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Tour de France 2020: Wilde Jagd im Wind auf 7. Etappe
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Publiziert 04/09/2020 um 17:10 GMT+2 Uhr
Was für ein Rennen: Die 7. Etappe der Tour de France 2020 war von Start bis Ziel eine Hetzjagd im Wind, der viele Top-Sprinter und einige Favoriten zum Opfer fielen. Den Sprint der ersten Gruppe, in der auch Emanuel Buchmann (19.) lag, gewann der Belgier Wout Van Aert vom Team Jumbo. Der Brite Adam Yates verteidigte vor der ersten Pyrenäen-Etappe als Neunter der Etappe das Gelbe Trikot souverän.
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Nur 41 Fahrer kamen auf dem eigentlich vom Profil her nicht allzu schwierigen Terrain zeitgleich ins Ziel, darunter auch viele der Favoriten, wie Egan Bernal, Primoz Roglic oder Thibaut Pinot.
Über eine Minute Rückstand kassierten hingegen der junge Slowene Tadej Pogacar, Mikel Landa (Spanien) oder Giro-Sieger Richard Carapaz (je +1:21) in der zweiten, 35 Fahrer starken Gruppe..
In der Gesamtwertung liegen vor den nächsten beiden Bergetappen nur noch 15 Fahrer innerhalb einer Minute, darunter Buchmann als 12. (+0:22).
Fast die Hälfte des Feldes fing sich auf dieser 7. Etappe mit Wind und aggressiver Fahrweise über zehn Minuten Rückstand ein. Denn schon zu Beginn hatte Team Bora-hansgrohe vom Start weg mit Vollgas das Feld angeführt: Die Tempojagd auf ansteigendem Kurs sorgte dafür, dass viele Topsprinter sofort abgehängt wurden, darunter Sam Bennett im Grünen Trikot. Der Ire verlor ebenso Minute um Minute wie die Etappensieger Caleb Ewan und Alexander Kristoff.
Damit übernahm Peter Sagan wieder das Grüne Trikot, auch wenn er im Ziel nur den 13. Platz erreichte, nachdem ihm auf den letzten Metern die Kette heruntergefallen war. Van Aert, bereits Sieger der fünften Etappe, setzte sich am Ende der 168 km zwischen Millau und Lavaur vor dem Norweger Edvald Boasson Hagen (NTT) und dem Franzosen Bryan Coquard (B&B-Vital Concept) durch.
Bora lässt auf 7. Etappe die Muskeln spielen
Eine erneut lockere Fahrt ins Ziel? Ein glückloser Fluchtversuch und ein Sprintduell der schnellsten Fahrer im Finale? Wer an einen klassischen Verlauf einer Tour-Flachetappe glaubte, hatte die Rechnung ohne Bora-hansgrohe gemacht.
Die deutsche Mannschaft gab gleich zu Beginn Vollgas - und erwischte die Konkurrenz völlig unvorbereitet. Im Wind zerlegte der Bora-Express mit hohem Tempo des Feld in mehrere Gruppen, auch Ex-Meister Maximilian Schachmann und Lennard Kämna verrichteten an der Spitze Schwerstarbeit.
Sie zahlte sich aus: Nach rund einer Stunde war der Widerstand der Verfolger gebrochen. Der Vorsprung auf die ersten Nachzügler um Bennett wuchs auf ein komfortables Maß. Bora-"Lokomotive" Daniel Oss wurde am Ende des Tages für seine viele Arbeit mit der Auszeichnung des "Kämpferischsten Fahrers" belohnt.
Nutznießer der Aktion war vor allem Bora-Sprinter Sagan. Der dreimalige Weltmeister machte im Zwischensprint 17 Punkte auf Bennett gut. 90 km vor dem Ziel zog der für seine Fluchtversuche berühmte Belgier Thomas De Gendt davon. Der Profi vom Team Lotto-Soudal setzte sich aber nie entscheidend ab und wurde 35 km vor dem Ziel gestellt.
In dieser Phase wirbelten Windkanten das ohnehin ausgedünnte Hauptfeld weiter durcheinander, Team Ineos ergriff dabei erfolgreich die Initiative und sprengte die erste Gruppe nochmals. Sagan und Buchmann hielten sich an der Spitze, ihre Helfer verloren aber ebenso den Anschluss wie Mitfavorit Pogacar (Slowenien/UAE Team Emirates).
Tour: Pyrenäen stehen an
Dass der deutsche Sprinter Andre Greipel auch ohne den Bora-Angriff nicht im Finale mitmischen würde, war schon vor dem Start klar gewesen. Die Wunden nach seinem Sturz beim Auftakt in Nizza haben sich entzündet, der 38-Jährige vom Team Israel Start-Up Nation nimmt seit Donnerstag ein Antibiotikum.
"Ich bin nicht nur hier, um durchzufahren. Ich möchte schon versuchen, mal mitzumischen. Aber man muss das akzeptieren, wenn der Körper eine Reaktion zeigt", hatte Greipel vor Etappenstart gesagt.
Am Samstag wird es für Greipel nicht einfacher, wenn die Stunde der Podestkandidaten um Buchmann schlägt. Mit 141 km ist die erste Pyrenäenetappe vergleichsweise kurz, doch nicht minder schmerzhaft. Drei Bergwertungen stehen zwischen Cazeres-sur-Garonne und Loudenvielle auf dem Programm, darunter der Port de Bales, bei der Tour 2020 der erste Anstieg der höchsten Kategorie. Der Col de Mente und der Col de Peyresourde (beide 1. Kategorie) sind aber kaum weniger fordernd.
(mit SID)
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