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Tour de France - Geraint Thomas gewinnt 11. Etappe und übernimmt Gelbes Trikot
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Publiziert 18/07/2018 um 17:41 GMT+2 Uhr
Geraint Thomas (Sky) hat die 11. Etappe der Tour de France über 108,5 km von Albertville nach La Rosiére gewonnen. Damit übernimmt er das Gelbe Trikot. Zweiter wurde Tom Dumoulin (Sunweb) vor Christopher Froome (Sky). Damit setzte sich Froome in der Gesamtwertung auf den zweiten Platz hinter Thomas. Greg Van Avermaet, der bisherige Spitzenreiter, kam mit großem Rückstand ins Ziel.
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Spannung bis kurz vor Schluss. Mikel Nieve (Mitchelton-Scott) führte die 11. Etappe bis wenige hundert Meter vor dem Ziel an. Dann schoss Geraint Thomas mit einem unfassbaren Antritt von hinten heran und holte sich den Tagessieg auf 1855 m Höhe.
Der völlig entkräftete Spanier, der am Ende sogar nur Fünfter wurde, erklärte:
Neben Thomas, Dumoulin und Froome zog auch noch Damiano Caruso (BMC Racing) vor dem Ziel in La Rosiére an Nieve vorbei.
Thomas: "Ich musste auf den Sieg gehen"
Fazit: Das mächtige Team Sky hat mit erdrückender Dominanz das Gelbe Trikot zurückerobert.
Doch der Träger des Gelben Trikots heißt nicht Chris Froome: Edelhelfer Thomas ist bei der ersten Bergankunft der 105. Tour de France zum Etappensieg und ins Maillot jaune geklettert und hat die schwelende Debatte über die Führungsrolle im erfolgsverwöhnten Star-Team befeuert.
Sein Vorsprung auf den zweitplatzierten viermaligen Tour-Sieger beträgt vor dem Alpen-Spektakel in L'Alpe d'Huez am Donnerstag beträgt 1:25 Minuten.
Etappensieger Thomas sagte bei Eurosport:
Das Gelbe Trikot sei "immer eine große Ehre".
Der Waliser löste auf der 108,5 km langen 11. Etappe über vier Alpenpässe den Belgier Greg Van Avermaet nach über einer Woche als Gesamtführenden ab. Thomas kam mit 20 Sekunden Vorsprung auf Froome ins Ziel. Wird aus der B-Lösung Thomas nun die A-Lösung für Sky?
Tour-Aus für Kittel: Zeitlimit überschritten
Das Rennen werde über die Kapitänsrolle entscheiden, hatten Bahnrad-Olympiasieger Thomas sowie Froome am Montag gesagt. Eine finale Aussage ließ sich nach dem anspruchsvollen Teilstück am Mittwoch nicht treffen. Thomas bewies jedoch, zumindest ebenbürtig zu sein.
Ein Erfolg gelang Sky-Herausforderer Tom Dumoulin. Der Niederländer vom Team Sunweb überraschte mit einer Attacke in einer Abfahrt und kam zeitgleich mit Froome ins Ziel. Er distanzierte aber zahlreiche Konkurrenten im Kampf um die Podestplätze, im Klassement verbesserte er sich auf Rang drei (+1:44).
Für den deutschen Sprintstar Marcel Kittel (Arnstadt) ist eine enttäuschende Tour de France vorzeitig beendet. Der 30 Jahre alte Katusha-Profi kam bei der ersten Bergankunft am Mittwoch in La Rosiere außerhalb des Zeitlimits ins Ziel und wurde damit gemäß Reglement aus dem Rennen genommen. Kittel hatte das Ziel mehr als 30 Minuten nach Sieger Geraint Thomas (Großbritannien/Sky) erreicht.
Die zweite Alpen-Hatz hatte temporeich begonnen. Das Feld sparte sich eine lockere Einrollphase, stattdessen bildete sich schnell eine erste Fluchtgruppe um Weltmeister Peter Sagan, der bei der Sprintwertung (Kilometer 11,5) die volle Punktzahl sammelte und seine Führung in der Sonderwertung ausbaute. Das Grüne Trikot dürfte der Slowake vom deutschen Team Bora-hansgrohe wohl nur noch durch Sturz oder Krankheit verlieren.
Valverde gegen Sky-Team ohne Chance
Beim folgenden ersten Anstieg der Hors Categorie, der Montee de Bisanne, übernahm Sky umgehend das Kommando im Feld der Favoriten. Froomes Helfer diktierten das Tempo, nur wer keine ernsthafte Gefahr für die eigenen Ambitionen darstellte, wurde fahren gelassen.
Am bis zu 11,3 Prozent steilen Col du Pre begann in der Gruppe Froome die Selektion. Neben Van Avermaet konnte auch der angeschlagene Mitfavorit Rigoberto Uran (Kolumbien/EF Drapac) nicht folgen. Dagegen forcierte Routinier Alejandro Valverde (Spanien/Movistar) erfolgreich eine Attacke, später setzte sich auch Dumoulin in einer Abfahrt ab.
Gegen die Nachführarbeit der bärenstarken Sky-Mannschaft war Valverde machtlos. Am Schlussanstieg nach La Rosiere wurde er eingeholt. Auf den letzten fünf Kilometern fuhren die Top-Favoriten mit offenem Visier. Als erster machte sich Thomas davon, dann ergriffen nacheinander auch Froome und der Franzose Romain Bardet die Initiative. Die hoch gehandelten Bardet, Nairo Quintana und Vincenzo Nibali gingen letztlich als Verlierer der Kraftspiele hervor. Sie erreichten das Ziel 59 Sekunden nach Thomas.
Am Donnerstag wird sich das Gesamtklassement weiter manifestieren. Die 12. Etappe mit Start in Bourg-Saint-Maurice endet nach 175,5 km auf der berühmt-berüchtigten Ski-Station L'Alpe d'Huez. Hunderttausende Fans werden entlang der steilen Serpentinen für eine Stadionatmosphäre sorgen, wie sie im Radsport wohl einmalig ist.
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