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Bora-hansgrohe am Scheideweg vor der Tour de France: Neustart oder Sagan-Saga
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Publiziert 23/06/2021 um 13:42 GMT+2 Uhr
Bora-hansgrohe hat die besten Radprofis des Landes unter Vertrag, schickt bei der Tour de France aber nur zwei deutsche Fahrer ins Rennen - eine Momentaufnahme. In Frankreich geht es dennoch auch um die künftige Ausrichtung des Teams. Um seine Zukunft fährt Emanuel Buchmann bei der Tour de France nicht. Immerhin so viel ist sicher, jedoch ist seine Rollenbeschreibung etwas schwammig.
Emanuel Buchmann | © BORA - hansgrohe / Bettiniphoto & VeloImages
Fotocredit: From Official Website
Buchmann ist beim deutschen Top-Team Bora-hansgrohe ab Samstag als Edel-Helfer verplant und soll doch alle Freiheiten für eigene Erfolge genießen. "Wir gehen da ohne ganz strikten Plan rein", sagte Bora-Teamchef Ralph Denk dem "SID".
Der beste deutsche Rundfahrer Buchmann kam nach einem Sturz beim Giro d'Italia im Mai unverhofft zu seinem Tour-Einsatz. Seinen Vertrag hatte er zuvor bis 2024 verlängert. Im kommenden Jahr soll Buchmann wieder selbst das Podium in Paris in Angriff nehmen. In Denks Team ist der 28-Jährige als wichtige Säule eingeplant.
So viel Klarheit herrscht längst nicht in allen Personalfragen. Bei der Tour de France geht es auch um die Zukunft des derzeit besten deutschen Radsport-Teams. Bora-hansgrohe steht am Scheideweg.
Dass bei der 108. Tour in Buchmann und Klassiker-Spezialist Nils Politt nur zwei deutsche Fahrer im Bora-Aufgebot stehen, ist dabei kein Indiz fehlender Wertschätzung. Paris-Nizza-Gewinner Maximilian Schachmann setzt den Fokus auf Olympia, Tour-Etappensieger Lennard Kämna legt freiwillig eine Pause ein, bei Sprinter Pascal Ackermann sah Denk fehlende Form und verzichtete auf eine Nominierung.
Zumindest letztere Entscheidung wurde auch von einem Interessenkonflikt mit dem Star des Teams beeinflusst: Peter Sagan. Für zwei sprintstarke Fahrer ist im achtköpfigen Aufgebot schlichtweg kein Platz. Am Ende erhielt der siebenmalige Gewinner des Grünen Trikots den Vorzug.
Bora: Endet die Ära Sagan?
Sagan, der dreimalige Weltmeister und Rockstar des Radsports, fährt seit 2017 für Denks Mannschaft. Die Verpflichtung des Slowaken war damals eine kleine Sensation und ein kostspieliges Investment für das wachsende Team, das jedoch schnell Rendite abwarf. Sagan schaffte Aufmerksamkeit, holte bedeutende Siege bei Paris-Roubaix oder der Tour.
Und Sagan schaffte Werte. "Im Windschatten von Peter haben sich viele junge Sportler bei uns entwickelt, egal ob es ein Emanuel Buchmann, ein Max Schachmann oder ein Pascal Ackermann war", sagte Denk.
Nun könnte die Sagan-Saga bald ein Ende finden. Der äußert gut dotierte Vertrag des 31-Jährigen läuft am Saisonende aus. Die Causa Sagan ist neben dem sportlichen Tagesgeschäft deshalb Denks wichtigste Aufgabe in den kommenden drei Wochen. "So lange keine Klarheit herrscht, kann man schwer über eine Ausrichtung für die Zukunft sprechen", sagte der 47-Jährige, der schon im April die Verzichtbarkeit Sagans zumindest angedeutet hatte.
Eine Trennung würde finanziellen Spielraum für eine Neuausrichtung schaffen. Es laufen Gespräche, eine Tendenz gebe es aber noch nicht. "Wir werden die Ruhetage bei der Tour de France auf jeden Fall intensiv nutzen, um die Zukunft zwischen Peter Sagan und Bora-hansgrohe zu besprechen", sagte Denk.
Ackermann wird die Ergebnisse genau analysieren. Auch sein Vertrag endet, auch mit seinem Management soll während der Tour gesprochen werden.
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(SID)
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Quelle: Eurosport
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