Pogacar bei Tour de France wie Indurain und Pantani

Tadej Pogacar hat sich auf der 20. Etappe der Tour de France sensationell das Gelbe Trikot geholt. Die heutige Schlussetappe nach Paris wird damit zur Triumphfahrt für den jungen Slowenen, dem bei seiner ersten Teilnahme an der "Großen Schleife" gleich der ganz große Wurf gelungen ist. In der Heimat wird bereits ein Vergleich gezogen, der Pogacar in den Stand einer Legende erhebt.

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Fotocredit: Eurosport

Sloweniens renommierteste Tageszeitung "Delo" widmete auf ihrer Webseite Tadei Pogacar nach dem Coup an der Planche des Belles Filles die ersten fünf Geschichten.
Es musste also etwas Großes passiert sein, und so war es auch. Der 21-jährige Radprofi vom UAE Team Emirates hatte auf der 20. Etappe im Einzelzeitfahren sensationell das Gelbe Trikot erobert - und dabei Landsmann Primoz Roglic ins Tal der Tränen geschickt.
Was für eine Geschichte für die Sportnation Slowenien.

Raffinierte Wendung mit Pogacar

Die Tatsache, dass erstmals in der Geschichte des wichtigsten Radrennens der Welt ein slowenischer Fahrer das Gelbe Trikot auf den Champs-Élysées spazieren fährt, ist freilich nicht die große Überraschung. "Roglic hat richtig gut ausgesehen während der ganzen Tour", konstatierte Pogacar. Es hätte niemanden verwundert, hätte der ehemalige Skispringer den Sprung aufs oberste Treppchen in Paris geschafft.
Die raffinierte Wendung im Drehbuch dieser so besonderen Tour de France sah allerdings vor, dass das Maillot Jaune auf der vorletzten Etappe noch einmal den Besitzer wechselt. "Slowenische Wende", titelte "Delo" und griff bei der Einordnung in die Geschichte des Radsports ins oberste Regalfach. "Pogacar ist Indurain und Pantani in einem."

Pogacar: "Es ist einfach unglaublich"

Der Youngster schon jetzt in einer Reihe mit den Legenden aus Spanien und Italien? Da muss man (noch) nicht zustimmen.
Außer Frage steht, dass Pogacar mit seinem beherzten Auftritt ein Streich gelungen ist, an den man sich in vielen Jahre noch erinnern wird. Neben der Gesamt- und Nachwuchswertung schnappte sich der Mann aus dem 5600-Einwohner-Örtchen Komena auch die Bergwertung - bei seiner ersten Tour de France.
"Es ist einfach unglaublich", rang Pogacar nach seinen Coup um Worte. "Am Start war ich zufrieden mit meinem zweiten Platz. Ich habe heute mein weißes Fahrrad für morgen angeschaut und es war richtig schön. Jetzt werde ich sogar ein gelbes haben."

Sogar Dumoulin wird deklassiert

Wie hoch die Leistung des Slowenen einzuschätzen ist, erklärt Eurosport-Experte Jens Voigt, der als Profi selbst zwei Tour-Etappen gewinnen konnte. "Man konnte zwar damit rechnen, dass Pogacar als slowenischer Meister im Zeitfahren eine gute Leistung bringen wird, nicht aber damit, dass er auch einen ehemaligen Zeitfahr-Weltmeister wie Tom Dumoulin deklassiert."
Dem Niederländer, der Tageszweiter wurde, nahm der 21-Jährige eine Minute und 21 Sekunden über die 36,2 km lange Strecke ab. Welten im Radsport.
Bei Roglic war es gar eine Minute und 56 Sekunden, und dabei zeigte der 30-Jährige vom Team Jumbo-Visma im Hinblick auf die Ergebnistafel sogar eine gute Leistung. Platz fünf, als Klassementfahrer durchaus herzeigbar.
Das Blöde war nur: Herzeigbar war an diesem denkwürdigen Tour-de-France-Tag viel zu wenig, um einem Mann Paroli zu bieten, der jetzt mit Miguel Indurain und Marco Pantani verglichen wird...
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