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Jens Voigt: Chris Froome wird Aus bei Tour de France extra motivieren
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Publiziert 19/08/2020 um 22:11 GMT+2 Uhr
Eurosport-Experte Jens Voigt analysiert die Entscheidung von Team Ineos, ohne die einstigen Gesamtsieger Chris Froome und Geraint Thomas bei der Tour de France zu starten. Der einstige Träger des Gelben Trikots erklärt, warum sich der Rennstall ohne die beiden Stars größere Erfolgschancen ausrechnet, wer für ihn neben Egan Bernal auftrumpfen könnte und was er sich von Chris Froome noch erwartet.
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Die Jens-Voigt-Kolumne auf Eurosport.de
Während mich der Verzicht auf Chris Froome im Tour-Aufgebot von Team Ineos nicht überrascht, bin ich erstaunt, dass auch Geraint Thomas von seinem Rennstall nicht nominiert wird. Immerhin war der Waliser nicht nur 2018 der Gesamtsieger, sondern noch im letzten Jahr Zweiter in Paris, nur etwas mehr als eine Minute hinter Sieger Egan Bernal.
Klar, seine Form bei der Dauphiné war nicht berauschend, aber er war schon immer ein ganz loyaler Teamkollege, bleibt im Unterschied zu Froome auch weiter bei Ineos und ist ein im Feld sehr geachteter Fahrer. Ich hätte ihn als Edelhelfer mit zur Tour genommen.
Er hätte auch eine echte taktische Option sein können - wenn Thomas attackiert, müssen die Gegner reagieren und ihre Helfer einspannen, einen einstigen Gesamtsieger lässt man nicht einfach ziehen. Aber offensichtlich glaubt die Teamleitung nicht, dass Thomas der Mannschaft bei der Tour ausreichend helfen kann.
Wir sehen wieder einmal, dass da ein kalter, wissenschaftlicher Blick herrscht: Entweder ein Fahrer bringt das erwartete Leistungsniveau - oder er ist nicht dabei, wenn seine Wattzahlen nicht gut genug sind.
Froome mit Wut im Bauch, Carapaz als "dark horse"
Bei Ineos und früher Sky ist es fast egal, aus welchem Land ein Fahrer kommt, welche vergangenen Erfolge er vorweisen kann: Er muss ins System passen, damit der festgelegt Plan durchgezogen werden kann. Das heißt, Fahrer X muss in seiner Rolle eine bestimmte Wattzahl an der Spitze des Feldes für eine bestimmte Zeit abliefern können. Wer da schon am vorletzten Berg Probleme bekommt, den kann man nicht brauchen - ganz egal wie er heißt, wo er herkommt und was er schon gewonnen hat.
Egan Bernal hingegen traut man den Sieg wieder zu. Dass man ihn bei der Dauphiné vor den letzten Etappen rausgenommen hat, war eine reine Schutzmaßnahme. Er hat seine starke Form dort und bei den Rennen zuvor gezeigt. Wir können uns richtig auf die Tour freuen, das wird ein grandioses Spektakel und ich kann es kaum erwarten!
Spannend finde ich, dass man bei Ineos jetzt mit Neuzugang Richard Carapaz den amtierenden Giro-Sieger mit zur Tour nimmt: Für mich ist er ein "dark horse", ein heißer Außenseiter im Kampf um den Sieg. Er hat Primoz Roglic letztes Jahr über drei Wochen in Italien klar geschlagen und bei Ineos werden fast alle Fahrer noch besser als vorher. Für mich wird Carapaz die Rolle von Thomas bekommen. Der wiederum muss wohl oder übel mit dem Giro vorlieb nehmen, auch wenn ihm das nicht schmeckt.
Und Chris Froome? Da können wir uns für nächstes Jahr auf etwas gefasst machen - er wird 2021 wie ein hungriger Grizzly nach dem Winterschlaf angreifen! Diese Ausbootung jetzt tut ihm weh und er wird mit seinem neuen Team dann sofort vom ersten Rennen an loslegen. Denn so will er auf keinen Fall abtreten.
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