Eurosport
Tour de France - 11. Etappe: Vier Pässe für ein Hallelujah
Von
Publiziert 18/07/2018 um 00:24 GMT+2 Uhr
Zweiter Tag in den Alpen, erste Bergankunft der Tour de France 2018: Das Feld legt zwischen der Olympiastadt von 1992, Albertville, und der Bergankunft in La Rosière 108,5 Kilometer mit insgesamt vier Pässen - davon zwei der schwersten Kategorie - zurück. Mit der Ankunft in La Rosière nach einem Schlussanstieg bis auf 1855 Meter Höhe feiert die Tour zudem eine Premiere in diesem Zielort.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
TagesTOUR:
Die Etappe ist sehr kurz - darin liegt ihr Reiz und die Gefahr. Während hinten Sprinter und Sturzopfer gegen die Karenzzeit kämpfen, wird vorne attackiert werden.
Das kann sich heute besonders lohnen, denn Flachstücke, in denen das Feld in der Verfolgungsarbeit gegen Ausreißer leichter aufholen kann, gibt es auf dieser Etappe kaum.
Gleich nach dem Start führen die ersten drei Kilometer aus Albertville hinaus bergauf. Die Sprinterteams werden es hier schwer haben, bis zum Zwischensprint nach 11,5 Kilometern das Feld zusammenzuhalten. Und bereits kurz nach dem Sprint steigt die Straße an - mit der Montée de Bisanne (HC) warten 12,4 Kilometer bei durchschnittlich 8,2 Prozent Steigung auf das Feld.
Nach dem Gipfel bei Rennkilometer 26 folgt eine gut 20 Kilometer lange Abfahrt, ehe mit dem Col du Pré (12,6 km/7,7 Prozent) die zweite große Herausforderung des Tages ansteht. Nach einer kaum nennenswerten Abfahrt steigt die Straße für 5,7 Kilometer erneut durchschnittlich mit 6,5 Prozent zum Cormet de Roselend (2. Kat.) an.
Die folgenden 22 abfallenden Kilometer dienen der Erholung für den letzten Kraftakt hinauf nach La Rosière (1. Kat.).
Insgesamt 17,6 Kilometer Anstieg bei durchschnittlich 5,8 Prozent laden zu Attacken der Bergfahrer ein, auch wenn der Schlussanstieg nicht der steilste und schwerste Berg der diesjährigen Tour ist.
KulTOUR:
La Rosière ist ein kleines Bergdorf in der Haute Tarentaise, unweit von Les Arcs. Das Dorf ist als einziger Ort im Departement Savoyen mit einem italienischen Skigebiet (erreichbar von La Thuile im Aosta-Tal) verbunden. Über 150 Pistenkilometer lassen die Herzen der Wintersportler höher schlagen. Neben dem Französisch wird von den Einheimischen Arpitan gesprochen, eine romanische Sprache, die auch in den nahen Regionen Italiens und der Schweiz zur Mundart gehört.
HisTOURie:
Das Etappenziel in La Rosière feiert sein Tourdebüt. Beim Critérium du Dauphiné wurde in diesem Juni hier bereits die Generalprobe abgehalten. Die Etappe mit Start in Fontenex führte über eben jene Pässe, die auch an diesem Tourtag befahren werden.
Der Etappensieg ging an Pello Bilbao (Astana) vor Geraint Thomas (Sky) und Daniel Martin (UAE Team Emirates). Für jene Fahrer, die damals dabei waren, ist die Rennerfahrung am Schlussanstieg sicherlich kein Nachteil.
TOURakel:
Es ist die erste Bergankunft und deshalb werden die Kletterer heute auf den Etappensieg gehen. Gut möglich sogar, dass aufgrund der Kürze der Etappe einige Favoriten bereits am Col du Pré oder am Cormet de Roselend ihre Chance suchen. Dafür werden sie früh einige Helfer in die Ausreißergruppe schicken und das Rennen offensiv gestalten, Stichwort "Relaisstation".
Für den Mann in Gelb ist es kein leichter Tag - Greg Van Avermaet stecken die Strapazen seiner Attacke gestern in den Knochen, sein Vorsprung könnte zu knapp sein, um das "maillot jaune" zu verteidigen.
Auch alle Fahrer mit Ambitionen auf das Bergtrikot müssen sich zeigen - zwei Alpenetappen ohne zu punkten kann sich kein Anwärter leisten, wenn jetzt schon fünf Fahrer über 20 Punkte gesammelt haben.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung