Avermaet folgte vier Sekunden später.
Der Belgier baute seine Führung in der Gesamtwertung auf 2:22 Minuten gegenüber Geraint Thomas aus Großbritannien aus. Einen Rückstand von 51 Sekunden auf die Favoriten-Gruppe mussten u.a. Bauke Mollema, Rafal Majka und Ilnur Zakarin hinnehmen.
Deutlich an Boden verlor der Vorjahres-Zweite Rigoberto Uran, der Kolumbianer kam zweieinhalb Minuten nach Froome an. Warren Barguil, 2017 bester Bergfahrer der Tour, büßte fast elf Minuten auf den Tagessieger und damit alle Chancen in der Gesamtwertung ein. Neuer Spitzenreiter in der Nachwuchswertung ist der Franzose Pierre Latour, Alaphilippe wiederum übernahm das Trikot des besten Kletterers.
Frankreich feiert, Froome wartet ab
Allez les Bleus! Zwei Tage nach dem WM-Triumph der französischen Fußballer hat Julian Alaphilippe auch den Radprofis der Grande Nation einen Festtag beschert. Im blauen Outfit seiner Quick-Step-Mannschaft gewann Alaphilippe die erste Alpenetappe nach Le Grand-Bornand und sorgte für den Premierensieg der Gastgeber 2018. Die Favoriten um Chris Froome hielten die Füße still.
Der 26 Jahre alte Alaphilippe setzte sich nach 158,5 km und vier hohen Pässen mit 1:34 Minuten Vorsprung auf den Spanier Jon Izaguirre (Bahrain-Merida) durch. "Ich bin überglücklich, da steckt soviel Arbeit drin", sagte der Allrounder, der in dieser Saison den Frühjahrsklassiker Flèche Wallonne gewonnen und am Dienstag bereits kurz nach dem Start in Annecy mit rund 20 weiteren Fahrern attackiert hatte.
Für Quick-Step war es nach zwei Sprinterfolgen von Fernando Gaviria der dritte Sieg bei der laufenden Tour und bereits der 50. im Jahr 2018. Mehr hatte seit Einführung der WorldTour zum gleichen Zeitpunkt nur T-Mobile-Nachfolger Columbia-HTC im Jahr 2009 (55) eingefahren.
Da die Anwärter auf den Toursieg angesichts der Strapazen der kommenden beiden Tage beim Hochgebirgsauftakt nicht mehr als das Nötigste taten, verteidigte Van Avermaet das Gelbe Trikot des Gesamtführenden zum siebten Mal in Folge erfolgreich. Der Olympiasieger gehörte ebenfalls zu den Ausreißern um Alaphilippe und erreichte das Ziel noch klar vor der 16 Fahrer großen Favoritengruppe.
In der Gesamtwertung hat Van Avermaet nun 2:22 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Briten Geraint Thomas, der damit weiter vor seinem Sky-Teamkollegen Froome (6./+3:21) liegt. Deutsche Profis hatten am Dienstag nichts mit dem Rennausgang zu tun.
Nachdem die Proteste gegen den aufgrund seiner Asthmamittel-Affäre umstrittenen Froome schon auf den vorigen Etappen selten geworden waren, blieb nun auch auf der ersten Bergetappe alles im Rahmen. Die Heerscharen von Fans an den Anstiegen verhielten sich fair.
Froome mit Defekt auf Schotterpiste
Auf der gefürchteten 1,8 km langen Schotterpassage nach der zweiten großen Bergwertung des Tages auf dem Plateau des Glieres, der ersten unbefestigten Straße bei einer Frankreich-Rundfahrt seit 31 Jahren, erwischte ausgerechnet Froome ein Defekt. Der Sky-Star war kurz isoliert, fand aber am folgenden Anstieg ins Feld zurück.
Sky dominierte wie in den Bergetappen der Vorjahre gewohnt das Bild an der Spitze der Favoritengruppe. "Das ist ihre Taktik, auch in den vergangenen Jahren. Sie drücken dem Rennen ihren Stempel auf", sagte der Berliner Simon Geschke, Helfer von Sunweb-Kapitän Tom Dumoulin: "Sie haben das stärkste Team für diese Etappen." Sky hatte allerdings auch leichtes Spiel: Keiner der Froome-Kontrahenten riskierte eine Attacke.
Abreißen lassen musste kurz vor der letzten Passhöhe der Vorjahreszweite Rigoberto Uran (EF-Drapac), der am Sonntag auf dem Weg nach Roubaix bei einem Sturz schon Zeit verloren hatte und angeschlagen in die Etappe gegangen war. Uran kam mehr als dreieinhalb Minuten hinter Froome und Co. ins Ziel, der Traum vom Toursieg ist ausgeträumt.
Im zweiten Teil der Alpen-Trilogie steht am Mittwoch nach zwei Anstiegen der höchsten Kategorie in La Rosiere die erste Bergankunft der 105. Tour an. Es wird wahrscheinlicher, dass sich einer der Favoriten aus der Deckung wagt. Spätestens wird dies am Donnerstag passieren, wenn es in den Hexenkessel von Alpe d'Huez geht.
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