Auch wenn Bora - hansgrohe im Ötztal derzeit sein erstes Trainingscamp zur Vorbereitung auf die neue Saison veranstaltet, schauten die Verantwortlichen und Fahrer gespannt auf das Ergebnis der Streckenpräsentation der 109. Ausgabe, die vor 3.700 Besuchern im Pariser Palais des Congrès, aber ohne Beteiligung aus Deutschland stattfand.
"Die Tour ist diesmal sehr international, wir fahren durch Dänemark, Belgien, durch die Schweiz und natürlich durch Frankreich. Ich finde es auch toll, dass klassische Anstiege wie Alpe d’Huez oder Hautacam wieder im Programm sind“, nannte Team-Manager Ralph Denk auf Anfrage von "radsport-news.com" die Aspekte, die ihm positiv aufgefallen waren.
Dazu gehörten auch die beiden Zeitfahren, vor allem jedoch das zweite, das am vorletzten Tag über 40 Kilometer führen wird. "Es gab ja schon Zeitfahren von 60,70 oder 80 Kilometern", blickte Denk in die Vergangenheit der Frankreich-Rundfahrt, die in den vergangenen Jahren allerdings mit Zeitfahr-Kilometern geizte.
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Davon profitierte 2019 etwa Bora-Kapitän Emanuel Buchmann, der auf einem Parcours für Kletterer mit nur einem Einzelzeitfahren über 27 Kilometer als Vierter denkbar knapp am Podium vorbeischrammte.

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Bora-Teamchef Denk kritisiert ASO

Ob die Strecke des kommenden Jahres, die immerhin offiziell fünf Bergankünfte bereithält, Buchmann entgegenkommen würde, wollte sein Team-Manager noch nicht beurteilen.
"Die langen Anstiege, von denen es jetzt einige gibt, liegen Emu sicherlich. Im Zeitfahren müssen wir mal schauen, wie da seine Tendenz ist. Aber es ist viel zu früh, jetzt öffentlich etwa über Aufstellungen zu spekulieren. Wir werden das Ganze in Ruhe analysieren und später Entscheidungen treffen", sagte Denk.
Kritisch äußerte sich der Raublinger dagegen zur Entscheidung der ASO, die Tour-Starter wieder einmal über Kopfsteinpflaster zu jagen: Auf der 5. Etappe warten insgesamt rund 20 Pavé-Kilometer auf die Fahrer. "Muss es sein, dass wir wieder eine Etappe über Kopfsteinpflaster bei der Tour fahren? Es ist natürlich ein Spektakel, aber man kann durch Defekte oder Stürze die Tour hier verlieren. Das kann man also schon mit einem Fragezeichen versehen", meinte Denk skeptisch.

Politt freut sich aufs Kopfsteinpflaster

Ganz anders fiel in diesem Punkt die Bilanz seines Klassikerspezialisten Nils Politt aus. "Was mich natürlich freut, ist die Pflasteretappe nach Arenberg", sagte der Paris-Roubaix-Zweite von 2019, der bei der diesjährigen Ausgabe allerdings vorzeitig vom Rad stieg. Aber auch die beiden Zeitfahren fanden das Gefallen des ehemaligen Deutschen U23-Meisters in dieser Disziplin. "Das Zeitfahren zu Beginn ist schön für die Fahrer, um gut in das Rennen reinzukommen. Es wird auf jeden Fall eine spannende Tour de France. Alles in allem hat die ASO da sich eine schöne Strecke einfallen lassen", lobte Politt die Streckenplaner.
Ähnlich äußerte sich sein Teamkollege Maximilian Schachmann, wobei der Deutsche Meister vor allem den abwechslungsreichen Streckenverlauf hervorhob. "Die Tour ist ausgewogen mit einem Auftaktzeitfahren und zwei Etappen in Dänemark, die wohl vom Wind geprägt sein werden, wie auch die weiteren im Norden Frankreichs. Dann geht es abwechslungsreich weiter mit einigen sehr schweren Bergetappen, aber auch Abschnitten mit kurzen, steilen Anstiegen am Ende. Und das Ganze wird mit einem 40 Kilometer langen Einzelzeitfahren abgerundet. Ich freue mich drauf", sagte Schachmann, der 2020 auf die Frankreich-Rundfahrt verzichtet hatte.
Nach seinem diesjährigen Paris-Roubaix-Debüt würde er zudem nicht ganz unvorbereitet die Kopfsteinpflasteretappe in Angriff nehmen, sollte er von seinem Team für die Tour nominiert werden. "Ich habe dieses Jahr schon die Chance genutzt und mir die Gegebenheiten bei Roubaix angeschaut. Das war schon mal kein Fehler", fügte der 27-Jährige lächelnd an.
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(radsport-news.com)

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