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Tour de France und Corona: Der Abbruch könnte drohen
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Publiziert 25/08/2020 um 18:30 GMT+2 Uhr
Am Samstag beginnt Nizza die 107. Tour de France (täglich live bei Eurosport). Nach den Verschiebungen der Fußball-EM und den Olympischen Spielen ins Jahr 2021 ist die Frankreich-Rundfahrt in diesem Jahr das weltweit größte Sportereignis. Doch wenige Tage vor dem Start steigen die Corona-Infektionen wieder. Auch der Radsport ist davon betroffen. Eurosport.de beantwortet die wichtigsten Fragen.
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Das Thema Corona wird vor der am Samstag in Nizza beginnenden 107. Tour de France (ab 29. August täglich live bei Eurosport und im Eurosport Player) drängender. Eurosport.de beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem nach der Verschiebung von Olympia und Fußball-EM größten Sportereignis des Jahres.
Wie bewerten deutsche Behörden die Corona-Gefahr in Frankreich?
Das Robert-Koch-Institut stufte am Montagabend die Regionen Île-de-France (dazu gehört Tour-Zielstadt Paris) und Provence-Alpes-Côte d'Azur (dazu gehört Nizza) als "Risikogebiete" ein, also Gebiete, "in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht". In diese Kategorie fällt der Hauptteil der Welt außerhalb der EU.
Chef der Gesundheitsbehörde: "Lage verschlechtert sich"
Wie ordnet Frankreich selbst die Lage ein?
Die Franzosen hatten bereits Mitte August Paris und Marseille - knapp 200 km von Nizza entfernt - zu Gebieten erhöhten Risikos ernannt und die Seuchenschutz-Maßnahmen verschärft. "Die Lage verschlechtert sich von Woche zu Woche", sagte Jérôme Salomon, Chef der nationalen Gesundheitsbehörde, angesichts von bis zu 5000 Neuinfektionen pro Tag. Familienfeiern, Partys und andere Menschenansammlungen würden für Infektionscluster sorgen.
Was bedeuten die deutschen Entscheidungen für die Tour?
Deutsche Fans, die eine Reise zum Tourstart oder zum Finale in Paris geplant haben, unterliegen den Regelungen für die Einreise aus einem Risikogebiet. Nach derzeitigem Stand ist ein Test und die Selbstisolation bis zum Vorliegen eines Ergebnisses verpflichtend. Diese Regelung ist aber wacklig: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwägt, vom verpflichtenden Test zu einer verpflichtenden Quarantäne von 14 Tagen zurückzukehren, die frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test abgebrochen werden darf. Für die Frankreich-Rundfahrt selbst bzw. die teilnehmenden Teams und Fahrer ändert sich vorerst nichts, für sie sind die nationalen Entscheidungen der französischen Behörden maßgeblich.
Erstmaliger Abbruch der Tour de France möglich
Ist die Tour-Austragung nun gesichert?
Das ist die entscheidende Frage - die niemand seriös beantworten kann. Tour-Organisator ASO hat über Monate ein komplexes Sicherheitssystem erarbeitet, das die Große Schleife bis zum Finale in Paris am 20. September begleiten soll. Doch sollte sich die fragile Lage weiter signifikant verschlechtern, ist der erste Abbruch einer Tour de France in 117 Jahren durchaus möglich.
Was ist von den Teams gefordert?
Die 22 teilnehmenden Mannschaften stehen unter massivem Druck. Veranstalter ASO fährt eine knallharte Linie: Bei zwei oder mehr Coronafällen in einem Team binnen sieben Tagen, egal ob Profi oder Masseur, wird die betroffene Mannschaft aus dem Rennen genommen - es könnte noch am letzten Tag den Mann in Gelb erwischen. Wie bedroht die Teams sind, erlebte die Bora-Mannschaft am Dienstag: Vor dem Eintagesrennen Bretagne Classic wurde ein Bora-Fahrer positiv getestet, das Team daraufhin zurückgezogen, die Fahrer mussten in Isolation.
Keine PKWs und Wohnmobile an Anstiegen
Findet die Tour trotz allem vor Zuschauern statt?
Generell ja - die Idee einer "Geistertour" war auch mangels Durchsetzbarkeit auf knapp 3500 Streckenkilometern schnell vom Tisch. Dennoch rollt die Frankreich-Rundfahrt, die gewöhnlich von mehr als zehn Millionen Menschen besucht wird, unter starken Beschränkungen. Auch aufgrund der Zuschauer-Deckelung in Frankreich bei Großereignissen (5000 Personen) ist der Zugang zu Start- und Zielbereich stark limitiert, an den neuralgischen Bergpässe gibt es Zufahrtskontrollen, Wohnmobile und PKW sind dort nicht erlaubt. Tour-Chef Christian Prudhomme forderte alle Besucher an der Strecke zum Tragen einer Maske auf - Profis beschwerten sich aber bei der Generalprobe Dauphiné, dass viele dem nicht folgten.
Was wird für die Sicherheit der Fahrer getan?
Alle Mitglieder der Teams werden vor dem Rennen und währenddessen regelmäßig getestet, ansonsten soll das System zweier Blasen greifen: In der "Peloton-Bubble" soll das Fahrerfeld während der Etappen unter sich bleiben und - auch von Sicherheitskräften - vor Zuschauern geschützt werden. Der ansonsten Zuschauern gestattete Zugang zum Bereich der Teambusse ist Fans ebenso untersagt wie Autogramme oder Selfies. Die "Team-Bubble" greift bei der Unterbringung, die Mannschaften verfügen in ihren Hotels über eigene Flure und Speiseräume. Auch der Kontakt zu Medienvertretern wird minimiert.
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(SID)
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