Tour de France 2021, Favoritencheck: Fünfkampf hinter Pogacar - wer schafft es in Paris aufs Podium?

Zwei Bergankünfte und ein Einzelzeitfahren stehen bei der 108. Tour de France noch aus, und trotzdem scheint der Sieger der Frankreich-Rundfahrt bereits festzustehen: Kaum jemand glaubt, dass Tadej Pogacar noch mehr als fünf Minuten verliert und das Gelbe Trikot noch abgibt. Doch hinter dem Slowenen ist es sehr, sehr eng. Wie sind dort also die Stärken verteilt? Wer kommt in Paris aufs Podium?

Jonas Vingegaard

Fotocredit: Getty Images

Fünf Mann liegen von Platz zwei bis Platz sechs in der Gesamtwertung nach 16 Etappen innerhalb von einer Minute. Sie alle könnten daher am Sonntag auf den Champs-Élysées wohl noch auf die große Bühne mit dem Triumphbogen im Hintergrund treten.
Die mittlere Stufe dort sollte allerdings tatsächlich Pogacar gehören, der seinen Vorsprung in den kommenden Tagen – gerade auch dank des Zeitfahrens – möglicherweise sogar noch auf sechs Minuten ausbauen dürfte. Doch was ist hinter ihm noch möglich?
Wie sind die Chancen aufs Podium verteilt und warum?

Rigoberto Uran (EF Education – Nippo)

Aktuelle Position in der Gesamtwertung: 2. Platz
Rückstand auf Pogacar: 5:18 Minuten
Der Kolumbianer stand vor vier Jahren bereits als Zweiter auf dem Podium in Paris und könnte das wieder schaffen. Für Uran spricht, dass er zäh ist und sich schwer abschütteln lässt. Er kommt in der dritten Woche einer Grand Tour meist gut klar und gehört unter unseren fünf Podiumskandidaten zu den besseren Zeitfahrern. Urans Problem aber ist, dass es so eng in der Gesamtwertung zugeht, dass einzelne Sekunden den Ausschlag geben könnten, die durch explosive Antritte ganz zum Schluss der Bergankünfte am Mittwoch und Donnerstag entstehen. Und da konnte er mit Vingegaard und Carapaz bislang nicht mithalten.
Prognose: 4. Platz

Jonas Vingegaard (Jumbo – Visma

Aktuelle Position in der Gesamtwertung: 3. Platz
Rückstand auf Pogacar: 5:32 Minuten
Der Däne ist der einzige Fahrer, der Pogacar bei dieser Tour am Berg bereits einmal abhängen konnte: am Mont Ventoux. Dort fuhr Vingegaard auf den letzten 1,5 Kilometern bergauf 30 Sekunden auf den Mann in Gelb heraus. Das spricht genauso für Vingegaard auf dem Podium, wie seine Antrittsstärke und auch sein Zeitfahren: In Laval war nur Pogacar in der Spezialdisziplin schneller. Vingegaard ist daher Top-Favorit auf Rang zwei, wenn er nicht noch einbricht. Das weiß man gerade bei Youngstern wie ihm nie. Allerdings: Bei seiner ersten Grand Tour, der Vuelta im vergangenen Herbst, war der 24-Jährige in Woche drei stark.
Prognose: 2. Platz

Richard Carapaz (Ineos Grenadiers)

Aktuelle Position in der Gesamtwertung: 4. Platz
Rückstand auf Pogacar: 5:33 Minuten
Der einzig "Überlebende" von ursprünglich drei Kapitänen bei Ineos sollte auf dem Papier der Stärkste unter den Anwärtern sein. Carapaz war der Einzige, der Pogacars Antritten in den Alpen zumindest kurzzeitig folgen konnte. Der Ecuadorianer errang schon seinen Giro-Sieg vor zwei Jahren in der Schlusswoche und hat nun das wohl stärkste Team an seiner Seite. Auch wenn das gegen Pogacar bislang nichts half, gegen die anderen Podiumsanwärter könnte es das doch. Carapaz' Problem: Er ist neben Ben O'Connor der schwächste Zeitfahrer der Top 6 und muss daher unbedingt in den Pyrenäen noch Zeit herausholen.
Prognose: 3. Platz
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Das sagt Tour-Leader Pogacar zur Veröffentlichung von Wattwerten

Quelle: Perform

Ben O'Connor (Ag2r – Citroen)

Aktuelle Position in der Gesamtwertung: 5. Platz
Rückstand auf Pogacar: 5:58 Minuten
Der Australier ist der Underdog unter den Podiumskandidaten. O'Connor galt vor Tour-Start als leiser Hoffnungsträger in Richtung Top 10, katapultierte sich als Ausreißer auf der Tignes-Etappe aber in den Favoritenkreis und biss sich da zuletzt fest. Er klettert stark, hat im Zeitfahren aber Schwächen. Da O'Connor bereits etwas Rückstand aufs Podium hat und vermutlich auf den verbleibenden Etappen eher noch verliert, als Zeit zu gewinnen, wäre es eine Überraschung, wenn er in Paris mit auf die Bühne dürfte. Wahrscheinlicher ist, dass er noch zurückfällt. Auch Enric Mas (Movistar) könnte ihm noch gefährlich werden und Rang sechs abnehmen.
Prognose: 7. Platz

Wilco Kelderman (Bora – hansgrohe)

Aktuelle Position in der Gesamtwertung: 6. Platz
Rückstand auf Pogacar: 6:16 Minuten
Der Niederländer kommt mit der schlechtesten Ausgangsposition unter unseren Podiumskandidaten in die Schlusswoche. Allerdings wirkte er zuletzt am Berg sehr souverän. Zwar konnte Kelderman mit Carapaz, Vingegaard und Uran nicht ganz mithalten, so dass es in Richtung Podium sehr schwer wird. Allerdings gilt Kelderman als guter Zeitfahrer. In Laval verlor er mehr Zeit als gewöhnlich, weil ihn wohl Sturzverletzungen am Ellenbogen in der Zeitfahrposition behinderten. Vor allem O'Connor und Carapaz sowie Mas sollte Kelderman in Saint-Emilion auf der 20. Etappe Zeit abnehmen.
Prognose: 5. Platz
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Quelle: Eurosport

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