Tour de France 2021: Mark Cavendish feiert Erreichen der Karenzzeit auf der 9. Etappe wie einen Sieg
VonFelix Mattis
Publiziert 04/07/2021 um 20:15 GMT+2 Uhr
Mark Cavendish musste bis zum Schluss auf die Zähne beißen. Doch als er den Zielstrich in Sichtweite hatte, drehte er sich zu seinem Teamfahrzeug um und ballte die Faust zum Jubel. Seine beiden Bodyguards Michael Morkov und Tim Declercq hatten den Mann im Grünen Trikot am Ende der epischen Regenschlacht von Cluses nach Tignes noch geradeso im Zeitlimit ans Ziel gebracht.
Cavendish in tears after crossing the line just in time
Quelle: Eurosport
"Vor dieser Etappe hatte ich Angst. Ich bin so froh, dass ich sie hinter mir habe. Und ich bin froh, noch im Rennen zu sein", sagte der Brite im Etappenziel, wo sich um ihn, Morkov und Declercq regelrechte Jubelszenen aus Erleichterung abspielten, als hätte man einen Etappensieg zu feiern.
Dabei erreichten sie den Zielstrich 35:49 Minuten nach Sieger Ben O'Connor und somit nur 1:31 Minuten vor Ablauf der Karenzzeit. "Das Schlimme ist, dass noch mehr solcher Tage kommen werden", sagte Cavendish, dem die Strapazen eines nasskalten Tages über fünf Alpenpässe und mit von Beginn an höllischem Tempo schwer anzusehen waren. "So sehr ich die Tour de France auch vermisst habe, an die Bergetappen habe ich dabei nicht gedacht."
Dass Cavendish es in Tignes in der Karenzzeit ins Ziel geschafft hätte, wenn er noch bei einem anderen Team fahren würde, glaubte er übrigens nicht:
"In den letzten Jahren war ich neidisch auf die Sprinter, die von ihren Sportlichen Leitern jemanden an die Seite bekamen, der auf sie aufpasste, während ich mich bei meiner letzten Teilnahme alleine durchschlagen musste", so der 36-jährige Brite, der bei seinem letzten Tour-Start 2018 in den Alpen auf der 11. Etappe in La Rosière aus dem Zeitlimit gefallen war. "Heute konnte ich auf Tim und Morkov zählen."
Damit geht das Märchen vom Cavendish-Comeback bei der Tour 2021 weiter und auch der Traum vom ewigen Rekord des Eddy Merckx lebt weiter. Zwei Etappensiege fehlen 'Cav' noch zur magischen Nr. 34. Am Dienstag, gleich nach dem Ruhetag, könnte sich in Valence die nächste Chance auf eine Sprintankunft für den Mann von der Isle of Man ergeben.
Greipel gerade so noch dabei - Demare und Coquard verpassen Zeitlimit
Noch spannender als Cavendish und seine Mannen machten es übrigens André Greipel (Israel Start-Up Nation), der noch 39 Sekunden nach Cavendish ankam - und vor allem das belgisch-norwegische Quartett Victor Campenaerts (Qhubeka - NextHash), Jelle Wallays (Cofidis), Greg Van Avermaet (Ag2r - Citroen) und Amund Grondahl Jansen (BikeExchange). Diese vier erreichten den Zielstrich nur fünf Sekunden vor dem Limit.
Weniger Glück hatten dagegen die französischen Sprinter Arnaud Demare (Groupama - FDJ) und Bryan Coquard (B&B Hotels - KTM), die zu spät ankamen und vor dem ersten Ruhetag in Tignes ihre Koffer packen müssen.
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