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Tour de France 2020: Sagan bestraft - Sprint geht an Caleb Ewan
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Publiziert 09/09/2020 um 17:46 GMT+2 Uhr
In einem packenden Sprint der Stars hat sich Caleb Ewan den Sieg auf der 11. Etappe der Tour de France geholt und zum zweiten Mal im Massensprint triumphiert. Mit knappem Vorsprung siegte der Australier vor Sam Bennett und Wout Van Aert. Peter Sagan, der als Zweiter über den Zielstrich gefahren war, wurde wegen eines rüden Einsatzes gegen Van Aert wenige Minuten später auf Platz 85 versetzt.
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Im Kampf ums Grüne Trikot hat Sagan nun großen Rückstand auf Bennett, seine Siegesserie in der Punktewertung der Tour droht damit zu reißen.
"Ich hatte heute den Speed und wollte an der rechten Seite vorbeiziehen. Einen Fahrer habe ich überholt, dann war es plötzlich sehr eng und ich musste mich bewegen, um nicht an der Bande hängen zu bleiben. Ich wurde ans Ende des Feldes zurückgesetzt, das hat wichtige Punkte gekostet. Aber ich habe das Grüne Trikot noch nicht aufgegeben", erklärte Sagan.
Enrico Poitschke kommentierte die Situation so: "Er war auch in guter Position, aber dann bei 200m eingeklemmt. Er hat eine Lücke an der Bande gesehen und wollte um den Sieg kämpfen. Dabei hat er Van Aert berührt, mehr als er wollte. Die Folge war eine Relegation, die wir so akzeptieren müssen", meinte der Sportliche Leiter von Bora-hansgrohe.
Van Aert reagierte in der Hitze des Gefechts mit einer rüden Geste, für die er eine Geldstrafe von 200 Franken erhielt:
Sagan war bei der Tour de France 2017 nach einer umstrittenen Aktion im Zielsprint gegen Mark Cavendish sogar aus dem Rennen ausgeschlossen worden. Später war diese Szene allerdings dann als Rennunfall bewertet und Sagan keine Absicht unterstellt worden.
Bester Deutscher der 11. Etappe war Jonas Koch auf Platz 28, das Gelbe Trikot verteidigte Primoz Roglic auf den 167 Kilometern von der Küste nach Poitiers mühelos.
"Mit zwei Etappensiegen bin ich super happy", sagte Ewan, der am Dienstag auf der malerischen Ile de Ré als Zweiter knapp von Bennett geschlagen worden war: "Ich war enttäuscht nach gestern und bin jetzt froh, dass ich auch meine Teamkollegen belohnen konnte."
Der deutsche Sprinter Andre Greipel hatte am Mittwochmorgen hohe Ziele formuliert. "Mein Traum wäre es, nochmal ganz oben zu stehen", sagte der 38-Jährige vor dem Start. Es reichte nicht. Greipel, dessen Tour bislang vor allem von gesundheitlichen Problemen geprägt war, griff nicht in den Massensprint ein.
11. Tour-Etappe: Erst Solo, dann Sprint
Der Franzose Matthieu Ladagnous war der einzige Fahrer, dem die Teams der Top-Sprinter eine Flucht gewährten. Der 35-Jährige vom Team Groupama-FDJ hatte sich kurz nach dem Start abgesetzt. Als sich ihm später eine Gruppe um den Österreicher Lukas Pöstlberger (Bora-hansgrohe) anschließen wollte, zog das Peloton kurzerhand das Tempo an. Das erwartete Sprint-Finale sollte nicht gefährdet werden, Ladagnous war als Solist einfacher zu kontrollieren.
So wurde es ein langer, einsamer Tag für Ladagnous, dessen Zeit an der Spitze 43 Kilometer vor dem Ziel endete. Kurz darauf war die Tour für Gregor Mühlberger vorbei. Der angeschlagene Österreicher stieg vom Rad, völlig entkräftet lehnte er am Bora-Teamfahrzeug - es war der erste Ausstieg eines Fahrers der deutschen Mannschaft.
Teamarzt Jan-Niklas Droste erläuterte: "Gregor ist am Sonntag ein sehr starkes Rennen gefahren. Er kam zum ersten Mal seit seinem Sturz bei der Dauphiné wieder an seine normale Leistungsfähigkeit heran, musste aber völlig ans Limit gehen. Schon gestern hat er sich im Rennen trotz Ruhetag nicht erholt gefühlt und der Körper hat nicht adäquat auf die Belastung reagiert. Heute hat er sich einfach völlig leer gefühlt."
Buchmann-Helfer muss aufgeben
Mühlberger war als Helfer von Emanuel Buchmann vorgesehen, der seine Klassement-Ambitionen inzwischen verworfen hat. Auch Ion Izagirre (Astana) musste aufgeben, der Spanier saß nach einem Sturz blutend und anscheinend leicht benommen am Straßenrand.
Pöstlberger wagte sechs Kilometer vor dem Ziel einen erneuten Anlauf. Mit schnellen Tritten attackierte der 28-Jährige, die Flucht blieb aber erneut erfolglos.
Nach zwei Flachetappen in Folge wird am Donnerstag wieder geklettert. Die schweren Pässe der Alpen sind noch weit entfernt, doch die 218 km lange 12. Etappe von Chauvigny nach Sarran bietet dennoch ihre eigenen Schwierigkeiten: Sie ist die längste der Tour 2020. In hügeligem Terrain mit etlichen Bergwertungen läuft vieles auf einen Tag der Ausreißer hinaus.
(mit SID)
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